14. Juli

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Der 14. Juli - Tag der Aussonderung der Apostel - ist ein wichtiger Feier- und Gedenktag der katholisch-apostolischen Gemeinden.

Historie

Der Feiertag gründet auf den Ereignissen des 14. Juli 1835. Das Datum scheint bewusst gewählt, da in der mittelalterlichen Kirche am 15. Juli der "Zwölfaposteltag" begangen wurde, der sich auf die Aussonderung der urkirchlichen Apostel bezog.

Nachdem die zwölf katholisch-apostolischen Apostel bezeichnet, d.h. als solche prophetisch bzw. durch den Heiligen Geist als Apostel berufen worden waren, wurden sie am 14. Juli 1835 "ausgesondert". Die Aussonderung war die Amtseinführung durch die Handauflegung sämtlicher in London bereits eingesetzten Engel und Erzengel. Es handelte sich dabei um Engel der sieben Gemeinden in London - als Symbol für die ganze Christenheit - und wurde in der Londoner Zentralkirche durchgeführt.

Dieser Vorgang wurde nicht als Ordination verstanden, sondern als Aussonderung der Apostel in dem Sinn, dass sie von allen untergeordneten Funktionen befreit wurden, die sie hier und da noch in den Gemeinden ausgeübt hatten. Mit dieser Segenshandlung bekräftigten die bereits unter Aposteln gesammelten Christen hiermit ihre Überzeugung, dass Christus seine Kirche fortan durch Apostel lenken wolle.

Ereignisse nach der Aussonderung

Als die Apostel ausgesondert waren, zogen sie sich ein Jahr lang nach Albury auf den Schlosssitz von Drummond zurück, um sich auf ihre Aufgabe vorzubereiten, die Welt mit der neuen Apostellehre zu durchdringen. Bei den katholisch-apostolischen Apostelversammlungen führte der "Pfeilerapostel" Cardale als Erstberufener zwar den Vorsitz, aber es gab noch kein Stammapostolat mit einer absoluten Regierungsgewalt, wie später in der Neuapostolischen Kirche. Vielmehr galt Cardale als "Gleicher unter Gleichen" (primus inter pares). Taplin war "Pfeiler der Propheten", und es gab je einen Pfeiler der Evangelisten und Hirten, die "Gleiche unter Gleichen" sein sollten. Mit ihnen waren in Albury die Sieben Propheten des Konzils: Edward Oliver Taplin, Dr. John Bayford, John Bligh, William Henry Martin, Jonathan Smith, John Hester und Robert Horsnail. Albury war seitdem der Sitz des Apostolates und der Ort für die erste Ausführung (Erprobung) der gottesdienstlichen Anordnungen. Die Feier der sonntäglichen Eucharistie - zunächst nur in Albury - begann am 19. August 1835; für die übrigen Gemeinden in dieser Art erst ab 26. Juni 1836, 1260 Tage nach dem 26. Dezember 1832 (Ordination von Henry Drummond zum Engel und Hirten der Gemeinde Albury - Errichtung der ersten katholisch-apostolischen Gemeinde in Albury).

Heilsgeschichtliche Bedeutung für die katholisch-apostolischen Gemeinden

In katholisch-apostolischen Kreisen galt die Aussonderung der Apostel zunächst als Vorstufe ihrer Aussendung in besonderer Kraft, welche sie befähigen würde, unter ihrer Führung einen großen Teil der Christenheit für die Wiederkunft Christi vorzubereiten. Als die Erwartung auf die "Aussendung in großer Kraft" sich nicht erfüllte, gewann die erfolgte Aussonderung des 14. Juli 1835 im Bewusstsein der katholisch-apostolischen Gläubigen als besonderes heilsgeschichtliches Ereignis immer mehr an Bedeutung. Seit 1852 wurde der 14. Juli in den katholisch-apostolischen Gemeinden als Feiertag begangen. Die heilsgeschichtliche Bedeutung der Aussonderung der Apostel wird darin gesehen, dass sie Teil eines fortlaufenden Prozesses ist, in dessen Verlauf die Träger des Apostelamtes immer größere Klarheit über ihren Auftrag gewannen und schließlich im Mai 1847 mit der Versiegelung einer besonderen Schar innerhalb der Christenheit begannen. Diese Gruppe wurde verstanden als die der Hundertvierundvierzigtausend, welche, ausgerüstet mit dem Vollmaß des Heiligen Geistes, auf der Erde schon dem Lamme folgen, wohin es geht, und schließlich als Erstlinge vor Beginn der „Großen Trübsal“ entrückt werden. Für katholisch-apostolische Gemeindemitglieder, die in der Nachfolge der Apostel standen, ruhte die Hoffnung auf die baldige Wiederkunft Christi zur Heimholung der Braut fortan auf der Wirksamkeit dieses Amtes.

Feiertag

In den katholisch-apostolischen Gemeinden wird bis heute der 14. Juli seit 1852 als besonderer Feiertag - Tag der Aussonderung der Apostel - begangen.

So sieht die katholisch-apostolische Liturgie an diesem Tage einige besondere Einfügungen in die Gottesdienstrituale vor:

Beispielhaft seien hier zwei Dinge zitiert:

So wird, vielmehr wurde, an jenem Tag in der Präfation eingeschaltet:

"-Insbesondere preisen wir Dich dafür, dass Du Deine Diener, welche Du berufen, um sie als Apostel zur Vollendung Deiner Kinder in dieser letzten Zeit zu gebrauchen, an diesem Tage ausgesondert hast zu Deinem Dienste inmitten Deiner versammelten Gemeinden."

Im Gedächtnis der Entschlafenen wird eingeschaltet:

"Wir gedenken insonderheit an diesem Tage Deiner heiligen Apostel, die Du im Anfang aussandtest, Deine Kirche zu sammeln und zu leiten, die nun von ihrer Arbeit ruhen und ihres Lohnes warten und auch derjenigen, welche Du zu Deinem Dienst in diesen letzten Tagen ausgesondert hast, und die entschlafen sind.(...)"

Auch gab es zu jenem Feiertag im Hymnologium eine eigene Rubrik mit drei eigens vorgesehenen Liedern:

  • Nr.127 - Auf Zion, die im Schlummer lag (Now let the slumbering church awake)
  • Nr.128 - Wie unverhofft und wunderbar (Miris modis repente)
  • Nr.129 - Du Hirte Israels bist ungeschieden (Shepherd of Israel)

in anderen apostolischen Gemeinschaften

Bedeutung für die Neuapostolische Kirche

Die Neuapostolische Kirche versteht sich als Weiterführung der katholisch-apostolischen Gemeinden. Auch wenn sich beide Gemeinschaften in der Organisation und Gottesdienstform stark unterscheiden, verbindet sie die Gewissheit, dass die Apostel in ihrer gemeinsamen Tätigkeit für die Bereitung der Braut des Herrn notwendig sind. [1]

Der 14. Juli wird jedoch nicht kirchlich begangen.

Siehe auch

Weblinks