Brautgemeinde

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Die Brautgemeinde oder Braut Christi ist eine Metapher, Begriff oder Bild für die Seelen, die ihre Erwählung durch Gott fest machen, um von Christus bei seinem Kommen angenommen zu werden. Sie werden bei seinem Erscheinen verwandelt, indem die Toten auferstehen oder die Lebenden überkleidet werden. Als Erstlinge erleben sie die Vereinigung mit ihrem Seelenbräutigam Jesus Christus (Hochzeit des Lammes).

Ursprung

Das Bild der Braut Christi stammt ursprünglich aus den alttestamentlichen Propheten, die das Volk Israel als Braut oder Gemahlin Gottes bezeichneten, etwa in Jesaja 54 (54,5). Im Neuen Testament spricht der Apostel Paulus davon, die Braut als reine Jungfrau zu Christus zu führen. Auch die Offenbarung des Johannes (Offb. 21) wird dazu verwendet, die Beziehung zwischen Christus und der Kirche zu beschreiben.

Der Apostel Paulus gebrauchte das Bild der Braut vielfach in seinen Briefen. Im Brief an die Epheser fordert Paulus die Männer auf, ihre Frauen so zu lieben, wie Christus die Kirche geliebt hat. Nach weiteren Ausführungen über die Ehe zititiert Paulus Genesis 2,24: Daher verläßt der Mann Vater und Mutter verlassen und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch. Paulus nennt dies ein tiefes Geheimnis, das er auf Christus und die Kirche bezieht. Diese Liebe Christi übersteige alle Erkenntnis (Eph 3,19).

Im Johannes-Evangelium (3,29) spricht der Täufer von sich selbst als dem Freund des Bräutigams und beschreibt Christus als den Bräutigam (siehe auch 9,15, der gekommen sei, um die Braut heimzuführen. Die Kirchenväter (etwa Cyprian) wendeten dieses Bild auf die Kirche an.

Apostolisches Selbstverständnis

Im Selbstverständnis der meisten apostolischen Glaubensgemeinschaften sind die Apostel in den 1830er Jahren bis heute gesandt, um die Brautgemeinde für die Wiederkunft Christi vorzubereiten. Vielfach versteht oder verstand man sich selbst als zukünftige Brautgemeinde oder Teil der Brautgemeinde. Teilweise wird auch das Sakrament der Heiligen Versiegelung mit der Zugehörigkeit zur Braut Christi in Verbindung gebracht.

Neuapostolische Kirche

Der Katechismus der Neuapostolischen Kirche beschreibt in Abschnitt 10.1.3 die Brautgmeinde.

Der Auftrag der Apostel besteht darin, die Kirche Christi auf die Vereinigung mit Jesus Christus bei seiner Wiederkunft vorzubereiten, nach den Worten des Apostels Paulus: „Ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte“ (2Kor 11,2). Die „reine Jungfrau“ verweist auf die „Braut“, ein Bild für die eschatologische Gemeinschaft der Heiligen (Offb 19,7).[1]

Erst bei der Wiederkunft Christi wird offenbar werden, wer zur Braut des Herrn zählt. Zu den Kennzeichen derer, die zur Braut zählen werden, gehört, dass sie täglich auf die Wiederkunft Christi warten und beständig rufen: „Herr, komme bald!“ (Offb 22,17.20).[2]

Für diese Gemeinschaft der Heiligen finden sich auch die Bilder von den „Hundertvierundvierzigtausend“ (Offb 14,1-5) und vom „Knaben“ (Offb 12,5). Diese Bilder zeigen ebenfalls wichtige Merkmale und Gegebenheiten.[3]


siehe auch

Verweise

  1. Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Abschnitt 10.1.3
  2. Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Abschnitt 10.1.3
  3. Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Abschnitt 10.1.3