Gott

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Als Gott beziehungsweise Gottheit wird eine im religiösen Glauben erfahrene, überwiegend transzendente und personifizierte Macht bezeichnet. Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem christlichen Gottesbild im Allgemeinen und dem Gottesbild in apostolischen Glaubensgemeinschaften im Speziellen.

Allgemeines

Unter Gott versteht man entweder Gott-Vater, den Schöpfer, als Teil der Dreieinigkeit oder Gott, als den Dreieinigen.

Altes Testament und Judentum

Das altsyrisch-hebräische Wort El bzw. Eloah, das wahrscheinlich „Mächtiger“ oder „Starker“ bedeutet, wird in der Bibel in der Pluralform Elohim (hebräisch ‏אלהים‎) in Bezug auf den Schöpfer des Universums, im Singular auch auf andere Götterwesen und (selten) sogar auf Menschen gebraucht. Oft wird der Begriff für eine „höchste Erscheinung“ verwendet. Dabei wird dieser inklusive Allgemeinbegriff für etwas Göttliches vom exklusiven Namen des einzigen Gottes JHWH, der dem Volk Israel untrennbar verbunden ist (Exodus 3,14), unterschieden. In der deutschen Übersetzung des alten Testaments wird der Plural „Götter“ - oft abwertend auch Götzen - für die Gottheiten anderer Religionen gebraucht, deren Anbetung und Verherrlichung den Israeliten verboten ist.

Der Eigenname JHWH aus der hebräischen Bibel (vermutete Aussprache Jahwe) wird – alter jüdischer Praxis folgend – auch in modernen Bibelausgaben oft durch den Titel HERR ersetzt bzw. in der jüdischen Tradition mit HaSchem ("Der Name") umschrieben. Außerdem gibt es in der hebräischen Bibel einige weitere Namen und Namenszusätze für Gott, darunter Zebaot (auch Sabaoth, deutsch: „Herr der Heerscharen“)

Neues Testament

Jesus wird von Paulus im Hebräerbrief (Heb 1,8) mit Gott gleichgesetzt. Ebenso spricht das Johannesevangelium in Bezug auf Jesus vom „einziggezeugte[n] Gott“ (Joh 1,18 ). Dieser Gott sei der Gott aller (Epheserbrief 4,6; 1. Korintherbrief 8,4).

Jesus Christus wird im Neuen Testament als Sohn Gottes bezeichnet. Die Evangelien berichten, dass er diesen Titel auch für sich selbst beansprucht hat. Die christliche Gotteslehre unter Einbeziehung griechisch-philosophischer Denkkategorien führte zur Ausbildung der Lehre von der Dreieinigkeit Gottes: Der eine Gott ist Gemeinschaft von Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Gott Vater ist der Schöpfer des Himmels und der Erde.

katholisch-apostolisch

neuapostolisch

Nach Lehre der Neuapostolischen Kirche ist Gott ein ewiges, personales Geistwesen. Die Neuapostolische Kirche vertritt die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes. Im Katechismus der Neuapostolischen Kirche wird die Lehre von Gott wie folgt umrissen:

Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind der eine Gott, der von Anfang ist, schafft, wirkt und erhält. [1] In seinem Wesen und Wirken ist Gott vom Menschen mit dem Verstand nicht zu erfassen.Zugang zu Gott ist dem Menschen allein durch den Glauben möglich.[2] Mit Dreieinigkeit sind nicht drei Götter gemeint, sondern drei Personen (Hypostasen). [3] Der Glaube an den einen Gott (Monotheismus) gehört zu den grundlegenden Bekenntnissen des Alten und Neuen Testaments und ist im christlichen Glauben von den frühesten apostolischen Gemeinden an bis in die Gegenwart hinein verankert.[4] Gott ist heilig. Auch sein Wort und Wille sind heilig. Zu Gottes Wesen, Sein und Walten gehören Heiligkeit,Majestät, Unantastbarkeit und Abgeschiedensein vom Profanen. [5] Gott vermag alles, für ihn gibt es keinerlei Begrenzungen. Zu seiner Allmacht gehören Allwissenheit und Allgegenwart.[6] Er hat weder Anfang noch Ende. Gottes Ewigkeit ist unendlich, jedoch nicht zeitlos. Er ist Schöpfer der Zeit und über alle Zeitdimensionen erhaben. Vor ihm sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichermaßen präsent. [7] Gott ist die Liebe. Er zeigt sich auch in der Geschichte als der Liebende. Dies wird vor allem deutlich in der Hingabe seines Sohnes für die gesamte Menschheit.[8] Gott ist der Gnädige und der Gerechte. Seine Gnade zeigt sich auch daran, dass er Sünde vergibt. Er schenkt dem Sünder Gerechtigkeit durch Jesus Christus. [9] Gott ist der Vollkommene. Seine Werke und Wege sind ohne Mangel. Sein Tun geschieht allein aufgrund seines völlig souveränen Willens. Gott bindet sich an seine Zusagen und ist treu. Unmittelbar erfahrbar wird Gottes Vollkommenheit in Jesus Christus.[10]


Erwähnenswert ist, dass in der neuapostolischen Praxis oftmals Gott-Vater im Vordergrund steht. Die meisten Gebete richten sich an ihn. Es wird in der neuapostolischen Sozialisation zumeist eine intensive Beziehung zwischem Gläubigem und Gott-Vater erreicht. Gott-Vater wird im neuapostolischen Sprachgebrauch zumeist "Himmlischer Vater" oder "Lieber Vater" genannt.

Het Apostolisch Genootschap

Die Apostolisch Genootschap hat sich in den Jahren nach 1948 vollständig von einem personalen Gottesbild abgewandt. Nach ihrer Auffassung ist das, was der Mensch unter dem Begriff Gott versteht, eine Geistesmacht insbesondere der Liebe, die im Menschen Gestalt annimmt. Es ist die Aufgabe des Menschen dieses Wirken in sich selbst wirken und entfalten zu lassen. Gott ist somit nur innerhalb des Menschen und nicht außerhalb. Die Vorstellung eines Schöpfergottes ist der Apostolisch Genootschap fremd. Schöpfung ist hier immer das Gute im Menschen - also Gott.

Apostolische Gemeinde des Saarlandes

Die Apostolische Gemeinde des Saarlands hat sich, insbesondere unter Apostel Ortwin Schmidt, vom klassischen, christlichen Gottesbild gelöst und vertritt den Standpunkt, dass die Lehre von der Dreieinigkeit nicht biblisch sei.

Links

Verweise

  1. Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Kapitel 3
  2. Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Kapitel 3.
  3. Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Kapitel 3.1.1
  4. Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Kapitel 3.1.2
  5. Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Kapitel 3.1.3
  6. Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Kapitel 3.1.4
  7. Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Kapitel 3.1.5
  8. Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Kapitel 3.1.6
  9. Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Kapitel 3.1.7
  10. Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Kapitel 3.1.8