Liturgie

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Der Begriff Liturgie (v. griech.: λειτουργία leiturgia ‚öffentlicher Dienst/Dienst der Priester‘, aus λειτóς ‚öffentlich‘ von λαός/λεώς ‚Volk/Volksmenge' und ἔργον érgon ‚Werk‘, ‚Dienst‘) bezeichnet christliche und auch jüdische Rituale (religiöse Riten) zur Verehrung Gottes und zur Vertiefung des gemeindlichen Glaubens. Die Liturgie umfasst das gesamte gottesdienstliche Geschehen: Gebet, Lesung und Verkündigung, Gesang, Gestik, Bewegung und Gewänder, liturgische Geräte, Symbole und Symbolhandlungen, die Spendung von Sakramenten und Sakramentalien.

Urkirche

Aus dem Urchristentum sind noch keine Gottesdienstordnungen bekannt, da sich die Gestaltung der Feiern noch in der Entwicklung befanden und je nach Gemeinde auch unterschiedlich ausfielen. Wahrscheinlich war der frühchristliche Gottesdienst mehr oder minder stark vom sich entwickelnden jüdischen Gottesdienst in der Synagoge inspiriert und integrierte zentral die Lesung und Auslegung der kanonischen Schriften und das Brotbrechen. Wohl gab es auch eine Überlieferung der liturgischen Fußwaschung. Mittels der Literarkritik lassen sich in den neutestamentlichen Texten gebräuchliche liturgische Stilelemente herausarbeiten: so Christuslieder (Bsp. Phil 2,5-11 ) oder auch Elemente eines Glaubensbekenntnisses in 1 Kor 15 ; ebenso zitiert Paulus in 1 Kor 11 tradierte Einsetzungsworte zum Herrenmahl. In den frühen Schriften der Kirchenväter (z. B. Justin der Märtyrer) finden sich dann zahlreiche Hinweise auf die Abläufe liturgischer Handlungen bzw. Handlungsanweisungen. Insbesondere die Didache schildert den Ablauf eines frühchristlichen Gottesdienstes.

Katholisch-apostolische Gemeinden

Die katholisch-apostolische Liturgie war reich an Formen und Vielfalt. Sie hatte viele Elemente aus den römisch-katholischen, orthodoxen und anglikanischen Gottesdienstordnungen übernommen.

Aufbau der katholisch-apostolischen Eucharistiefeier

Liturgiebuch Ausgabe 1920
Priester Schwarz, links sitzend, 1955

Neuapostolische Kirche

Die Liturgie der AcaM/Apostolischen Gemeinde entsprach anfänglich (bis etwa 1885) weitgehend der der katholisch-apostolischen Gemeinden.

Unter dem Einfluss des niederländischen Calvinismus verlagerte sich der gottesdienstliche Schwerpunkt um 1885 auf den Wortgottesdienst (hoher Predigtanteil). Die apostolischen Christen in der AcaM/Apostolischen Gemeinde lehnten zum Ende des 19. Jahrhunderts die katholisch-apostolische Liturgie ebenso ab wie Liturgische Kleidung. Auch auf den üblichen steinernen und reich geschmückten Altar in Kirchen verzichteten sie und ersetzten ihn durch einen einfachen Holztisch. Vereinzelt finden sich noch Rudimente der katholisch-apostolischen Tradition in der neuapostolischen Liturgie. Bis 1998 wurde das Abendmahl nur am Sonntag und kirchlichen Feiertagen gefeiert, seit 1998 findet auch in den wochentags durchgeführten Gottesdiensten eine Abendmahlsfeier statt.

Zum neuapostolischen Gottesdienstablauf vor 2010 siehe: Neuapostolische Liturgie vor dem 1. Advent 2010

Gottesdienstordnung ab dem 1. Advent 2010

Sonderausgabe der an die Amtsträger gerichteten Leitgedanken zum Gottesdienst.

hmbarer Akt, angereicherte Aussonderungsformel, dazwischen jeweils Momente der Stille. Diese Form der Liturgie soll die Feierlichkeit des gottesdienstlichen Geschehens fördern, zu größerer Ausführlichkeit des Abendmahls anleiten und die Gemeinde mehr in das Gottesdienstgeschehen einbeziehen.

  • I. Gottesdienstbeginn
  • II. Predigtteil
    • Predigt
    • musikalischer Beitrag
    • Predigtzugaben
  • III. Sakramentsteil
    • Vorbereitung auf Sündenvergebung oder Heiliges Abendmahl
    • Bußlied
    • Unser Vater
    • Freisprache
    • Opfergebet
    • weitere Sakramente und Handlungen
    • Abdecken der Abendmahlskelche
    • Aussonderung (Konsekration) der Hostien zum Heiligen Abendmahl
    • Darreichung an Amtsträger
    • Bekanntgabe der musikalischen Beiträge zur Feier des Heiligen Abendmahls
    • Spendung des Heiligen Abendmahls
    • Zudecken der Abendmahlskelche
  • IV. Weitere Handlungen
  • Ordinationen oder weitere Segenshandlungen (z. B. Hochzeiten, Ehejubiläen)
  • V. Gottesdienstabschluss

Apostolische Gemeinschaft

Die Apostolische Gemeinschaft feiert eine schlichte Liturgie, die sich strukturell aus der neuapostolischen Liturgie entwickelt hat. In fast allen Gemeinden findet ein Sonntagmorgengottesdienst statt, in einigen Gemeinden darüber hinaus am Mittwochabend eine Andacht. Ein normaler Gottesdienst gliedert sich in (feste, obligatorische Bestandteile in Fettdruck):

  • Anrufung Gottes
  • Eingangsgebet
  • Begrüßung
  • Wortverlesung (Bibelwort für die Predigt) mit Schlussvers "Wort des lebendigen Gottes"
  • Chor- oder Gemeindegesang
  • Predigt
  • Chor- oder Gemeindegesang
  • Zeugnisdienst anderer Ordinierter oder Geschwister
  • Einführung zum Abendmahl (Kinder aus dem parallel stattfindenden Kindergottesdienst kommen mit den Betreuern zur Gemeinde hinzu)
  • Buße durch Lied, Meditation, Gebet o.ä.
  • Gebet Vaterunser
  • Zusprache der Sündenvergebung durch Jesu Tod
  • Dankgebet
  • Aussonderung des Abendmahls durch ein priesterliches Amt
  • Abendmahlsfeier
  • Schlussgebet
  • Segen und dreifaches Amen
  • Chor- oder Gemeindegesang

Sind an einem Sonntag mehrere Amtsträger anwesend, können ein oder mehrere nach der Hauptpredigt noch Gedanken zu dem Bibelwort ausführen. Eine bestimmte hierarchische Reihenfolge gibt es dabei nicht. Für diesen Zeugnisdienst kommen auch nichtordinierte Geschwister in Betracht.

Die Abendmahlsfeier findet in der Regel jeden Sonntag statt, wobei sie als Gedächtnismahl verstanden wird, an dem alle Anwesenden (also auch Gäste und Kinder) teilnehmen können. Es wird in beiderlei Gestalt gefeiert, wobei die Hostie in Wein oder Saft eingetaucht wird (Intinktion). In den meisten Gemeinden ist es üblich, dass reihenweise kommuniziert wird. Da dies aber quasi zu einer "Zwangsteilnahme" führt, wird mancherorts die Einzelkommunion ausprobiert.

Die nicht festgeprägte Liturgie spiegelt sich darin wider, dass manche Gemeinden auch neue Wege des Gottesdienstes gehen. So sind in verschiedenen Gemeinden Lobpreis-Zeiten oder Anspiele im Gottesdienst zu finden oder es wird ein „Offener Altar“ angeboten, bei dem jeder aus der Gemeinde seine Gedanken zu dem Bibelwort äußern darf. In zahlreichen Gemeinden gibt es teilweise seit Jahren Osterkerzen und in einigen Gemeinden wird derzeit versucht, den Altar- und Predigtbereich zu trennen, indem ein Lesepult (Ambo) eingeführt wird.

Neben diesen Gottesdienstformen gibt es auch Gottesdienste mit einer ganz anderen Form, diese finden z. B. in Form von Gesprächsgottesdiensten oder speziellen Jugendgottesdiensten statt.

Bis 2005 benutzte die Apostolische Gemeinschaft das 1959 herausgegebene Apostolische Gesangbuch, welches 612 Lieder umfasste, die in die Rubriken Gottesdienst, Sakramente, Segenshandlungen, das christliche Kirchenjahr und zu besonderen Gelegenheiten gegliedert waren. Seit 2005 ist es durch ein neues Gesangbuch mit dem Titel Singt dem Herrn ersetzt. Dieses gibt es als einstimmige Gemeinde- und vierstimmige Chorausgabe. Es umfasst 604 Lieder, die in die drei Hauptrubriken das christliche Kirchenjahr, die Feier des Gottesdienstes und Leben im Glauben gegliedert sind.

Die Apostel überarbeiten derzeit die Liturgie, die dann mit anderen Dingen (z.B. Leitbild, Ökumene, Aufgaben der ordinierten Mitarbeiter, Opferverwaltung, Begräbnis) in einer neuen Gemeinde- und Gottesdienstordnung (GGO) enthalten sein wird. Diese ist seit Januar 2012 gültig, wenn auch noch nicht vollständig.

Altapostolische Kirche

Es folgt eine schematischer Ablauf über einen erlebten Gottesdienst ohne Eucharistie in der Altapostolischen Kirche, gehalten von einem Ältesten und einem Priester (Jahr 2010).

  • Chorgesang
  • Dienstleiter ruft zum stillen Gebet (Dienstleiter kniet sich neben den Altar)
  • Eingangslied (Gemeinde)
  • Anrufung Gottes (In den Namen...) - Gemeinde antwortet mit "Amen"
  • Weissagung (endet mit "so spricht der Herr, Amen.") - Dienstleiter antwortet mit "Amen"
  • Gebet
  • Weissagung (s.o.)
  • Vorlesung Bibelvers (auch Textwort genannt)
  • Predigt
  • Gemeindegesang
  • Segen
  • Dreifaches Amen (lange Variante)
  • Chorgesang

Vor/neben dem Altar ist der Opferkasten aufgestellt, eine gesonderte Segung des Opfers erfolgt nicht. Die weiblichen Mitglieder trugen im Gottesdienst eine Kopfbedeckung.

Apostolic Church of Queensland

  • Aufruf zur Anbetung durch ersten Glockenschlag
  • zweiter Glockenschlag ruft die Amtsbrüder zum Altar
  • Eröffnung im Namen des dreieinigen Gottes
  • Gemeindelied
  • Eingangsgebet
  • Chor- oder Gemeindegesang
  • Textwortverlesung
  • Predigt(en) unterstützt von Bibeltexten
  • evtl. Chorgesang zwischen zwei Predigten
  • Dankgebet für die Wortverkündigung
  • Vaterunser
  • Gebet, welches zum stillen Sündenbekenntnis führt
  • Zusprache von Gottes Gnade in der Sündenvergebung
  • Dankgebet für die Sündenvergebung
  • Gemeindegesang während das Abendmahl vorbereitet und die freiwilligen Spenden zum Altar gebracht werden
  • Aussonderung des Abendmahls / Segnung der Spenden
  • Abendmahl, zunächst für die Amtsträger, dann für alle Verlangenden in der Gemeinde
  • Dankgebet
  • besonderes Dankgebet von Gemeindemitgliedern
  • Schlussgebet
  • Gemeindegesang
  • aaronitischer Segen
  • Gemeindegesang eines dreifachen Amens und des apostolischen Segens.
  • Chorgesang während die Amtsträger und Gottesdienstbesucher die Kirche verlassen

Änderungen dieser Liturgie kommen bei Taufen, Versiegelungen und sonstigen Segenshandlungen vor. Nach dem Gottesdienst versammeln sich die Kinder und Jugendlichen zur Sonntags- bzw. Jugendschule.

Apostelamt Juda

Der Gottesdienst gestaltet sich einfach, zumal ein Bibelwort im Gottesdienst nicht mehr vorgelesen wird. Stattdessen gibt es die sogenannte Weissagung, sofern diese Gabe bei anwesenden Trägern vorhanden ist.

  • Eingangslied
  • Eingangsgebet des Dienstleiters
  • Weissagung
  • Lied
  • Predigt (hier können bei Bedarf auch weitere Mitdiener zur Predigt gebeten werden)
  • Segenshandlungen (siehe Abschnitt Ämter und Lehre)
  • Schlussgebet
  • Lied

Apostolisch Genootschap

Der Ablauf des Eredienst (Ehrendiesntes) wurde im werkboek voor eredienst en liturgie (Arbeitsbuch zum Ehrendienst und zur Liturgie) dargestellt, welches 2010 veröffentlicht wurde.[1] Hierin wird der Ablauf geregelt, die Tradition beschreiben und Möglichkeiten der Gestaltung aufgezeigt. Daneben trägt es auch etwas den Charakter eines Katechismus, obwohl ein solcher aufgrund der sich stetig ändernden Lehre nicht gewünscht ist. Dieses Buch enthält folgende Themen:

  • Beschreibung/ Definition von Ehrendienst und Liturgie
  • Wert der Gemeinschaft
  • Beschreibung der Rituale und Traditionen
  • Das Wesen von Religion und Gottesdienst
  • Gottes- und Menschenbild
  • Die Stellung und die Beschreibung des Apostels
  • Die Bibel
  • Der jüdisch-christliche Ursprung des apostolischen Werkes und andere Ursprünge
  • Der Wochenbrief
  • Gesang und Musik
  • feste Bestandteile eines Ehrensdienstes und besondere Formen der Andacht
  • Die Heilshandlungen
  • Vor und nach dem Dienst in der spreekkamer (Dienstzimmer/ Ämterzimmer)
  • Der besondere Charakter eines Aposteldienstes
  • Räumlichkeiten (grosser Saal) und Diensttisch

Dazu zwei Anlagen: 1. Beschreibung der Apostolischen und liturgischer Jahreskalender 2. Begriffserklärungen mit kurzen historischen Beschreibungen Sachregister und Literatruhinweise, Platz für eigene Anmerkungen und Nahaufnahmen der Heilshandlungen

Der Ablauf des Ehrendienstes (nach eigenem Erleben): vor dem Dienst: abwechselnd Musik von Gemeinde, Gemsichtes Chor, Männerchor, Kinderhchor, alles instrumental (Orgel/ Kalvier) begleitet), sowie Bekanntgaben und Grüße

  • "Klop an de deur" Anklopfen und Eintreten der Dienenden
  • Begrüßung und Vorstellung des Themas
  • gemeinsames Lied
  • Predigt
  • zwischendurch: Musikbeitrag (s.o.)
  • Verlesen des Wochenbriefes zum Thema
  • Co-Predigt
  • Gebet
  • Einladung zum Rundgang
  • Rundgang
  • Dankgebet
  • Dreifaches Amen (andere Vertonung als NAK/ VAG)

nach dem Dienst: Verabschieden bzw. gemeinsames Kaffeetrinken

siehe auch

  • De Stroom Mai 2010 S. 14f