Treffen im Rheinland 2026: Apostolische Geschichte im Westen Deutschlands

Das neunzehnte Jahrestreffen zur Kirchengeschichte der Apostolischen wurde durch das Netzwerk Apostolische Geschichte vom 16. bis 18. Oktober 2026 in Brauweiler, Kerpen und Köln-Lövenich durchgeführt. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Geschichte der Apostolischen im Rheinland von den Anfängen bis zur Gegenwart. 35 Teilnehmende aus vier Ländern nahmen an einem umfangreichen und bunten Programm teil.

Wie gewohnt trafen sich die Übernachtenden bereits am Freitagabend (16. Oktober) zu einem gemütlichen Beisammensein, bei dem viel Wiedersehensfreude herrschte, aber auch neue Teilnehmende begrüßt werden konnten. Ein Netzwerker feierte an diesem Tag Geburtstag – und es sollte nicht der letzte an diesem Wochenende bleiben.

Das eigentliche Tagungsprogramm begann dann am Samstagvormittag (17. Oktober) im Zentralarchiv der NAK West (Link) in Pulheim-Brauweiler. Archivar Alfred Krempf begrüßte die Anwesenden und hatte ein kleines Programm vorbereitet. So konnte im „Walter-Schmidt-Raum“ ein Video über die archivarische Arbeit des Zentralarchivs geschaut werden (siehe bei YouTube Teil 1, Teil 2 und Teil 3). Zudem standen die unterschiedlichen Bereiche des Archivs den Interessierten offen. Dominique Baur zeigte die verfügbaren digitalen Möglichkeiten der Einrichtung. Dazu konnte durch Bücher und Archivalien geschaut werden und es entwickelten sich vielfältige spannende Gespräche.

Zu 13 Uhr machte sich dann die Gruppe zur Weiterfahrt auf. Es ging zur Neuapostolischen Kirche Kerpen-Stadt (Gemeindeseite, Chronik, früher Horrem). Als lokaler Organisator und Netzwerkmitglied begrüßte Gemeindevorsteher Frank Bredemeier die Teilnehmenden. Er gab auch einige interessante Einblicke in die bewegte Geschichte der Gemeinde und des Gebäudes in Horrem.

Für den Vorstand des Netzwerks gab Mathias Eberle wie gewohnt einen Einblick in die Entwicklung des Netzwerks. Weiterhin freut sich die Organisation über steigende Mitgliedszahlen. Zum Zeitpunkt des Treffens waren 196 Personen Mitglied im Netzwerk – eine weitere Person trat währenddessen bei. Im Rahmen des Treffens konnte auch die Ablösung des Immobilienkredits für das Archiv verkündet werden (wir berichteten). Vier Netzwerkerinnen und Netzwerker konnten ein kleines Dankeschön für ihre jeweils mehr als zehnjährige Mitgliedschaft im Netzwerk entgegennehmen, das von Finanzvorstand Volker Wissen überreicht wurde.

Nach einem liebevoll von der örtlichen Gemeinde gestalteten Mittagessen begann der eigentliche inhaltliche Teil. Mitschnitte der Vorträge wurden nicht angefertigt. Es ist aber geplant, an dieser Stelle noch Präsentationsfolien und weitere Inhalte zu veröffentlichen.

Zunächst begann Mathias Eberle mit dem Vortrag „Religiöser Aufbruch im Rheinland: Friedrich Wilhelm Menkhoffs Diakonenausbildung in Duisburg 1849-1852“ , in dem die Lebensgeschichte dieses evangelisch-apostolischen Grenzgängers mit einem Schwerpunkt auf seiner Duisburger Zeit dargestellt wurde. Daran schloss sich noch ein Kurzimpuls „Anfänge der katholisch-apostolischen Gemeinden im Rheinland“ an, der einen Überblick über die Entstehung und die heutige Situation katholisch-apostolischer Gemeinden und Kirchengebäude in der Region gab.

Volker Wissen stellte anschließend seinen Vortrag „Die Apostolische Gemeinde im Rheinland: Regionale Schwerpunkte und prägende Persönlichkeiten“ vor. Dabei zeigte er die anfängliche Heterogenität der 1955 entstandenen Apostolischen Gemeinschaft auf und beleuchtete den Einfluss maßgeblicher Protagonisten der damaligen Zeit und der späteren Generationen.

Nach einer Kaffeepause stellte Dominique Baur die „Geschichte der Neuapostolischen Kirche im Kölner Raum“ vor. Er beleuchtete die bescheidenen Anfänge im 19. Jahrhundert und zeigte die Entwicklungen bis zur ökumenischen Öffnung im 21. Jahrhundert auf.

Danach übernahm Siegfried Richter, Bischof der Kirche Apostelamt Jesu Christi, die Vorstellung des umfangreichen Vortrags „Die Entwicklung des Apostelamts Jesu Christi im Rheinland“ . Die Entstehung dieses regionalen Zweigs des AJC begann erst nach dem zweiten Weltkrieg und verlief nicht unkompliziert. Für die Teilnehmenden waren die gegebenen Einblicke spannend und neu – bisher gab es zu diesem Thema keine greifbaren Materialien.

Das offizielle Ende des Tages bildete der „Musikalische Abschluss“ , der in diesem Jahr von Andreas Ostheimer moderiert wurde. Hans Kuritz, zweiter Vorsitzender des Netzwerks, hatte im Sommer diesen Jahres einige bekannte Liedtexte zu anglikanischen Melodien neu gesetzt. Aus dem entstandenen kleinen Heft sangen die Teilnehmenden vier gemeinsame Stücke. Danach folgte noch ein gemeinsames Beisammensein in den Gemeinderäumen vor Ort und ein gemütlicher Ausklang des Abends. Dabei konnten alle noch einmal die herzliche Gastfreundschaft der Gemeinde genießen.

Am Sonntagmorgen (18. Oktober) frühstückten die Übernachtenden im Hotel und nutzten die Gelegenheit, einem weiteren Teilnehmer des Treffens zum runden Geburtstag zu gratulieren. Danach hatten alle die Möglichkeit, eines von mehreren Gottesdienstangeboten in der Region wahrzunehmen. Eine größere Gruppe besuchte den Gottesdienst des Apostelamts Jesu Christi in Köln. In der NAK Kerpen-Stadt waren ebenfalls einige Teilnehmende anwesend – dort wurde der Gemeinde nach dem Gottesdienst ein Gutschein für einen bereits fest vereinbarten Gegenbesuch im Archiv Brockhagen im Sommer 2027 übergeben.

In zünftiger Brauhausatmosphäre traf man sich dann mittags wieder in den bereits von Freitagabend vertrauten Räumlichkeiten in Köln-Lövenich. Nach einem Mittagessen mit „kölschen Tapas“ hielt Alfred Krempf seinen spannenden Vortrag „Der Hadj Alemán – die Geschichte des Neuapostolischen Joseph Klems aus Düsseldorf“ , dessen bewegte Lebensgeschichte vom rheinischen Kleinkriminellen zum marokkanischen Aufständischen vielfach verfilmt und in Romanen verarbeitet wurde.

Schließlich führte das Netzwerk um 14:30 Uhr noch seine Mitgliederversammlung vor Ort durch. In diesem Jahr standen keine Wahlen auf der Tagesordnung. Geplant wurden das folgende zwanzigste Jahrestreffen des Netzwerks, das im Herbst 2027 voraussichtlich in Norddeutschland stattfinden soll, und ein Auftritt des Netzwerks beim Süddeutschen Jugendtag 2027 in Stuttgart.

Gegen 16 Uhr verabschiedeten sich dann die letzten Teilnehmenden dieser atmosphärisch sehr harmonischen und gleichzeitig inhaltlich spannenden Tagung. Bis zum nächsten Mal!

Fotos der Tagung wurden in diesem Jahr von Daniel Rudolph angefertigt. Dazu enthält die nachfolgende Gallerie Bilder von Rebecca und Sara Eberle und von Tobias Hempel.