Heinrich Franz Schlaphoff

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Autogrammkarte Heinrich Franz Schlaphoff

Heinrich Franz Schlaphoff (* 3. August 1894 in East London /Südafrika ; + 20. November 1965 in Kapstadt), war neuapostolischer Geistlicher, Apostel und zwischen 1933 bis 1954 Stammapostelhelfer.

Biografie

Heinrich Franz Schlaphoff wurde als Sohn des neuapostolischen Apostels Georg Heinrich Wilhelm Schlaphoff geboren. Er wurde am 5. Dezember 1928 zum Apostel ordiniert. Sein Tätigkeitsbereich umfasste Südafrika und Rhodesien. Unter seiner Amtstätigkeit folgte in Südafrika eine Phase des Wachstums. Er liess unter anderem die erste Kirche in Pretoria - Gemeinde Pretoria Central - mit über 1000 Sitzplätzen errichten, welche von ihm am 2. Dezember 1930 eingeweiht wurde. 1931 bestanden in Südafrika bereits 70 Gemeinden. 1929 übernahm er zusätzlich die Verantwortung für die neuapostolischen Gemeinden in Argentinen. 1933 wurde er als Stammapostelhelfer eingesetzt. Zu seinem Arbeitsbereich gehörte die gesamte südliche Weltkugel. Die Neuapostolische Kirche wurde in dieser Zeit für das südliche Afrika, Südamerika, Australien und den Fernen Osten von Kapstadt aus verwaltet und geleitet. Apostel Schlaphoff bereiste ständig und unermüdlich seinen Arbeitsbereich. Die Reisen waren oft sehr lang und strapaziös. In Südafrika trug ihm dies den Spitznamen "iron apostle" ("eiserner Apostel" - wohl aber eher in Anlehnung an "iron man" also einem Marathonläufer) ein. Unter Schlaphoff wandte sich die Neuapostolische Kirche in Südafrika auch verstärkt der schwarzen Bevölkerung zu und die ersten Gottesdienste in Xhosa wurden gehalten. Nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs 1939 verstärkte Schlaphoff seine Tätigkeit als Stammapostelhelfer. Stammapostel Bischoff war auf Grund des Krieges von vielen Ländern isoliert, so dass Schlaphoff viele Aufgaben auf der Südhalbkugel durchführte und dort die neuapostolische Einheit bewahrte. 1945 hatte sich die Zahl der südafrikansichen Gemeinden auf 145 erhöht und auch in Zimbabwe, Sambia und Malawi waren etliche neuapostolische Gemeinden entstanden. Schlaphoff ordinierte nach 1945 die Apostel Otto Friedrich Wucherpfennig, Philipus Jacobus Erasmus und Daniel Carel Smuts Malan.

AB 1954

Bezüglich der Ereignisse ab 1954 in Südafrika gibt es über Apostel Schlaphoff unterschiedliche Aussagen. Fakt ist, dass es ab 1954 in der Neuapostolischen Kirche in Südafrika zu Problemen kam. Die Apostel Erasmus und Malan wurden u.a. auf Grund ihrer Ablehnung der Botschaft ihres Amtes enthoben und gründeten die Apostolic Church of South-Africa - Apostle Unity. Daraufhin wurden sie aus der Neuapostolischen Kirche ausgeschlossen.

Die Neuapostolische Kirche sagt, dass Heinrich Franz Schlaphoff von seinem Amt als Stammapostelhelfer zurück trat und sein Apostelamt ruhen ließ. Herbert Schmidt hingegen berichtet, dass Apostel Schlaphoff nach einer Europareise 1954 in sein Büro in Südafrika zurück kam und dort bereits ein per Telegram neu eingesetzter Apostel Arno Abicht(?) auf ihn wartete und ihm die telegrafische Amtsenthebung von Stammapostel Bischoff überreichte.

Unklar ist seine Position zu Erasmus und Malan. So scheint er zunächst wohl Sympathien zu ihrer Gemeinschaft gehabt haben. Problematisch war hier sicherlich, dass seine Tochter mit Apostel Malan verheiratet gewesen ist und so sicherlich schon auf familärer Ebene Kontakte zur Apostolic Church of South Africa bestanden haben. Bis zu seinem Tode 1965 besuchte Heinrich Franz Schlaphoff jedoch die Gottesdienste der neuapostolischen Gemeinde Claremont/Kapstadt, so die Meldung der Neuapostolischen Kirche. Andere Quellen sagen, dass er sich wegen Rentenansprüche nie ganz von der NAK getrennt hat.

Verhältnis zum Stammapostel

Die Person Schlaphoffs ist noch zu wenig erforscht, um eine abschließende Beurteilung seines Verhältnisses zum damaligen Stammapostel Johann Gottfried Bischoff abgeben zu können. Jedoch weist – neben den bereits oben zitierten Quellen zu seiner uneindeutigen Haltung im Zuge der Botschaftsauseinandersetzung – ein Bericht in einer Publikation der niederländischen Apostolisch Genootschap darauf hin, dass Schlaphoff bereits Ende der 1940er Jahre durchaus mit dem Gedanken spielte, sich von Bischoff zu lösen.

Zum besseren Verständnis der Tragweite dieser Begebenheit sei darauf verwiesen, dass seinerzeit die Apostelbezirke Südafrika, Niederlande und USA die neben Deutschland mitgliederstärksten Apostelbezirke waren. Zusammen dürften sie wohl etwa die Hälfte der damaligen Gesamtkirche ausgemacht haben.

Im Jahr 1946 zeichnete es sich ab, dass es nach dem Tod des niederländischen Apostels Johannes Hendrik van Oosbree aufgrund der Nachfolgefrage (siehe Artikel Apostolisch Genootschap) in den Niederlanden zu einer Spaltung kommen würde, obwohl zunächst von beiden Seiten Anstrengungen unternommen wurden, dies zu verhindern.

Im Buch „De zegen van de twijfel“ (Der Segen des Zweifels)[1] zum 30-jährigen Aposteljubiläum des Apostels Lambertus Slok (Apostolisch Genootschap) schildert der Autor folgende Begebenheit, die sich im Jahr 1948 zugetragen habe:

„Dann erscheint Stammapostelhelfer H. F. Schlaphoff (Südafrika) auf der Bildfläche. Der Mann, der seinerzeit von Apostel van Oosbree als „Mann mit den zwei Gesichtern“ beschrieben wurde, ist mit Apostel J. P. Fendt aus New York auf dem Weg nach Frankfurt. Er „vermittelt“ auf seine eigene Art. Sein erster Vorschlag lautet:

Die Niederlande werden zweigeteilt, Berend Frederik Paasman (Anm.: der vom Stammapostel eingesetzte Apostel für die Niederlande) übernimmt den Osten und unser Apostel (Anm.: gemeint ist hier der von Van Oosbree als sein Nachfolger benannte Apostel Slok) den Westen. Paasman ist schon alt, wird wohl bald sterben und dann kriegt unser Apostel alles! Er wolle dies Bischoff wohl so raten...

Auf die verwunderte Frage unseres Apostels, was die Brüder und Schwester aus dem Osten hiervon wohl halten mögen, reagiert er (Anm.: Schlaphoff) mit: „Ach, die Menschen denken nicht...“

Und dann kommt er mit einem zweiten Vorschlag: „Sie haben 30.000 Mitglieder, ich habe 30.000 und er – das betrifft Fendt, der von dem teils in Afrikaans und teils in Niederländisch geführten Gespräch nichts versteht! – hat auch 35.000. Wenn Sie mich nun als Stammapostel anerkennen, dann überrede ich ihn (Anm.: Fendt) und dann gehe ich nicht nach Frankfurt. Dann machen wir zu dritt weiter.“

Mit einiger Verwunderung musste Schlaphoff feststellen, dass ihm danach die Tür gewiesen wurde.“

(Eigene Übersetzung aus dem Niederländischen)


Ordinationen


Vorgänger Amt Nachfolger
John Erb Bezirksapostel Neuapostolische Kirche USA(kommisarisch)
1942-1947
John P. Fendt

Weblinks / Verweise


Verweise

  1. vgl. Apostolisch Genootschap: De zegen van de twijfel, Enkhuizen 1976, ohne ISBN, Seite 150