Neuapostolische Kirche Sambia

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Basisdaten
Bezirksapostel (Präsident): Charles S. Ndandula (seit 2005)
Vorgänger: Duncan B. Mfune (1989-2005)
Helfer: Bezirksapostelhelfer:
Robert M. Nsamba (Westsambia)
Bezirksapostelhelfer:
Arnold N. Mhango (Malawi)
Sitz der Gebietskirche: Lusaka
Gemeinden Sambia: 7.424 (2015)
Mitglieder Sambia: 1.181.523 (2015)
Gemeinden ganzer Bereich: 9.602 (2015)
Mitglieder ganzer Bereich: 1.435.933 (2015)
Website: www.naczam.org.zm

Die Neuapostolische Kirche Sambia (englisch New Apostolic Church Zambia) ist ein Verwaltungsbezirk der Neuapostolischen Kirche (NAK). Er umfasst die Länder Sambia als Hauptgebiet und die Länder Malawi und Simbabwe als Missionsländer. Diese Gebietskirche der Neuapostolischen Kirche ist die erste und die größte selbstständige Gebietskirche Afrikas. Am 13. März 2005 übernahm mit der Ordination zum Bezirksapostel Charles S. Ndandula als Nachfolger von Duncan B. Mfune die Leitung der Gebietskirche.

Geschichte

Die erste neuapostolische Gemeinde in Sambia (damals Nordrhodesien) wurde 1928 von George Mkandawire Henwood in Livingstone, Maramba gegründet. Nur ein Jahr später wird die Neuapostolische Kirche im damaligen Nordrhodesien staatlich anerkannt. 1932 fand der erste Gottesdienst eines neuapostolischen Apostels in Sambia statt. Dabei versiegelt Heinrich Franz Schlaphoff 244 Sambier und ordiniert George Henwood zum Gemeindeältesten.

Missionsbrüder Henwoods gründen noch im selben Jahr Gemeinden in ganz Sambia, darunter auch die Erste in Lusaka.

Apostel Schlaphoff wird 1934 zum Bezirksapostel für Nordrhodesien ordiniert. Neuapostolische Christen haben sich bis dato inzwischen bis in den Kupfergürtel (Copperbelt-Provinz) ausgebreitet. 1936 wird der Missionar Henwood zum Bezirksältesten ordiniert, in Lusaka betreut er zu dieser Zeit 120 neuapostolische Christen.

Erst 1943 weitet Henwood die Missionsarbeit auch auf Njassaland aus. Ein Jahr später wird auch dort die erste Gemeinde gegründet. In Barotseland (Westsambia) wird 1944 die erste neuapostolische Gemeinde gegründet. Bis 1948 verbreitet sich der neuapostolische Glaube auch zum Lozi-Volk und in die Sambesi-Provinz. 1950 beginnt die Neuapostolische Kirche auch noch in Chipata (Ostsambia) mit dem Aufbau.

Nach dem Zweiten Weltkrieg können erstmals wieder europäische Apostel der NAK, darunter auch Präsident der Kirche in Sambia, Heinrich Schlaphoff, Sambia aufsuchen. Schlaphoff teilt die Kirche Sambias in drei Ältestenbezirke (Livingstone, Lusaka, Ndola) ein und ordiniert Henwood am 11. Juni zum Bischof. 1952 werden in Lusaka, Ndola und Salisbury auch europäische Gemeinden gegründet. Die ersten beiden Apostel für den Bezirk Sambia (George Henwood und Hubert Fernandes) werden am 12. Dezember 1954 in Kapstadt ordiniert. Damit ist Henwood der erste dunkelhäutige Apostel in der Geschichte der Neuapostolischen Kirche.

Am 19. Oktober 1955 wird Hubert Fernandes zum Bezirksapostel und ersten Präsidenten der NAK Sambia ausgerufen. Noch im gleichen Jahr wird der spätere Bezirksapostel Mfune durch Henwood versiegelt.

1963 stirbt Henwood auf der Fahrt nach Salisbury an einer Herzembolie. Beigesetzt wird er am 19. Semtember in Choma. Ein Jahr später wird ein weiterer Apostel, Njamba, ordiniert. Stammapostel Walter Schmidt besucht 1965 als erstes Kirchenoberhaupt das Land Sambia. Neuer Bezirksapostel wird 1971 Andrew James Fernandes, dem zu Sambia nun auch neu Malawi in der Gebietskirche Sambia anvertraut wird. Bis zum folgenden Jahr baut er die Kirche in Sambia aus und führt Sonntagsschulen, Religionsunterricht und Chorarbeit ein. Sein Bruder und Bezirksapostel Hubert Fernandes, der bisher Simbabwe, Botswana und den Capri-Zipfel betreute, stirbt 1976. Dessen Betreuungsländer werden seinem Bruder überreicht. Somit umfasst die Gebietskirche Sambia zu diesem Zeitpunkt folgende Länder: Sambia, Malawi, Simbabwe, Botswana.

Vom 12. bis 18. November 1980 besucht Hans Urwyler als zweiter Stammapostel Sambia. Eine große Zentralkirche in Lusaka weiht er zwei Jahre später zum 50. Jubiläum der Gemeinde in dieser Stadt. 1986 hält er den ersten Entschlafenengottesdienst auf sambischem Boden. 1989 stirbt Andrew Fernandes im Alter von 72 Jahren. Sein Neffe und Bischof Anthony H. H. Fernandes wird Bezirksapostel für Simbabwe und Malawi, Duncan B. Mfunde für Sambia – der erste dunkelhäutige Bezirksapostel der NAK. Das Jahr 1989 spiegelt auch höchst Wachstum der Kirche in Sambia dar: Es werden 53.000 Sambier versiegelt. Die erste internationale Bezirksapostelversammlung in Sambia findet im April 1990 statt. 1991 werden 60.800 Sambier versiegelt, Ende des Jahres hat die Kirche in Sambia 624.000 Mitglieder.


Mitte der 1990er Jahre finden mehrere Gottesdienste des Stammapostels Richard Fehr in Sambia, Malawi und Simbabwe statt. Diese werden landesweit im öffentlichen TV ausgestrahlt. Auch Persönlichkeiten der Regierung treten immer öfter in amtlichen oder privaten Kontakt mit der Neuapostolischen Kirche.

Im Jahr 2000 werden eine große Zentralkirche in Lilongwe und ein Verwaltungsbüro für die Gebietskirche in Lusaka erbaut. Zum Ende des Jahres findet nochmals eine Bezirksapostelversammlung in Sambia statt, außerdem erreicht die Mitgliederzahl die Millionengrenze. 2005 kommt Bezirksapostel Mfune in den Ruhestand, seine Nachfolge tritt der bisherige Bezirksapostelhelfer Ndandula an.

Bezirksapostel in Sambia

  • Heinrich Schlaphoff (1934–1955)
  • Hubert Fernandes (1955–1971)
  • Andrew Fernandes (1971–1989)
  • Duncan B. Mfune (1989–2005)
  • Charles S. Ndandula (2005 bis heute)

Heutige Situation

Statistik (in Klammern Stand 2007, 2009 & März 2012) Stand 31.12.2015
Land Mitglieder Gemeinden Amtsträger (Stand 2007 und 2009) Stand März 2012
Sambia (1.301.098 / 1.349.241 / 1.208.801) 1.181.523 (6.057 / 7.254 / 7.264) 7.424 (26.881 / 28.210) 28.560
Malawi (210.487 / 221.594 / 214.931) 242.059 (1.825 / 1.825 / 1.833) 2.056 (4.903 / 5.186) 5.189
Simbabwe (13.150 / 13.247 / 11.793) 12.351 (113 / 115 / 115) 122 (353 / 422) 445


In Sambia sind derzeit fast 10% der Gesamtbevölkerung neuapostolische Christen. Zwischen 2001 und 2007 sind die Zahlen um etwa 300.000 Mitglieder gestiegen. Auch in Malawi sind die Zahlen ansteigend. Zwischen Juni 2001 und 2007 stieg die Zahl der Gläubigen um 47%. Aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate und zunehmenden politischen Spannungen sanken die Zahlen in Simbabwe während der letzten Jahre. Im Jahr 2001 lag die Mitgliederzahl noch über 18.000. Danach ist ein Rückgang der Mitgliederzahlen in allen drei Ländern zu verzeichnen; die Zahl der Gemeinden hingegen wuchs leicht, ebenso wie die Zahl der Amtsträger. Der Rückgang der Mitgliederzahlen hat sich in Sambia weiter fortgesetzt, wohingegen in Simbabe seit 2012 wieder ein leichter, in Malawi sogar ein recht kräftiger Wachstum eingesetzt hat.[1]

Henwood Foundation

Die Henwood Foundation ist eine von der NAK Sambia gegründete karitative Einrichtung.[1] Sie wird von Apostel Richard Luhanga geleitet. Die Mitglieder der Einrichtung wollen Armut und alle daraus resultierenden Folgen in Sambia bekämpfen. Wichtigste Tätigkeitsfelder sind: Schulausbildung, Gesundheit, Nahrungssicherheit und Behindertenunterstützung. Die Organisation unterstützt bestehende Schulen durch Modernisierung und Schülerbetreuung, insbesondere mit Spenden, und ruft auch eigene Lerncenter und Schulen ins Leben. Studenten werden ebenfalls fortlaufend auch mit Stipendien unterstützt. Andere Aktivitäten beziehen sich besonders auf AIDS-Aufklärung und Betroffenenunterstützung, Hilfe für Bauern in der Landwirtschaft und Behindertenheime sowie Bereitstellung von Geräten wie Rollstühlen an Behindertenhaushalte. Die Finanzierung läuft über Spenden der Kirche und Mitglieder der Foundation, die Öffentlichkeit und den Verkauf diverser Utensilien.

Literatur

  • Unsere Familie - Kalender 2003 (Spezialausgabe)

Weblinks


Verweise

  1. Website der Henwood Foundation