Neuapostolische Kirche Schleswig

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Neuapostolische Kirche Schleswig; Blick von der Callisenstraße (2017)

Die Neuapostolische Kirche in Schleswig wurde am 29. März 2011 eingeweiht und steht in der Callisenstraße 9, 24837 Schleswig. Seit dem 28. Juni 2012 gehört auch die Gemeinde Kropp zur Gemeinde Schleswig.

Geschichte der Gemeinde Schleswig

Aufnahme der Gemeinde Schleswig in die Neuapostolische Kirche im Hamburgischen Staatsgebiet

Noch vor der eigentlichen Gründung der Gemeinde Schleswig wurden in Jagel ab 1924 Gottesdienste bei den Eheleuten Tams gehalten. Allerdings erst dadurch, dass die Familie Held in Schleswig 1925 neuapostolisch wurde, konnte auch in Schleswig eine Gemeinde gegründet werden. Die Gottesdienste fanden zunächst alle 14 Tage in der Wohnung der Familie Held am Stadtfeld statt. 1926 war die Gemeinde kurzzeitig 26 Mitglieder stark, so dass Gottesdienste in der Gaststätte „Kleiner Baumhof“ am Gallberg stattfanden. Allerdings war Ende des Jahres durch Wegzug nur Familie Tams übrig geblieben. Der Schwiegersohn des Apostels Johannes Friedrich Lembke, Otto Philippsen, wurde im Jahre 1927 nach Schleswig versetzt. Kurze Zeit später kamen noch zwei neuapostolische Brüder hinzu. Eine neue Versammlungsstätte bot eine ehemalige Werkstatt auf dem Gelände der Domschule. Im Jahre 1929 zog Johannes Armonies von Flensburg nach Schleswig. Am 12. September 1930 hielt Apostel Lembke den ersten Gottesdienst mit Heiliger Versiegelung, in welchem Johannes Armonies das Unterdiakonenamt empfing. Im Jahre 1931 war die Gemeinde wieder auf 25 Seelen angewachsen, für welche ein geeigneter Raum in der ersten Etage im Hause Domziegelhof 2 gemietet wurde. 1934 wurde Schleswig Garnisonsstadt, wodurch die Gemeinde 60 Mitglieder stark wurde und auf den Hesterberg (Lollfuß 98a, Eingang Hesterberg) zog. Ein Chor konnte gegründet werden. Ab 1935 wurde die Gemeinde nicht mehr von Hirte Ahrenhold aus Flensburg, sondern durch Priester J. Armonies als Vorsteher geleitet. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges schrumpfte die Gemeinde wieder auf 20 Mitglieder und als neue Räumlichkeiten diente ein Raum im Guttemplerhaus im Hornbrunnen 20 in Schleswig-Friedrichsberg. Da die Guttempler-Loge es nicht mehr benötigte, konnte dieses Gebäude angemietet und als Kirchensaal hergerichtet werden. Der Saal mit doppelter Geschoßhöhe fasste rund 100 Besucher. Nach dem Krieg stieg die Zahl der Mitglieder sprunghaft aufgrund des Flüchtlingstroms auf 100 Mitglieder an. Weitere Gemeinden in der Umgebung wurden gegründet (s.u.) Dennoch war bis 1950 die Gemeinde auf 200 Mitglieder angewachsen, so dass die Gemeinde aufgeteilt wurde in Schleswig-Friedrichsberg (weiterhin im Guttemplerhaus) und die Gemeinde Schleswig-Altstadt, die sich im Musikraum der Domschule versammelte. Größere Gottesdienste mit beiden Gemeinden fanden in der Aula der Domschule statt Die neue Kirche wurde 1959 geweiht und der Bezirksevangelist Kurt Andrich durch Bezirksapostel Karl Weinmann zum Vorsteher gesetzt. Ab diesem Zeitpunkt waren beide Schleswiger Gemeinden wieder vereinigt. Der angemietete Saal im Guttempler-Haus wurde vom Eigentümer daraufhin zu weiteren Wohnungen umgebaut.

Weitere Gemeinden: Tolk/ Böklund, Kropp

In der Nachkriegszeit wurden aufgrund der vielen Flüchtlinge weitere Gemeinden in der Umgebung gegründet. Außer in Tolk, wo die Gemeinde zwischenzeitlich 60 Seelen ausmachte, bildeten sich weitere kleinere Gemeinden in Kropp, Taarstedt, Silberstedt, Jübek, Fahrdorf und Geltorf bzw. Esprehm, die alle von Schleswig aus betreut wurden, bis sie in den folgenden Jahren aufgrund der Umsiedlungswellen nacheinander wieder aufgelöst werden mussten.

Die Gemeinde Tolk zog im Jahr 1985 nach Böklund um, wo ein Gebäude gemietet und umgebaut wurde. 1999 wurde Böklund in die Gemeinde Schleswig eingegliedert.

In Kropp wurden nach 20 Jahren ab April 1977 wieder Gottesdienste abgehalten. Die Gottesdienste fanden im Rathaus und in der Kropper Schule statt. 1985 erhielt die Gemeinde dann im Buchenring 7 eine eigenes Kirchengebäude und wurde selbständig. Während der 1980er wurde in dem nur wenige Kilometer entfernt liegenden Owschlag auf Anregung von Bezirksapostel Günter Knobloch die Gründung einer Gemeinde betrieben. Diese erwies sich als nicht dauerhaft, da sie auch einen großen Aderlass für die noch junge Gemeinde Kropp bedeutet hätte. Dem langjährigen Vorsteher Eberhard Wey folgte im Jahr 2005 Sönke Holst. 2012 fusionierte die Gemeinde wieder mit der Schleswiger Gemeinde.

Kirchengebäude

Schleswig alt

1959, zur Hochblüte der Botschaftszeit, wurde die neuerbaute Kirche in der Callisenstraße 9 geweiht. Der Baustil ist für die damalige Zeit typisch. Ein schlichter, aber durchaus eleganter roter Backsteinbau mit schmalen weißen Fensterrahmen und schlichtem weißen Kreuz an der Giebelfront, sowie an der zum Wasser und der Stadt zugeneigten Seite wurde vom Architekten Niehaus geplant. 1967 erfolgte ein Um- und Renovierungsbau der Kirche. Die Wohnung des Vorstehers wurde erweitert, das Ämterzimmer erhielt eine Toilette, im Kirchenschiff wurde ein neuer Fußbodenbelag verlegt. Anstelle einzelner Gasöfen wurde zudem eine zentrale Ölfeuerungsanlage eingebaut. Eine grundlegende Veränderung ergab die Renovierung im Jahr 1983. In Inneren wurde die Möblierung durch Mahagoni-Möbel ersetzt. Bis auf die Fenster zur Wasserseite erhielten alle Fenster Sicherheitsglas und neue dunkle Holzrahmen. Ein Anbau mit Kupfergesims 1986 anstelle der dem Eingang vorgelagerten Terrasse gestaltete das Foyer neu. Das Gebäude verlor die schlichte Eleganz der späten 1950er Jahre und erhielt einen typischen massiver wirkenden Charakter der 1980er. Im Frühjahr 1999 änderte sich erneut das Aussehen der Kirche: Ein Dachreiter, der vormals die Kirche in Westerland krönte, wurde montiert und machte nun das Gebäude als Kirche deutlich erkennbar. Grundwasser beschädigte das Gebäude so stark, dass es 2009 abgerissen wurde. Während der Zeit des Neubaus fanden die Gottesdienste im evangelischen Gemeindezentrum Michaelis-Süd (Stadtweg 86) statt.

Kropp alt

Die ehemalige neuapostolische Kirche ist in der für Norddeutschland typischen sechseckigen Fertigbauweise durch die Firma Nordmarkhaus erstellt worden. (Ähnliche Bauten wurden in den 1980ern im Apostelbereich Hamburg, z.B. in Wyk und Flensburg-Mürwik, und in den 1990ern auch in den neuen Bundesländern für die NAK gebaut.) Außen mit rotem Backstein verklinkert, dominierte im Inneren gelber Klinker. Die Innenmöblierung ähnelte derjenigen der alten Schleswiger Kirche in Mahagoni. Um den Kirchensaal herum gruppierten sich die sanitären Räume, eine Sakristei und nach einer Erweiterung und Sanierung noch zwei weitere Räume. Nach der Profanierung wurde das Gebäude zu einer Begegnungsstätte für Senioren umgebaut („Klöndeel Kropp“).

Schleswig neu

Die am 29. März 2011 eingeweihte Kirche hat die Form eines Fisches, des frühchristlichen Symboles. Nach Plänen des Architekten G. Fink entstand ein moderner Bau, der zur Straßenseite hin ebenerdig und zur Wasserseite (Schlei) auf Stützen gebaut ist. Dies bietet zusätzliche Park- bzw. Veranstaltungsfläche und soll vor allem erneuten Grundwasserschäden vorbeugen. Der Kirchensaal ist durch seine graue Verkleidung farblich vom Rest des Gebäudes abgesetzt. Über ein Foyer sind die weiteren Gemeinderäume mit ihm verbunden und können durch flexible Wände unterschiedlich genutzt werden. Die verwendeten Materialien und Farben sollen bewusst die norddeutsche Umgebung widerspiegeln. Ein weiteres gestalterisches Element sind Psalmworte auf den Fensterscheiben. Am Altar ist die Kombination von Ambo (Eiche) und Abendmahlstisch (Stuckmarmor) erkennbar. Ein schlichtes Eichenkreuz an der Rückwand kennzeichnet den Altarraum als sakralen Ort und kann durch die Fenster vom gegenüberliegenden Ufer gesehen werden. Einen Bericht über den Abriss und den Neubau der Kirche findet sich auf alte-schleihalle.de.

Vorsteher der Gemeinde

  • 1924 bis 1935 Hirte Hermann Ahrenhold - Flensburg
  • 1935 bis 1955 Priester/ Evangelist/ Bezirksevangelist Johannes Armonies
  • 1955 bis 1959 Priester Stefan Becker (Gemeinde Schleswig-Altstadt)
  • 1950 bis 1959 Priester Emil Weber für die Gemeinde Schleswig - Friedrichsberg
  • 1959 bis 1977 Bezirksevangelist Kurt Andrich
  • 1977 bis 2001 Hirte Hans Ulrich Friede
  • 2001 bis 2012 Hirte Karl-Heinz Jacobi
  • 2012 ab 28. Juni Hirte Sönke Holst

Weblinks

http://www.nak-schleswig.de/