Priester

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Der Priester ist im Christentum, ähnlich wie in vielen anderen Religionen eine Amtsperson der Religionsausübung. Das genaue Verständnis der dem Priester innewohnenden religiösen Kraft, bzw. seiner Mittlerrolle, unterscheidet sich zwischen den christlichen (auch zwischen den verschiedenen apostolischen) Bekenntnissen.

Das deutsche Wort Priester stammt vom griechischen πρεσβύτερος, presbyteros, „Ältester“. Das Wort Presbyter ist in vielen europäischen Sprachen davon abgeleitet. Andere Sprachen entnehmen das Wort dem Bedeutungsfeld von griech. ἱερος, hieros — „heilig, geweiht“ und (lat.: Sacerdos) – „Priester“.

Priester in den katholisch-apostolischen Gemeinden

Katholisch-apostolischer Priester mit Albe und Kasel

Die katholisch-apostolischen Gemeinden kannten die Unterscheidung zwischen Priestern und Ältesten nicht. Alle Priester waren Älteste und alle Älteste Priester. Jedoch kannte die kirchliche Lehre eine Zuweisung zu einem Amtscharakter: Ältester, Prophet, Evangelist und Hirte. Es wurde angestrebt, dass in jeder Gemeinde 24 Priester tätig wurden, je sechs zu jedem Amtscharakter.

Priester in der Neuapostolischen Kirche

Allgemein

Der Priester ist die niedrigste Weihestufe der priesterlichen Ämter. Mit der Ordination zum Priester wird die Vollmacht verliehen, im Auftrag des Apostels Sünden zu vergeben, das Heilige Abendmahl zu feiern und im Auftrag der Kirche die Heilige Taufe zu spenden. Ein Priester leitet in der Regel einen Gottesdienst, predigt und versorgt seelsorgerisch die ihm zugeteilten Gemeindemitglieder. Sind in einer Gemeinde mehrere priesterliche Ämter vorhanden, werden oftmals mehrere Seelsorgebezirke, sog. Priesterbezirke, eingerichtet. Das Priesteramt ist, wie alle ordinierten Ämter, Männern vorbehalten.

weitere priesterliche Ämter

Zu den priesterlichen Ämtern zählt die Neuapostolische Kirche neben dem Priester die Ämter des (Gemeinde-)Evangelisten, Hirten, Gemeindeältesten, Bezirksevangelisten, Bezirksältesten und des Bischofs.

Priester in der Vereinigung Apostolischer Gemeinschaften

Die alttestamentliche Bezeichnung Priester, als Mittler zwischen Gott und Mensch, kommt im Neuen Testament ausschließlich Jesus Christus als "Hohem Priester" zu. Folglich findet sich im Neuen Testament keine Bezeichnung der Dienste und Ämter als Priester. Jedoch entwickelte sich bereits früh eine Dreiteilung der geistlichen Ämter in Diakon, Presbyter (=Ältester) und Bischof. Die Presbyter, die später dann auch als Priester bezeichnet wurden, haben dabei keine Mittlerrolle sondern den sichtbaren und durch Ordination übertragenen Auftrag die Sakramente (Taufe, Abendmahl und Versiegelung) feiern zu dürfen.

Auch in der heutigen Vereinigung Apostolischer Gemeinschaften kommt den ordinierten priesterlichen Diensten (Priester, Hirte, Evangelist, Ältester, Bischof und Apostel) die Aufgabe der Sakramentsfeier für alle drei Sakramente zu. Andere Aufgaben sind Seelsorge, Lehre und Verkündigung, Gemeindeleitung und Segenshandlungen.

Wie in den urchristlichen Gemeinden versteht die VAG die Aufteilung des Dienstes nicht als Hierarchie sondern als gabenorientierte Mitarbeit. In diesem Sinne wird bei den Aufgaben der Presbyter in apostolischen Gemeinden zwischen dem Dienst des Priesters als Dienst für einzelne Gemeinden oder Gemeindeteile und dem Dienst des Ältesten als Bezirksverantwortlicher unterschieden.[1]

Seit 2003 ist die Frauenordination eingeführt und so können der Diakonat und die priesterlichen Dienste gleichermaßen von Frauen und Männern ausgeübt werden. Aktuell (Stand 11/2013) dienen in Deutschland vier Frauen als Priesterinnen und in den Niederlanden eine Frau als Hirtin.

  1. Gemeinde- und Gottesdienstordnung für die VAG Europas, Januar 2012