Welt

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Die Welt als Schemel Gottes in der Vorstellung von Stephanus (Darstellung von Julius Schnorr von Carolsfeld (© Public Domain))

Welt bezeichnet die Gesamtheit der bewohnten Erde. Der Begriff Welt ist vor allem in der Theologie ein fester Begriff für den Gegensatz des vom Mensch geschaffenen zum Göttlichen.

Deutung

Im Christentum bezeichnet Welt die Gesamtheit der Menschen und natürlichen wie übernatürlichen Mächte, die dem Willen Gottes entgegenstehen. Dieses Verständnis führt daher in dem Sinne zum Bruch mit der Welt, dass Gottes Wille in allen Dingen maßgeblich wird, anderseits zu einem Eigenwert der Welt als von Gott gemachter, jedoch sündig gewordener Schöpfung. Oft wird in der Theologie auch die Formulierung weltlich gebraucht, d.h. im Sinne des zeitlich Irdischen, Säkularen, Materiellen, Profanen im Unterschied zum Göttlichen, Heiligen und Ewigen. Als Erlöser der Welt von Sünde, Tod und Hölle ist Jesus Christus nach biblischer Lehre das Ziel der Bestimmung jedes Menschen und der ganzen Geschichte. Alle Sünden, besonders hervorgehoben der Ungehorsam gegen Gottes Weisung, die Lüge, die Habgier, der Götzendienst, der Okkultismus jeder Form, die fehlgeleitete Sexualität, zählen im Christentum zum Bereich des Weltlichen, das der Gläubige durch die Hinwendung zu Jesus Christus, das Empfangen der aus verdienstloser göttlicher Gnade geschenkten Seligkeit zu überwinden habe. Die Apokalypse ist in der christlichen Eschatologie das durch Gott während des Jüngsten Gerichts herbeigeführte Ende der Welt und der Anfang des vollendeten Gottesreichs.

Apostolische Bewegung

In der apostolischen Bewegung haben sich im Laufe der Zeit zwei verschiedene Weltsichten entwickelt. Grob kann man von zwei Strömungen sprechen.

Orthodox-apostolisch

Die Welt ist, was nicht Gott ist. Die Welt ist die Schöpfung, auch die unsichtbare, das Universum, die Erde, letztlich die Lebenswelt der Menschen, wie sie sich der menschlichen Beobachtung zu allen Zeiten darbietet. Hier ist besteht ein Zwiespalt, da einerseits die Welt Gottes Schöpfung ist, aber andererseits durch Sünde und Satan verderbt ist. Die verderbte Schöpfung sehnt sich nach der Erlösung, welche aber erst durch die endzeitlichen Heilsereignisse eintreten wird.

Solange dies nicht eingetreten ist, ist der Gläubige aufgefordert, sich mehr oder weniger von der Welt - oder zumindest ihrer verderbten Seite- zu distanzieren.

Häufig werden entsprechend mit dem Begriff vor allem die aus christlicher Sicht negativen Konnotationen des alltäglichen Lebens verbunden, wie der Hang des Menschen zur Sünde und seine Neigung, Krieg zu führen und im Unfrieden miteinander zu leben. Teilweise folgt aus dieser Weltsicht eine Distanz zur Gesellschaft, die bisweilen auch Züge von Isolation trägt.

In den apostolischen Gemeinschaften kursiert zum Begriff der Welt ein Akrostichon, bei dem die Buchstaben des Wortes mit den Begriffen "Wehe, Elend, Leid und Tod" dargestellt werden. Diese wenig reflektierte Beschreibung des christlichen Umfeldes führte in den letzten Jahren zu deutlicher Kritik.

Diese orthodox-apostolische Weltsicht findet sich - in unterschiedlichen Nuancen- u.a. in den katholisch-apostolischen Gemeinden, den neo-katholisch-apostolischen Kreisen, den hersteld-apostolischen Kirchen (HAZK II, HAZK - stam Juda), den Gemeinschaften der VAG und der Neuapostolischen Kirche.

präsentisch-apostolisch

Insbesondere die apostolischen Gemeinschaften, welche nicht an eine Wiederkunft Christi glauben oder diese als schon vollzogen ansehen, ist die Weltsich unter einem anderen Blickwinkel zu sehen. Oftmals wird hier dem Begriff Welt weniger der Begriff der Gottferne oder Verderbtheit zugeordnet. Vielmehr wird klassischerweise die Schöpfung dort, wo das Apostelamt gegenwärtig ist, schon in einem gewissen Grad der Erlösung zugewiesen. Oftmals ist auch hiermit der Auftrag an den Gläubigen verbunden an der Neugestaltung der Welt mitzuwirken.

Sehr ausgepägt ist dieser Zug in der Apostolisch Genootschap, die auf Grund ihres Gottesbildes auch Gott in der Welt verwirklicht sieht. Hier steht ganz besonders der Anspruch im Mittelpunkt, an der Welt mitzuarbeiten um sie zu gestalten. Dies wird auch deutlich an dem Motto der ApGen: "in liefde werken aan een menswaardige wereld" (in Liebe an einer menschenwürdigen Welt arbeiten).

Diese präsentisch-apostolische Weltsicht findet sich - in unterschiedlichen Nuancen- u.a. in der Apostolisch Genootschap, dem Apostelamt Juda, dem Apostelamt Jesu Christi, u.a.