Luise Siegle

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Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln wird an das Schicksal der Menschen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Luise Siegle wurde am 26. Mai 1894 in Stendal, Sachsen-Anhalt, geboren. Ihren Vater hatte sie nie kennengelernt. Das Mädchen wuchs mit mehreren Stiefgeschwistern auf. Die Familie wohnte in Stuttgart-Süd in der Möhringer Straße 30, wo am 4. März 2022 ein Stolperstein verlegt wurde [1].

Luise Siegle (1894-1940) wuchs in Stuttgart auf und arbeitete als Näherin, bevor sie 1933 aufgrund von Schizophrenie und epileptischen Anfällen in die Heilanstalt Weissenau eingewiesen wurde. Trotz zeitweiser Besserung durch Handarbeiten verschlechterte sich ihr Zustand stetig. Am 1. August 1940 wurde sie im Alter von 46 Jahren im Rahmen der „Aktion T4“ nach Grafeneck deportiert und dort ermordet.

Weitere Details zu ihrem Schicksal finden man im Gedenkbuch des Bundesarchivs oder in der Dokumentation der Gedenkstätte Grafeneck.

Empfohlene Literatur

Karl-Peter Krauss: „Vom Altar nach Auschwitz: Neuapostolische Christen jüdischer Herkunft“, in: Karl-Peter Krauss: Inszenierte Loyalitäten? – Die Neuapostolische Kirche in der NS-Zeit, Berlin 2020, S. 229-360)

In diesem Kapitel beschäftigt sich Krauss mit Ernst Kaufmann (1876-1955), Harry Fränkel (1882-1942), Helene Wöhr (1915-1942), Simon Peritz (1884-1972), Simon Leinmann (1904-1990), Hermann Glück (1901-1969)

Karl-Peter Krauss: Dem Vergessen entrissen – Der „Ostjude“ Simon Leinmann und die Neuapostolische Kirche, Böhlau, 2024