Simon Peritz

Aus APWiki

Simon Peritz (1884–1972) war ein deutscher Christ jüdischer Herkunft, der als Überlebender der Shoah bekannt ist. Hier sind die wichtigsten Fakten zu seinem Leben:

Verfolgung im Nationalsozialismus:

Peritz lebte während der NS-Zeit in Stuttgart. Er überlebte den Holocaust zunächst durch den Schutz einer sogenannten „privilegierten Mischehe“, da er mit einer christlichen („arischen“) Frau verheiratet war.

Deportation:

Trotz dieses Status wurde er schließlich doch deportiert, überlebte jedoch die Zeit im Lager.

Religiöse Bindung:

Er war Mitglied der Neuapostolischen Kirche. Nach dem Krieg berichtete er dankbar über die Unterstützung durch Gemeindemitglieder und Amtsträger, die seine Familie während der Verfolgung mit Geld, Lebensmitteln und Trost versorgt hatten.

Treue Menschen, insbesondere der Vorsteher der neuapostolischen Kirche, reichten uns liebevoll und hilfreich die Hände“, erklärte Simon Peritz am 20. Juli 1945. Seiner Frau wurde „in dieser schweren Notzeit“ nach seiner Deportation „auch finanzielle Unterstützung zuteil[1].

Empfohlene Literatur

Karl-Peter Krauss: „Vom Altar nach Auschwitz: Neuapostolische Christen jüdischer Herkunft“, in: Karl-Peter Krauss: Inszenierte Loyalitäten? – Die Neuapostolische Kirche in der NS-Zeit, Berlin 2020, S. 229-360)

In diesem Kapitel beschäftigt sich Krauss mit Ernst Kaufmann (1876-1955), Harry Fränkel (1882-1942), Helene Wöhr (1915-1942), Simon Peritz (1884-1972), Simon Leinmann (1904-1990), Hermann Glück (1901-1969).

Karl-Peter Krauss: Dem Vergessen entrissen – Der „Ostjude“ Simon Leinmann und die Neuapostolische Kirche, Böhlau, 2024