Josefine und Hermann Glück
Am 9. Juni 2021 begingen Stuttgarter Bürger und hochrangige Vertreter der Neuapostolischen Kirche den neu eröffneten „Stolperstein-Weg“ in der Stuttgarter Innenstadt. Anlass war die Verlegung von sieben neuen Gedenksteinen durch den Künstler Gunter Demnig.
Die Gruppe hielt dabei an drei Stationen inne, um gezielt neuapostolische Mitglieder wie Hans Karl Perlen, Klara Hübner sowie Josefine und Hermann Glück [1] zu ehren, die während der NS-Diktatur ermordet wurden.
Josefine Glück
Vor der Heusteigstraße 73 erinnern Stolpersteine an Josefine Glück (1872-1943) und ihren Sohn Hermann (1901-1969). Die Jüdin Josefine Glück, Mitglied der Neuapostolischen Kirche, wurde 1942 über mehrere Zwischenstationen nach Theresienstadt deportiert, wo sie 1943 verstarb.
Hermann Glück
Ihr Sohn Hermann, ein neuapostolischer Seelsorger und IHK-Beamter, galt als „Mischling ersten Grades“. Er überlebte schwer krankt den Zwangsarbeitseinsatz bei der Organisation Todt und verstarb 1969 an den Spätfolgen. Er hinterließ Zeugnisse über die große Unterstützung, die er während der Verfolgung durch seine Kirchengemeinde erfahren hatte.
Details zu ihren Biografien bietet die Stolperstein-Initiative Stuttgart sowie das Gedenkbuch des Bundesarchivs.
Empfohlene Literatur
Karl-Peter Krauss: „Vom Altar nach Auschwitz: Neuapostolische Christen jüdischer Herkunft“, in: Karl-Peter Krauss: Inszenierte Loyalitäten? – Die Neuapostolische Kirche in der NS-Zeit, Berlin 2020, S. 229-360)
In diesem Kapitel beschäftigt sich Krauss mit Ernst Kaufmann (1876-1955), Harry Fränkel (1882-1942), Helene Wöhr (1915-1942), Simon Peritz (1884-1972), Simon Leinmann (1904-1990), Hermann Glück (1901-1969).
Karl-Peter Krauss: Dem Vergessen entrissen – Der „Ostjude“ Simon Leinmann und die Neuapostolische Kirche, Böhlau, 2024
