Hans Karl und Fanny Perlen
Am 9. Juni 2021 erweiterte der Künstler Gunter Demnig das Gedenken in Stuttgart um sieben weitere „Stolpersteine“.
Seit dem Start seines Projekts im Jahr 1992 hat er bereits rund 90.000 dieser Mahnmale in ganz Europa platziert. Sie dienen dazu, die Erinnerung an jene Menschen wachzuhalten, die während der NS-Gewaltherrschaft verfolgt, entrechtet, deportiert, ermordet oder in den Freitod getrieben wurden.
Hans Karl Perlen
An der Silberburgstraße 88 in Stuttgart erinnert ein Stolperstein an den 1891 in Stuttgart geborenen Hans Karl Perlen (1891-1944). Der aus einer angesehenen jüdischen Familie stammende Perlen verlor 1936 seinen Beruf und wurde 1938 wegen „Rassenschande“ zu Zuchthaus verurteilt; sein Vermögen wurde von der Gestapo beschlagnahmt. Nach Deportationen nach Auschwitz und Warschau starb er 1944 im KZ an Flecktyphus [1].
Fanny Perlen
Seine geschiedene Ehefrau, die neuapostolische Fanny Perlen, wurde 1941 nach Riga deportiert und dort ermordet. Ihr gemeinsamer Sohn konnte rechtzeitig in die Schweiz und später nach Amerika entkommen.
Weitere Informationen zu den Biografien findet man bei der Stolperstein-Initiative Stuttgart.
Empfohlene Literatur
A) Karl-Peter Krauss: „Vom Altar nach Auschwitz: Neuapostolische Christen jüdischer Herkunft“, in: Karl-Peter Krauss: Inszenierte Loyalitäten? – Die Neuapostolische Kirche in der NS-Zeit, Berlin 2020, S. 229-360)
In diesem Kapitel beschäftigt sich Krauss mit Ernst Kaufmann (1876-1955), Harry Fränkel (1882-1942), Helene Wöhr (1915-1942), Simon Peritz (1884-1972), Simon Leinmann (1904-1990), Hermann Glück (1901-1969).
B) Karl-Peter Krauss: Dem Vergessen entrissen – Der „Ostjude“ Simon Leinmann und die Neuapostolische Kirche, Böhlau, 2024
