Zeit der Stille

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Als Zeit der Stille wird in der Lehre der katholisch-apostolischen Gemeinden der Zeitabschnitt der Kirchengeschichte bezeichnet, der sich zwischen Februar 1901 (dem Tod des letzten Apostels Woodhouse) und dem Zeitpunkt der Errichtung des Werkes der Siebzig erstreckt.

Zeitabschnitte in der katholisch-apostolischen Lehre

Es gibt nach dem heutigen katholisch-apostolischen Verständnis im Werk des Herrn drei Stadien/Zeitabschnitte und zwei Werke. Diese Einteilungen entstanden selbstverständlich erst nach 1901.

  • Das Werk der Zwölf beinhaltet den ersten Zeitabschnitt im Werk des Herrn, es wird auch als Werk unter Aposteln bezeichnet und liegt zeitlich zwischen Juli 1835 und Februar 1901.
  • Die hier näher zu beschreibende Zeit der Stille beinhaltet die beiden Zeitabschnitte zwischen Februar 1901 und November 1960 (Tod des letzten Engels Carl Schrey) und November 1960 bis zum Zeitpunkt der Errichtung des Werkes der Siebzig.
  • Das Werk der Siebzig (Die zwei Zeugen) ist ein zukünftiges, noch aufzurichtendes Werk und damit ein zukünftiger Zeitabschnitt.

Die Zeit der Stille

Die Zeit der Stille wird in den zweiten und dritten Zeitabschnitt unterteilt. Der Begriff selbst bezieht sich auf die bekannte Stelle aus Offenbarung 8, 1: "Und als das Lamm das siebente Siegel auftat, entstand eine Zeit der Stille im Himmel etwa eine halbe Stunde lang."

Damit ist die Stille der Beginn des Endes, aber nicht das Ende des Werkes des Herrn, sondern nur der Beginn des Endes. Damit wird erklärt, dass theologische Erkenntnisse, die sich aus dem Begriff der Zeit der Stille ergeben, auch Rückschlüsse auf die gesamte Lehre der katholisch-apostolischen Gemeinden erlauben, auch auf die Zeit unter Aposteln. Weiterhin soll, so Bezirksevangelist A. Valentin, die Gemeinde lernen, der ganzen Kirche im Bekenntnis der großen, gemeinsamen Schuld vorauszugehen.

Zweites Stadium im Werk des Herrn

Februar 1901 - November 1960

Erster Teil

Von 3. Februar 1901, mit dem Tod des letzten Apostel Francis Valentine Woodhouse beginnt das zweite Stadium. Es ist gekennzeichnet durch das Hervortreten der Koadjutoren mit den Erzengel. Der erste Teil endet mit dem Tod des letzten Koadjutoren Edward Heath am 29. August 1929.

Die beiden letzte Koadjutoren Edward Heath und Isaac Capadose verrichteten bereits 1899 die komplette apostolische Arbeit, da Woodhouse dazu zu schwach war. Weissagungen hatten schon Jahre zuvor die Koadjutoren gewarnt, dass sie in einem Augenblick die Last und Sorge für die Gemeinden übernehmen sollten. Ebenso plötzlich geschah es mit dem Tod Woodhouse.

Man erkannte, dass man sich auch darinnen geirrt hatte, dass die meisten verwandelt werden am Tage des Herrn. Doch, so in einer Predigt 1902, "der Herr bringt uns zum Bewusstsein, dass wir nach der Auferstehung von den Toten auszuschauen haben. Es gibt keinen andern Weg zu der Herrlichkeit der Auferstehung als durch den Tod. Denn selbst die, welche in einem Augenblick verwandelt werden sollen, müssen zuerst durch den geistlichen Tod ihres eigenen Selbst gehen."

Konsequenzen

  • Die Koadjutoren sprachen nun nicht mehr zur Allgemeinen Kirche, sondern nur noch zu den Gemeinden, da das Apostelamt fehlte - sie waren nun allein die Führer der Gemeinden.
  • Die Koadjutoren sahen auch keine Legitimation, dass sie neue Ämter einsetzen oder bestehende Ämter in ihrer Amtsstufe erhöhen könnten. (auch Diakone!)
  • Zu dieser Zeit hörte auch die Evangelisationstätigkeit auf, da die Ämter der Allgemeinen Kirche fehlten. Das hatte zum Umkehrschluss, dass keine neuen Gemeindemitglieder aus der Allg. Kirche aufgenommen werden konnte.
  • Ebenso entfiel die Heilige Versiegelung sowie die vierwöchentliche Versammlung der sieben Gemeinden zu London unter der Leitung eines Apostels.
  • Der tägliche Morgens- und Abenddienst wurde ab sofort ohne Fürbittteil nach einer kürzeren Ordnung gehalten.
  • Die heilige Eucharistie wurde in gekürzter Form gefeiert, die Darbringung des Weihrauchs entfiel, das Rauchfass blieb unbenutzt. Die Morgenkommunion wurde eingestellt.
  • Der siebenarmige Leuchter wurde nicht mehr angezündet.
  • Der liturgische Dienst nach dem Sonntags-Vormittagsdienst bei der Entfernung des hl. Sakramentes aus dem Tabernakel; es wurde jetzt wieder – wie vor 1868 – stillschweigend in die Sakristei getragen

weitere Ereignisse

  • Vom 8. Juli 1902 bis 14. Juli 1902 fanden täglich zum Abend aufgrund einer Weissagung ein Bußgottesdienst statt.
  • 24. Juli 1903 - zwei Erzengel wurden zu den Hauptgemeinden entsandt, um diese auf deren Funktion als Schatzkammer vorzubereiten
  • 19. März 1906 - das erste Mal entfällt die Versammlung der sieben Gemeinden in London
  • August 1906 - Koadjutor Capadose kann Aufgrund einer Lähmung bis zu seinem Tode 1920 nicht mehr an den Altar treten.
  • 24. November 1908 - letzte Versammlung der sieben Gemeinden in London.
  • 29. November 1908 - der Tod eines Engels aus der Einheit der Sieben Gemeinden, damit Unterbrechung der siebenfahcen Einheit
  • Mai 1909 - Ratsversammlung entscheidet sich gegen weitere Dienste der Demütigung.
  • 16. April 1914 - letzte Ratsversammlung in Albury unter den beiden Koadjutoren.
  • Dezember 1914 - letzte Konferenz der in Albury wohnenden Diener der Allg. Kirche.
  • 1915 - Weissagungen über die baldige Hinwegnahme der Koadjutoren.
  • 27. Juni 1916 - letzter Dienst an einem vierten Dienstag.
  • 1920 - Weitere Einschränkungen der verschiedenen Dienste in Albury.
  • 13. Oktober 1920 - Der vorletzte Koadjutor Capadose stirbt.
  • 1922 - Auflösung der Gemeinde Westminster und damit Auflösung der Siebenzahl der Sieben Gemeinden in London.
  • 14. Juli 1929 - Letzte Predigt des letzten Koadjutoren Heath.
  • 29. August 1929 - Der letzte Koadjutor stirbt und damit Ende des ersten Teils des zweiten Stadiums.

Zweiter Teil

Der zweite Teil, die Gemeinden unter Engeln, beginnt am 30. August 1929, nach dem Tod des letzten Koadjutoren, und endet am 3. November 1960 mit dem Tod des letzten Engels Carl Schrey.

weitere Ereignisse

  • 27. Juni 1930 - Der Engel Georg Velden stirbt, damit ist das Engelamt in Albury erloschen.
  • 28. Februar 1931 - Mit Erzengel Ludwig Albrecht verstirbt der letzte Erzengel der Allgemeinen Kirche im Alter von 69 Jahren.
  • 31. Juli 1934 - Die Zentralgemeinde in London verliert das Prophetenamt mit dem Tod von Richard S. Smith.
  • von 1940 bis 1945 werden viele Kirchen durch die Angriffe im zweitem Weltkrieg zerstört.
  • 26. Juli 1944 - letzte Feier der Heiligen Eucharistie in Albury.
  • 21. Mai 1954 - Zudecken des Altars in der Zentralgemeinde in London, da der letzte Vorsteher und Priester Herbert Furnell Laugthon am 6. Januar 1954 verstorben ist.
  • 15. Oktober 1956 - Richtlinien für die Dienste durch die Diakone werden herausgegeben.
  • 15. August 1960 - Der letzte Priester auf dem europäischen Festland, Evangelist Friedrich Gommel, stirbt.
  • 3. November 1960 - Der letzte Engel Karl Schrey stirb im Alter von 91 Jahren, damit endet das zweite Stadium.

Aufgabe der Ämter im zweiten Stadium

Durch das fehlende Apostelamt gab es keine Sammlung weiterer Gläubiger aus den Teilen der Kirche. Die Hauptarbeit in jener Zeit lag darin die Ordnung der Erzengelschaft in den zwölf Stämmen zu gewährleisten und die Gemeinden, welche unter den Aposteln gesammelt wurden zur Demütigung zu führen.

Drittes Stadium im Werke des Herrn

Mit dem Tod des letzten Engels im November 1960 beginnt die weitere Hinwegnahme der Ordnungen, Dienste und der Ämter. Auch jetzt gibt es keine Sammlung weiterer Gläubiger mehr. Es ist die Zeit der Buße für die ganze Kirche.

Zum Beginn des dritten Stadiums leben noch sieben Diakone (vier in Norddeutschland, einer in Süddeutschland und zwei in Dänemark). Kurz nach dem Tod des letzten Engels stirbt auch der letzte Priester in Schottland, James S. Heath, Sohn des verstorbenen Koadjutoren.

Mit dem Tod des letzten Dieners der KAG tritt die Zeit der Stille in eine neue Epoche ein. Die Gemeinden versammeln sich weiter. Kinder von KAG-Familien werden zumeist evangelisch getauft (einige Gemeinden ziehen es jedoch vor, Kinder von Laienhelfern inder KAG zu taufen) und wachsen in der KAG-Lehre auf. Vereinzelte Gemeinden lösen sich auf, Kirchen werden verkauft oder weiter vermietet.

weitere Ereignisse

  • Mai 1961 - Nur noch ein Priester in London.
  • 16. Februar 1963 - Der letzte Diakon in Süddeutschland/Österreich stirbt.
  • 18. Oktober 1970 - Der letzte Diakon auf dem europäischen Festland stirbt.
  • 8. November 1970 - Der vorletzte Priester der KAG stirbt.
  • 25. Dezember 1970 - Letztes Abendmahl in der KAG (Paddington).
  • 3. Februar 1971 - Letzter Diakon in Europa stirbt.
  • 16. Februar 1971 - Der letzte Priester der KAG stirbt.
  • 15. September 1971 - Der vorletzte Diakon der KAG stirbt.
  • 25. Juni 1972 - Der letzte Diener der KAG, der Diakon C. W. Leacock aus Sydney stirbt.

Quellen

Literatur

  • "Die Zeit der Stille" von Peter Sgotzai, Beerfelden, Januar 2005

Weblinks