Altar

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Blockaltar in der NAK Dessau
moderner Blockaltar in Berlin-Zehlendorf
Moderner Blockaltar mit Platte NAK Hagen-Wehringhausen
Stufenaltar
Blockaltar in U-Form
Blockaltar mit Platte
Altar NAK Dessau vor 1945

Der Altar steht im direkten Blickpunkt des Kirchenschiffs . Der Altar ist keine christliche Erfindung, sondern diente bereits im Altertum der Verehrung von Göttern. Der Name Altar kommt sowohl aus dem griechischen βωμός, als auch aus dem Lateinischen Begriff ara und bedeutet soviel wie Opferstätte.

Der Altar in der Antike

Die älteste Bauweise eines Altars in der Antike war der Plattenaltar auf dem Gaben an Götter abgegeben wurden. Auch Götzen wie Baal wurden durch solche Altäre geehrt. Einer der eindruckvollsten Altäre war der Pergamonaltar. Er war 35,64 Meter breit und 33,40 Meter tief. Später gab es Brand-, Feueraltäre oder Altarberge.

Der Altar in der Bibel

Im 1. Buch Mose opferten bereits Kain und Abel Gott auf einem Feueraltar Dank. Dabei wurde Abels Opfer gnädig aufgenommen und das Opfer von Kain nicht. Ein weiterer wichtiger Altar des alten Testaments ist der von Noah errichtete Altar kurz nach Sintflut um Gott zu ehren.

Im 2. Buch Mose wird die Stiftshütte erwähnt in der neben dem Allerheiligsten auch ein Brandaltar zur Ehre Gottes im Hof der Hütte stand.

Im Neuen Testament ist der Begriff des Altars auch als der Tisch des letzten Abendmahles, das Jesus Christus am Abend seiner Gefangennahme, gleichzeitig dem Tag vor seinem Leiden und Sterben, einnahm, auch als mensa domini (Tisch des Herrn) bezeichnet.

Im 1. Brief des Paulus an die Korinther Kapitel 10 Vers 21 ist der Begriff des Tisch des Herrn erneut zu lesen und bezeichnet damit das Herr den Gläubigen einen Tisch bereitet hat. Ein Tisch wird auch im 23. Psalm erwähnt, der im Angesicht der Feinde bereitet wird.

Der Altar in den Katholisch-apostolischen Gemeinden

Der Altar hielt 1838 letztendlich in allen Gemeinden Einzug. Er war der Ort, wo Brot und Wein (ab 1850 im Tabernakel) aufbewahrt wurden und vor dem die Kommunikanten kniend das Abendmahl erhielten. Ab 1852 stellte man zwei Kerzen auf den Altar, als Symbol für die beiden Zeugen, den Apostel und den Propheten. Der siebenarmige Leuchter als Symbol für des Herrn Gegenwart im siebenfältigen Ältestenamt stand in der Regel nicht auf dem Altar, sondern war in verschiedenen Ausführungen davor aufgestellt/aufgehängt.

Der Altar in der Neuapostolischen Kirche

Die Aufteilung des Kirchenraums in der Neuapostolischen Kirche entspricht noch in Grundzügen dem der katholisch-apostolischen Gemeinden und damit dem weitgehend tradierten liturgischen Grundaufbau. Auf der Seite Liturgisch Ost steht der Altar, oft auch in der Neuapostolischen Kirche noch in einer Apsis.

Andererseits macht sich auch in der Neuapostolischen Kirche Menkhoffs Liturgiereform, mit der Anlehnung an den Calvinismus, sichtbar. Wie in vielen reformierten Gemeinden üblich wurde Altar und Kanzel zusammengelegt.(Zur Veranschaulichung ein Blick auf den Kanzelaltar der Altreformierten Kirche in Emlichheim). Anfangs war dieser Kanzelaltar noch höher ausgestaltet. Mit der Zeit "schrumpfte" dann die Kanzel bis auf Tischhöhe zum heutigen Blockaltar. Dieser ist noch heute für Gottesdiensträume in apostolischen Gemeinschaften prägend. Aufgrund der (heute kaum mehr erkennbaren) Doppelfunktion als Kanzel und Altar sind die apostolischen Kirchen die einzigen, die vom Altar predigen. Allerdings gibt es auch Tendenzen, die Funktionsteilung wieder deutlicher zu machen in dem der Kanzelteil des Altares wieder herausgestellt wird.

Er erfüllt dabei vielfache liturgische Funktionen:

Üblicherweise verfügen die Altäre in der neuapostolischen Kirche neben der traditionellen Altarplatte auch über dekorative Ausschmückungen. In Norddeutschland und im ehemaligen Apostelbezirk Hannover finden sich vielerorts Altäre mit Bibelsprüchen auf der Front; dies ersetzt offenbar das früher traditionelle Spruchband um die Begrenzungsmauer der Apsis.

Die Bibel liegt während des neuapostolischen Gottesdienstes auf einem kleinen Pult im Zentrum des Altars. Der Zelebrant tritt für die Dauer des Wortgottesdienstes hinter den Altar und hält von dort die Liturgie. Die Elemente werden seitlich davon dargestellt (Abendmahlskelche, die mit Hostien gefüllt sind).

Im neuapostolischen Gottesdienst ist es üblich, dem Zelebranten auf dem Altar auch ein Glas Wasser und eine Uhr bereitzustellen. Dazu werden in vielen Regionen die Altäre mit Blumen und Gestecken verziert. An Erntedank wird der Altar meistens mit den Gaben (Tomaten, Ähren, Brot usw.) der Region geschmückt, die von den Kindern am Ende des Gottesdienstes mitgenommen werden dürfen.

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Altar in der VAG

Blockaltar der apostolischen Gemeinde Greiz in einer angedeuteten Apsis + Lesepult
Blockaltar der apostolischen Gemeinde Herford

Auch in den Gemeinden der VAG ist der ursprüngliche Altarraum mit Altar und Lesepult durch die neuapostolische Vergangenheit einem meist hölzernen Blockaltar gewichen, der sowohl die Kanzel- wie auch die Abendmahlsfunktion erfüllt. Erst in jüngerer Zeit wurde in vielen Gemeinden wieder ein separates Lesepult für die Wortlesung, weitere Texte, Fürbitten und Abkündigungen eingeführt. Auch für den Zeugnisdienst (in der NAK als Mitdienen bekannt) wird dieses verwendet. So z.B. in den schweizerischen Gemeinden, in Greiz, Netzschkau, Duisburg-Hamborn, Düsseldorf-Mitte. Zunehmend wird nun auch vom Ambo aus gepredigt und am Altar nur das Abendmahl gefeiert.

In der Mitte des Altars liegt in der Regel die Bibel, die Abendmahlskelche stehen seitlich. Ferner ist während der Gottesdienste auch eine Uhr und ein Wassserglas für den Prediger dort vorzufinden. In den ost- und süddeutschen Gemeinden wegen des reformiert-apostolischen Erbes meist auch eine Kerze bzw. ein Kerzenleuchter.

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Diensttisch in der Apostolisch Genootschap

Diensttisch in der Gemeinde Amsterdam-Slotervaart

Da innerhalb der Apostolisch Genootschap kirchentypische Begriffe vermieden werden, wurde der Altar in dientafel (Diensttisch) umbenannt. In der Gestaltung entspricht er der (neu-)apostolischen Tradition entsprechend einem Blockaltar. Seit den 1980ern treten in der Gestaltung die Elemente des Ambo/ Lesepult und des Abendmahltisches hervor, obwohl Abendmahl nicht im eigentlichen Sinn, sondern nur in Erinnerung an dieses zelebriert wird.

Auf dem Dienstisch befindet sich neben Blumenschmuck und Uhr i.d.R. noch ein Tablett mit einem Wasserkrug und Gläsern, sowie die Hostienkelche für den Rundgang. Auf dem Lesepult liegt der weekbrief (Wochbrief) und allermeist auch die Bibel. Der Diensttisch beinnhaltet häufig ein Regal bzw. Schrank, in dem die Kelche und die Taufschale verwahrt werden können. (Die Taufschale wird auch häufig im Dienstzimmer aufbewahrt). Zudem wird dort auch der Klingelbeutel gelagert, der beim Rundgang Verwendung findet. Bei Renovierungen wurden in den letzten Jahren die Diensttische auf eine niedrigere Erhöhung gestellt, um einen besseren Kontakt mit der Gemeinde zu ermöglichen. Dadurch wurde auch in Kauf genommen, dass in grösseren Gebäuden nun der Blick, vor allem von Emporen, eingeschränkt ist.

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