Gerrit Sepers

Aus APWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Apostel Gerrit Sepers

Gerrit Sepers (* 16. Februar 1946) war ein neuapostolischer Geistlicher und von 1987 bis zu seinem Rücktritt am 1. Dezember 2004 Apostel der Neuapostolischen Kirche in den Niederlanden.

Persönliches

Gerrit Sepers wurde in ein neuapostolisches Elternhaus hineingeboren. Ab 1966 begann er ein Studium der Medizin. 1970 heiratete Gerrit Sepers. Mit seiner Frau gemeinsam hat er zwei Kinder: eine Tochter und einen Sohn (adoptiert). Von 1974 bis 1984 praktizierte er als Allgemeinmediziner.

1999 nahm er ein erneutes Studium zur Auffrischung seiner medizinischen Ausbildung auf, welches er 2002 abschloss. Dieses Studium war mit einem dreijährigen Aufenthalt in Antwerpen verbunden und wurde von der neuapostolischen Gebietskirche der Niederlande finanziert. Seit 2002 ist Gerrit Sepers wieder Hausarzt mit eigener Praxis in Amersfoort in den Niederlanden.

Tätigkeit in der Kirche

In der Neuapostolischen Kirche übernahm er ab 1969 verschiedene Amtstätigkeiten. 1978 wurde er Vorsteher einer kleinen Gemeinde im Norden der Niederlande. Ab 1982 leitete er als Bezirksältester den Unterbezirk Arnhem. Von 1985 bis 1999 war er hauptamtlich für die Neuapostolische Kirche tätig. Als Apostel arbeite Gerrit Sepers in verschiedenen Projektgruppen der NAK International mit: 1989 bis 1991 PG „Musik“, 1988 bis 1998 PG „Kinder und Jugend“, 1988 bis 2003 PG „Gegenwartsfragen“. Ebenfalls war er von 1988 bis 2004 für die Kontakte zwischen der Neuapostolischen Kirche und den anderen apostolischen Gemeinschaften in den Niederlanden zuständig.

Ordinationen

Rücktritt oder Ruhestand?

Am 1. Dezember 2004 zog sich Gerrit Sepers offiziell von seinem Amt in der Neuapostolischen Kirche zurück. Zur Begründung führte er unter anderem an, dass er den Exklusivitätsanspruch der Neuapostolischen Kirche nicht mehr mittragen könne. Auch habe er eine andere Auffassung bzgl. der Empfangnahme und Übermittlung des Heiligen Geistes.[1]

Sepers führte an, dass ihm von seiten des Stammapostels und anderer Apostel der Neuapostolischen Kirche nahegelegt wurde, sein Amt niederzulegen, da seine Amtstätigkeit bei solch schwerwiegenden theologischen Abweichungen nicht mehr denkbar sei. Er entschied sich, nach eigenen Angaben, für einen Rücktritt als Apostel und lehnte eine vorzeitige Ruhesetzung ab.

In einem Ämtergottesdienst am 1. Dezember 2004 in Hilversum, der von dem schweizer Bezirksapostel Armin Studer geleitet wurde, trat Sepers von seinem Amt zurück. In jenem Gottesdienst wurde ein Brief des Stammapostels verlesen, ebenso wurde kurz auf die Motive von Gerrit Sepers eingegangen. Anschließend wurde Gerrit Sepers in den Altarbereich gebeten, wo ihm für seine Amtstätigkeit gedankt wurde und er mit Handschlag verabschiedet wurde.

Die äußere Form seines Rücktritts war eher die einer Ruhesetzung. Anfänglich fand Sepers noch anerkennende Worte für diese Art und Weise: "„Ich fand das eigentlich sehr gut. Ich fand das eine gute Sache. Die Kirche hat zum ersten Mal nach 50 Jahren einen Apostel, der eine andere Meinung hat, nicht einfach in die Wüste geschickt, sondern ihm doch in guter Weise und würdevoll für die Arbeit gedankt."[2]

Nach 2004

Nach seinem Rücktritt vom Apostelamt distanzierte sich Gerrit Sepers immer stärker von der Neuapostolischen Kirche. Es folgten sehr bald etliche Interviews und Veröffentlichungen seinerseits, vor allem im Internet, aber auch in der niederländischen Zeitung "Trouw" [3]. Der Tonfall und auch die vorgetragene Kritik von Sepers an der Neuapostolischen Kirche nahmen an Schärfe zu. Fand er zunächst noch anerkennende Worte für einige seiner ehemaligen Mitapostel und die Neuapostolische Kirche, stellte er sie zuletzt unter den Vorwurf, dass die Neuapostolische Kirche und Lehre stark vom Nationalsozialismus geprägt worden sei. 2008 schrieb er einige, von starker Kritik geprägte öffentliche Briefe an Stammapostel Wilhelm Leber, welche auch von ihm öffentlich beantwortet wurden. Ende Oktober 2008 trat Sepers zusammen mit seiner Frau Willy aus der Neuapostolischen Kirche aus.

Verweise

  1. http://www.naktuell.de/0105/0105003.html
  2. http://www.naktuell.de/0105/0105003.html
  3. vgl. http://www.glaubenskultur.de/artikel-476.html