Versiegelungsengel

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Der Versiegelungsengel ist eine Figur aus der Johannesoffenbarung 7. Er ist in vielen apostolischen Gemeinschaften von besonderer Bedeutung und steht in besonderer Verbindung zur Lehre zur Heiligen Versiegelung.

Versiegelungsengel in der Johannesoffenbarung

Offenbarung des Johannes 7: 2 Dann sah ich vom Osten her einen anderen Engel emporsteigen; er hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief den vier Engeln, denen die Macht gegeben war, dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen, mit lauter Stimme zu: 3 Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu, bis wir den Knechten unseres Gottes das Siegel auf die Stirn gedrückt haben. 4 Und ich erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel gekennzeichnet waren. Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen.

in den katholisch-apostolischen Gemeinden

Nach katholisch-apostolischer Auffassung symolisiert der andere Engel ein Werk inmitten der Christenheit, welches wie das erste apostolische Wirken in der Urkiche ebenfalls von menschlichen Boten Gottes ausgeführt wird. Dieses Werk wird als die Wiederaussendung von Aposteln nach 1835 gedeutet.

Der Engel kommt vom Aufgang der Sonne herauf. Nicht die geographische Herkunft wird hier benannt, vielmehr liegt ein Hinweis auf den göttlichen Ursprung des hier beschriebenen "Engel-Werkes" vor, denn die Sonne ist als ein Christussymbol zu deuten. Der andere Engel bezeichnet somit Boten, die Christus vor seinem zweiten Kommen aussendet und mit der Vollmacht ausstattet, die Diener Gottes mit einem Siegel auf ihren Stirnen zu kennzeichnen. Bei diesem Siegel (vgl. Heilige Versiegelung) handelt es sich um ein Kennzeichen, das den Empfänger nicht allein als Eigentum Gottes ausweist, sondern ihn auch vor den folgenden Gerichten, die im Verlauf des siebten Siegels über die Christenheit hereinbrechen, bewahrt.[1]

Auftrag und Wirken dieses anderen Engels sind nach katholisch-apostolischer Auffassung bereits vom Propheten Maleachi in dem von ihm erwähnten "Aufgehen der Sonne der Gerechtigkeit" und dem herrlichen Kommen des großen "Engels des Bundes" sowie seines "Boten, der ihm den Weg bereiten soll" erwähnt worden. Diesen letztgenannten Boten nennt Maleachi auch den "Propheten Elia, der vor dem großen und schrecklichen Tag des Herrn erscheinen" werde. Nun ist die Erfüllung dieser Weissagung im Auftreten und Wirken Johannes des Täufers unmittelbar vor dem ersten Kommen Jesu bereits Geschichte geworden; womit aber eine weitergehende Erfüllung dieser Prophetie jedoch nicht ausgeschlossen ist. Mehr noch: sie ist vor dem zweiten Kommen Christi, auf das "der große und schreckliche Tag des Herrn" zweifellos Bezug nimmt, zu erwarten. [2]

In der Aussendung des Engels mit der Vollmacht der Versiegelung - Versiegelungsengel - steckt nach katholisch-apostolischer Auffassung deshalb der Hinweis, daß Christus seiner Kirche in der Zeit der Erweckung nach der französischen Revolution Boten sendet, die mit apostolischer Vollmacht ausgestattet sind.[3]

In der Neuapostolischen Kirche

In manchen früheren Artikeln innerhalb des neuapostolischen Schrifttums wurde unter dem „Versiegelungsengel“ der gesamte Apostolat verstanden. Heute lehrt die Neuapostolische Kirche, dass sich die entsprechende Aussage auf Jesus Christus bezieht.[4]

siehe auch

Verweise

  1. Volker Meldau, Die Wende aller Zeiten,Eine Auslegung der Offenbarung des Johannes aus katholisch-apostolischer Sicht - www.johannesoffenbarung.de
  2. Volker Meldau, Die Wende aller Zeiten,Eine Auslegung der Offenbarung des Johannes aus katholisch-apostolischer Sicht - www.johannesoffenbarung.de
  3. Volker Meldau, Die Wende aller Zeiten,Eine Auslegung der Offenbarung des Johannes aus katholisch-apostolischer Sicht - www.johannesoffenbarung.de
  4. Stellungnahme der Neuapostolischen Kirche, "Die 144.000", Januar 2005