Osterkerze

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Die Osterkerze (lateinisch Cereus paschalis) ist eine große Kerze aus Bienenwachs, die in der Liturgie der Westkirchen (römisch-katholische, altkatholische, anglikanische und lutherische Kirche) zu Beginn der Osternachtfeier am Osterfeuer bereitet, (geweiht) und entzündet wird. Der Brauch, eine besondere Kerze am Osterfest zu entzünden, ist seit der Spätantike bezeugt. Die Osterkerze gilt als reine Opfergabe für Gott und symbolisiert die Feuersäule des Neuen Bundes. Wie das Volk Israel damals durch die Wüste und durch das Rote Meer hindurchzog, indem es der Feuersäule folgte, so ziehen heute die Christen in der Osternacht in die Kirche ein und folgen der brennenden Flamme der Kerze, Zeichen für den auferstandenen Christus.[1] Meist wird vor der Kirche am Karsamstag das Osterfeuer entfacht, woran die Osterkerze entzündet wird. Er zieht dann mit der Osterkerze unter dem dreifach wiederholten Ruf Lumen Christi („Christus, das Licht“) vor der Gemeinde in die noch dunkle Kirche ein. Die Gemeinde antwortet jeweils mit Deo gratias („Dank sei Gott“). Danach wird die Osterkerze auf den Leuchter im Altarraum neben dem Ambo gestellt. Von der Osterkerze ausgehend wird das Licht an die Mitfeiernden weitergegeben, die eigene Kerzen mitbringen und beim Osterlob und bei der Erneuerung des Taufversprechens in Händen halten.

Osterkerzen finden sich zunehmend auch in evangelischen und apostolischen Kirchen. Diese werden, abweichend vom Brauch in der römisch-katholischen Kirche, üblicherweise das ganze Kirchenjahr (außer Karfreitag und Karsamtag) über im Gottesdienst angezündet. Etliche Gemeinden der Apostolischen Gemeinschaft nutzen seit dem Jahr 2000 Osterkerzen, die meist in einer Werkstatt für angepasste Arbeit (Herzogsägmühle, Peiting) bezogen werden.

Einzelnachweise

  1. Ottfried Jordahn: Das Zeremoniale. In: Hans-Christoph Schmidt-Lauber et al. (Hrsg.): Handbuch der Liturgik. Liturgiewissenschaft in Theologie und Praxis der Kirche. Vandenhoeck & Ruprecht, 3. Auflage Göttingen 2003, S. 436–462, hier S. 455.