Karl-Peter Krauss

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Dr. Karl-Peter Krauss (geb. 1955) ist ein deutscher Historiker, der vor allem für seine fundierten Untersuchungen zur Neuapostolischen Kirche im Nationalsozialismus und zur Migrationsgeschichte bekannt ist.

Akademischer Hintergrund und berufliche Stationen

Nach seinem Studium der Geschichte, Geographie und Germanistik an der Universität Tübingen promovierte er über ein historisch-geographisches Thema.

Forschungsschwerpunkte: Krauss spezialisierte sich auf die Migrationsforschung (insbesondere Deutsche in Südosteuropa), die Frühe Neuzeit sowie die Religionsgeschichte.

Institutionen: Er war langjähriger Geschäftsführer der Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa und leitete den Bereich Demographie/Sozialgeographie am Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGL) in Tübingen [1].

Lehre: Er wirkt weiterhin als Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Universität Tübingen.

Wirken für die Neuapostolische Kirche (NAK)

Krauss verbindet seine wissenschaftliche Expertise mit seiner persönlichen Verwurzelung in der NAK, in der er bis 2021 als Gemeindevorsteher tätig war.

AG Geschichte: Seit 2014 ist er Mitglied und seit 2018 Vorsitzender der kircheninternen Arbeitsgruppe Geschichte. In dieser Funktion treibt er eine kritische, quellenbasierte Aufarbeitung der NS-Vergangenheit voran.

Kritische Perspektive: Seine Arbeiten brechen mit traditionellen "Meistererzählungen" der Kirche und analysieren stattdessen die "inszenierten Loyalitäten" – also das Lavieren der Kirchenleitung zwischen Anpassung an das NS-Regime und dem Erhalt der eigenen Institution.

Zentrale Publikationen zur Kirchengeschichte

Inszenierte Loyalitäten? Die Neuapostolische Kirche in der NS-Zeit (2020): Sein Hauptwerk, das auf jahrelanger Archivrecherche basiert und Handlungsspielräume sowie die Nähe führender Amtsträger zum Regime beleuchtet.

Die Mitgliederentwicklung der Neuapostolischen Kirche in der NS-Zeit (2017): Eine statistisch-demographische Untersuchung, die das angebliche enorme Wachstum der NAK während der NS-Diktatur kritisch hinterfragt.

Dem Vergessen entrissen (2024): Eine Biografie über Simon Leinmann, einen neuapostolischen Christen jüdischer Herkunft, die Schicksale von Opfern innerhalb der Glaubensgemeinschaft sichtbar macht.