Der Herr ist mein Licht

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Apostolisches Gesangbuch von 1898

Der Herr ist mein Licht ist ein Lied, das sich seit langem in der apostolischen Musikliteratur findet. Der Text beruht auf Psalm 27, die Komposition stammt von dem nicht neuapostolischen Komponisten George Frederick Root. Das Lied ist in fast allen apostolischen Gemeinschaften bekannt und wurde in diverse Sprachen übersetzt.

Text

"Der Herr ist mein Licht" aus der Notenausgabe zum Apostolischen Gesangbuch von 1906, erste Seite.
"Der Herr ist mein Licht" aus der Notenausgabe zum Apostolischen Gesangbuch von 1906, zweite Seite.
Der Herr ist mein Licht und ist mein Heil,
was fürcht ich noch!
Der Herr ist die Kraft meines Lebens allein,
vor wem sollte mir noch graun!
Ob das Heer auch der Bösen drohet,
ich fürchte mich nicht,
ob wild sich Krieg erhebet,
auf ihn allein verlass ich mich.
Eins nur, ach eines bitt' ich vom Herrn,
eines hätte ich gern:
dass ich mög bleiben im Hause des Herrn allezeit.
Amen.[1]

Zweite Strophe aus dem Apostolischen Gesangbuch von 1898

Der Herr weidet mich, weidet mich auf grüner Au',
was fürcht' ich noch.
Der Herr ist mein Stecken, der Herr ist mein Stab,
nun darf ich stets fröhlich sein.
Ob die Feinde auch um mich toben,
ich bleibe getreu.
Ob sie mir auch Schlingen legen,
auf ihn allein nur blicke ich.
Jesus mein Heiland, ich liebe dich.
Eins nur, Herr, bitt' ich dich.
dass ich mög bleiben im Hause des Herrn allezeit.
Amen.[2]

Textvariation

In vielen neuapostolischen Gemeinden der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik wurde in den Chormappen auf staatlichen Druck hin das Wort "Krieg" durch "Sturm" ersetzt (meist handschriftlich). Die Begründung lautete, dass es in einem sozialistischen Friedensstaat unmöglich wäre, dass Krieg ausbricht. Einige Zeit nach der politischen Wende wurde die Änderung rückgängig gemacht.

Die Apostolisch Genootschap dichtete dem Lied später auch eine dritte Strophe an.

Bedeutung

Zum einen hat dieses Lied Kultstatus erlangt, da der recht kämpferische Text die Umstände der frühen neuapostolischen Gemeinden widerspiegelte: Der Aufbau der Gemeinden war oft schwer und der Anschluss an den neuapostolischen Glauben wurde von der Umwelt oftmals mit Sanktionen oder Einschränkungen beantwortet.

Ferner symbolisiert der Refrain des Liedes ("dass ich mög bleiben im Hause des Herrn allezeit") zweierlei: Zum einen die eschatologische Dimension (Wiederkunft Christi), der Wunsch und die Bitte darum, einst ewig in der Einheit mit Jesus leben zu können (im Haus des Vaters). Zum anderen jedoch auch, hier auf der Erde der Kirche (dem Haus Gottes) lebenslang die Treue zu halten. Gerade vor dem Hintergrund, dass der Refrain den Kernpunkt des neuapostolischen Glaubens umschreibt, ist die Geste der Gemeinde - das Sich-Erheben/Aufstehen - zu verstehen.

Neuapostolische Kirche

In der deutschen Chormappe der Neuapostolischen Kirche findet sich das Lied unter Nummer 86. In der neuapostolischen Tradition hat dieses Lied einen besonderen Status und wird oftmals als eine Art Hymne der Neuapostolischen Kirche wahrgenommen.

Schon zu Zeiten des Stammapostels Krebs war es üblich, dass, sobald der Chor ansetzte "Eins nur, ach eines..." und somit zum Refrain des Liedes überleitete, sich die Kirchendiener am und um den Altar, sowie die Gemeinde erhoben und den Rest des Liedes stehend anhörten. Diese Tradition hat sich in einigen Regionen lange gehalten und war bspw. bis in die 1970er Jahre im Bezirk Hannover verbreitet. Bisweilen lebt diese Tradition vereinzelt wieder auf. So war es beispielsweise auf einigen Jugendtagen der Fall, dass sich die Gemeinde (meist auf Aufforderung) zum Refrain erhob. Auch auf dem Europa-Jugendtag 2009 wurde nach Abschluss der Feier des Heiligen Abendmahles "Der Herr ist mein Licht" gesungen, wahrscheinlich mit seinen 45.000 Teilnehmern in seiner bisher größten Form in Deutschland.

Vereinigung Apostolischer Gemeinschaften

Auch in den Gemeinden der VAG ist diese Lied bekannt und wird häufig gesungen. Im Chorbuch des Hänssler-Verlages hat es die Nr. 78. Bei der Einweihung der ersten Kirche der Gemeinschaft wurde es 1960 gesungen.

Links

Aufnahme bei YouTube vom EJT 2009.

Verweise

  1. Siehe den Eintrag des Liedes bei NAK-Gesangbuch.de.
  2. Apostolisches Gesangbuch, 1898 Wolfenbüttel