Personale Besetzung des Apostelamtes: Unterschied zwischen den Versionen
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Im Rahmen seines 2005 an der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gehaltenen Vortrags „Das Selbstverständnis Apostolischer Kirchen und Gemeinschaften als Kirche Jesu Christi" <ref> | Im Rahmen seines 2005 an der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gehaltenen Vortrags „Das Selbstverständnis Apostolischer Kirchen und Gemeinschaften als Kirche Jesu Christi" <ref>https://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/vortrag-selbstverstaendnis-nak-20050625.pdf</ref> führte Dr. [[Reinhard Kiefer]] seinerzeit den Begriff der „personalen Besetzung des Apostelamtes“ ein. Das sei der spezielle apostolische Beitrag für die Kirche Jesu Christi. | ||
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Während die meisten Gemeinschaften der [[Konfessionsgruppe der Apostolischen Gemeinschaften]] den Titel „Apostel“ für ihre Leitungsämter nutzen, sehen die katholische, die orthodoxen und die anglikanische Kirche ihre Bischöfe als die rechtmäßigen Nachfolger der Apostel an, die deren Vollmachten in einer ununterbrochenen Kette (Sukzession) übernommen haben. | |||
==Argumente für eine „personale Besetzung“ in anderen Konfessionen== | ==Argumente für eine „personale Besetzung“ in anderen Konfessionen== | ||
Version vom 27. Januar 2026, 15:06 Uhr
Im Rahmen seines 2005 an der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gehaltenen Vortrags „Das Selbstverständnis Apostolischer Kirchen und Gemeinschaften als Kirche Jesu Christi" [1] führte Dr. Reinhard Kiefer seinerzeit den Begriff der „personalen Besetzung des Apostelamtes“ ein. Das sei der spezielle apostolische Beitrag für die Kirche Jesu Christi.
Aus Sicht anderer Konfessionen ist das Apostelamt auch in ihnen „personal besetzt“, wenn man die apostolische Sukzession im Bischofsamt als die Fortführung des ur-apostolischen Dienstes betrachtet.
Während die meisten Gemeinschaften der Konfessionsgruppe der Apostolischen Gemeinschaften den Titel „Apostel“ für ihre Leitungsämter nutzen, sehen die katholische, die orthodoxen und die anglikanische Kirche ihre Bischöfe als die rechtmäßigen Nachfolger der Apostel an, die deren Vollmachten in einer ununterbrochenen Kette (Sukzession) übernommen haben.
Argumente für eine „personale Besetzung“ in anderen Konfessionen
Bischofsamt als apostolisches Amt: In der katholischen und orthodoxen Theologie wird gelehrt, dass die Autorität und Sendung des Apostelkollegiums durch die Handauflegung an das Bischofskollegium als dauerhaftes Amt in der Kirche weitergegeben wurde. In diesem Sinne ist das „Amt der Apostel“ in den heute amtierenden Bischöfen personal präsent.
Historische Sukzession: Die Kirchen mit apostolischer Sukzession (Katholiken, Orthodoxe, Altkatholiken, Anglikaner) führen die Weihelinie ihrer Bischöfe direkt auf die ersten Apostel zurück. Für sie ist ein Bischof nicht nur ein Verwalter, sondern ein Träger der apostolischen Gnade und Vollmacht.
Apostolische Titel bei Heiligen: In der Tradition werden bestimmte Personen aufgrund ihres missionarischen Wirkens als „Apostel“ bezeichnet, was einer personalen Anerkennung ihrer besonderen Sendung gleichkommt (z. B. Maria Magdalena als „Apostelin der Apostel“ oder Bonifatius als „Apostel der Deutschen“).
Neuapostolische Sichtweise (nach Dr. Kiefer): Aus der Perspektive von Dr. Reinhard Kiefer (NAK) verbindet das Bekenntnis zur Apostolizität die NAK mit anderen Kirchen. Er erkennt an, dass das Apostelamt in der Geschichte der Kirche in unterschiedlichen Formen präsent war. Die NAK beansprucht lediglich eine spezifische, neue „personale Besetzung“ durch das im 19. Jahrhundert wiederhergestellte Amt.
Unterschiede in der Definition
Katholisch/Orthodox: Die Fülle des Apostelamtes ging in das Bischofsamt über. Ein Bischof ist der „Apostel“ seiner Diözese.
Apostolisch: Das Apostelamt ist ein eigenständiges Amt, das neben oder über den anderen Ämtern steht und heute wieder durch lebende Personen besetzt ist.
Pfingstlich/Charismatisch: Hier werden Personen oft als „Apostel“ bezeichnet, wenn sie Kirchen gründen oder eine besondere missionarische Gabe (Geistesgabe) besitzen, unabhängig von einer historischen Weihekette.
Einzelnachweise
