Marcel Dagenbach: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Dr. Marcel Dagenbach''' ist ein promovierter katholischer Theologe und seit '''2025''' geweihter '''Ständiger Diakon''' in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. ''Bischof Dr. Klaus Krämer'' weihte ihn und drei weitere Männer am 7. Juni 2025 in ''St. Laurentius in Bietigheim-Bissingen'' zu Diakonen <ref>https://www.drs.de/ansicht/artikel/eine-kirche-die-nicht-dient-dient-zu-nichts.html</ref>. | |||
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==Aktuelle Funktionen und Tätigkeiten== | |||
Seit dem 1. Oktober 2025 ist er als bischöflicher Beauftragter verantwortlich für die ''Personalführung der Diakone in der Diözese''. Er übt seinen Dienst als Diakon in der ''Gesamtkirchengemeinde „Stuttgarter Madonna“'' aus. Seit 2019 war er als Dekanatsreferent in Waiblingen tätig und bekleidet die Position des ''geschäftsführenden Dekanatsreferenten'' im Dekanat Rems-Murr. | |||
Er | ==Hintergrund und Werdegang== | ||
Er wurde 1978 in Künzelsau geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Dagenbach studierte ''Katholische Theologie, Soziologie und Musikwissenschaft'' an der Universität Tübingen und ist Autor des 2020 erschienenen Werkes „''Ewiger Trost und gute Hoffnung''“, das sich mit der Eschatologie der Thessalonicherbriefe befasst. | |||
== | ==Tätigkeit für die NAK Süddeutschland== | ||
Vor seinem Wechsel zur katholischen Kirche war er bis 2015 als ''theologischer Berater'' über mehrere Jahre hinweg in leitender und beratender Funktion für die neuapostolische Gebietskirche Süddeutschland tätig <ref> | |||
https://samenapostolisch.nl/forum/download/JugendMagazin_01-2012%20pag10-15.pdf</ref>: | |||
Er leitete den ''Fachbereich Theologie'' und war maßgeblich für die ''Akademie der Gebietskirche'' verantwortlich. In diesem Rahmen konzipierte und führte er theologische Seminare für Amtsträger und Mitglieder durch. Er fungierte als enger ''Berater der Kirchenleitung in theologischen Grundsatzfragen''. In dieser Rolle begleitete er unter anderem die Öffnungsprozesse der NAK gegenüber anderen christlichen Kirchen und half dabei, komplexe lehrmäßige Änderungen (z. B. zum exklusiven Amtsverständnis oder zur Sündenvergebung) intern zu vermitteln. Innerhalb der NAK bekleidete er das ''Amt eines Priesters'' und war in dieser Funktion auch liturgisch tätig, beispielsweise durch die Leitung von Gottesdiensten im Bezirk Stuttgart. Im Herbst 2015 gab er seine Anstellung bei der Gebietskirche auf und erklärte im Februar 2016 öffentlich seinen Austritt aus der NAK. Dieser Schritt wurde in Fachkreisen als bedeutende personelle Zäsur für die theologische Arbeit der NAK Süddeutschland wahrgenommen. | |||
==Ewiger Trost und gute Hoffnung== | |||
'''"Ewiger Trost und gute Hoffnung": Die Eschatologie des zweiten vor dem Hintergrund des ersten Thessalonicherbriefs''' (Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Theologie) Taschenbuch – 30. April 2020 <ref>https://www.amazon.de/Ewiger-Trost-gute-Hoffnung-Thessalonicherbriefs/dp/3828844618#:~:text=Unter%20den%20Motiven%2C%20deren%20zeit%2D%20und%20religionsgeschichtlicher,fr%C3%BChe%20Abfassungszeit%20zwischen%2066%20und%2070%20n</ref>. | |||
Dieses Werk von Dr. Marcel Dagenbach analysiert die ''strukturellen Parallelen zwischen den beiden Thessalonicherbriefen mit Blick auf deren Eschatologie''. [[Datei: Ewiger_Trost_und_gute_Hoffnung.png|thumb|150px|Buch-Cover der Dissertation]] | |||
In der Analyse von Marcel Dagenbach dient die Formel "ewiger Trost und gute Hoffnung" als ''gezielte Antwort auf die existentielle Krise während des Jüdischen Krieges'' (66–70 n. Chr.). | |||
Der "ewige Trost" fungiert dabei als bewusstes ''Gegenmodell zu antiken Kulten wie den Mysterien von Eleusis'': Während diese nur temporäre rituelle Erleichterung boten, verspricht der Text eine unvergängliche, göttliche Sicherheit. | |||
Gleichzeitig dient die "gute Hoffnung" als ''Schutz vor kollektiver Panik''. In einer Zeit, in der politische Wirren und die Figur des „Widersachers“ als Zeichen des Weltendes gedeutet wurden, stabilisiert dieser Zuspruch die Gemeinde. Er verhindert, dass die Gläubigen den Tag des Herrn fälschlicherweise als bereits eingetreten ansehen. | |||
In Dagenbachs Lesart ist der Text eine ''pseudepigraphische Strategie'': Der unbekannte Verfasser nutzt die Autorität des Paulus, um der Gemeinde in der Phase der Orientierungslosigkeit nach dem Tod des Apostels einen festen Anker zu geben. Es handelt sich also um aktive Krisenbewältigung, die religiöse Konkurrenz und politische Angst gleichermaßen adressiert. | |||
Wenn Dagenbach (wie die Verlagsbeschreibung nahelegt) das Verhältnis 1Thess → 2Thess literarisch und intentionstheologisch klärt, ergeben sich typische Anschlussfragen an die NAK-Eschatologie, weil sie Gesprächsstoff liefern, zur neuapostolischen Tradition, die historisch stark endzeitlich akzentuiert war. Dagenbachs Titel („Ewiger Trost und gute Hoffnung“) signalisiert, dass er die Eschatologie nicht als Endzeit-Spekulation, sondern als Trost-/Hoffnungslogik liest. | |||
==Weblinks== | |||
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Aktuelle Version vom 8. Februar 2026, 23:22 Uhr
Dr. Marcel Dagenbach ist ein promovierter katholischer Theologe und seit 2025 geweihter Ständiger Diakon in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Bischof Dr. Klaus Krämer weihte ihn und drei weitere Männer am 7. Juni 2025 in St. Laurentius in Bietigheim-Bissingen zu Diakonen [1].
Aktuelle Funktionen und Tätigkeiten
Seit dem 1. Oktober 2025 ist er als bischöflicher Beauftragter verantwortlich für die Personalführung der Diakone in der Diözese. Er übt seinen Dienst als Diakon in der Gesamtkirchengemeinde „Stuttgarter Madonna“ aus. Seit 2019 war er als Dekanatsreferent in Waiblingen tätig und bekleidet die Position des geschäftsführenden Dekanatsreferenten im Dekanat Rems-Murr.
Hintergrund und Werdegang
Er wurde 1978 in Künzelsau geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Dagenbach studierte Katholische Theologie, Soziologie und Musikwissenschaft an der Universität Tübingen und ist Autor des 2020 erschienenen Werkes „Ewiger Trost und gute Hoffnung“, das sich mit der Eschatologie der Thessalonicherbriefe befasst.
Tätigkeit für die NAK Süddeutschland
Vor seinem Wechsel zur katholischen Kirche war er bis 2015 als theologischer Berater über mehrere Jahre hinweg in leitender und beratender Funktion für die neuapostolische Gebietskirche Süddeutschland tätig [2]:
Er leitete den Fachbereich Theologie und war maßgeblich für die Akademie der Gebietskirche verantwortlich. In diesem Rahmen konzipierte und führte er theologische Seminare für Amtsträger und Mitglieder durch. Er fungierte als enger Berater der Kirchenleitung in theologischen Grundsatzfragen. In dieser Rolle begleitete er unter anderem die Öffnungsprozesse der NAK gegenüber anderen christlichen Kirchen und half dabei, komplexe lehrmäßige Änderungen (z. B. zum exklusiven Amtsverständnis oder zur Sündenvergebung) intern zu vermitteln. Innerhalb der NAK bekleidete er das Amt eines Priesters und war in dieser Funktion auch liturgisch tätig, beispielsweise durch die Leitung von Gottesdiensten im Bezirk Stuttgart. Im Herbst 2015 gab er seine Anstellung bei der Gebietskirche auf und erklärte im Februar 2016 öffentlich seinen Austritt aus der NAK. Dieser Schritt wurde in Fachkreisen als bedeutende personelle Zäsur für die theologische Arbeit der NAK Süddeutschland wahrgenommen.
Ewiger Trost und gute Hoffnung
"Ewiger Trost und gute Hoffnung": Die Eschatologie des zweiten vor dem Hintergrund des ersten Thessalonicherbriefs (Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Theologie) Taschenbuch – 30. April 2020 [3].
Dieses Werk von Dr. Marcel Dagenbach analysiert die strukturellen Parallelen zwischen den beiden Thessalonicherbriefen mit Blick auf deren Eschatologie.

In der Analyse von Marcel Dagenbach dient die Formel "ewiger Trost und gute Hoffnung" als gezielte Antwort auf die existentielle Krise während des Jüdischen Krieges (66–70 n. Chr.).
Der "ewige Trost" fungiert dabei als bewusstes Gegenmodell zu antiken Kulten wie den Mysterien von Eleusis: Während diese nur temporäre rituelle Erleichterung boten, verspricht der Text eine unvergängliche, göttliche Sicherheit.
Gleichzeitig dient die "gute Hoffnung" als Schutz vor kollektiver Panik. In einer Zeit, in der politische Wirren und die Figur des „Widersachers“ als Zeichen des Weltendes gedeutet wurden, stabilisiert dieser Zuspruch die Gemeinde. Er verhindert, dass die Gläubigen den Tag des Herrn fälschlicherweise als bereits eingetreten ansehen.
In Dagenbachs Lesart ist der Text eine pseudepigraphische Strategie: Der unbekannte Verfasser nutzt die Autorität des Paulus, um der Gemeinde in der Phase der Orientierungslosigkeit nach dem Tod des Apostels einen festen Anker zu geben. Es handelt sich also um aktive Krisenbewältigung, die religiöse Konkurrenz und politische Angst gleichermaßen adressiert.
Wenn Dagenbach (wie die Verlagsbeschreibung nahelegt) das Verhältnis 1Thess → 2Thess literarisch und intentionstheologisch klärt, ergeben sich typische Anschlussfragen an die NAK-Eschatologie, weil sie Gesprächsstoff liefern, zur neuapostolischen Tradition, die historisch stark endzeitlich akzentuiert war. Dagenbachs Titel („Ewiger Trost und gute Hoffnung“) signalisiert, dass er die Eschatologie nicht als Endzeit-Spekulation, sondern als Trost-/Hoffnungslogik liest.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ https://www.drs.de/ansicht/artikel/eine-kirche-die-nicht-dient-dient-zu-nichts.html
- ↑ https://samenapostolisch.nl/forum/download/JugendMagazin_01-2012%20pag10-15.pdf
- ↑ https://www.amazon.de/Ewiger-Trost-gute-Hoffnung-Thessalonicherbriefs/dp/3828844618#:~:text=Unter%20den%20Motiven%2C%20deren%20zeit%2D%20und%20religionsgeschichtlicher,fr%C3%BChe%20Abfassungszeit%20zwischen%2066%20und%2070%20n
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