Echt-Apostolische Gemeinde

Die Echt-Apostolische Gemeinde, auch: Echtapostolische Gemeinde, Echtapostolische Kirche, war eine kleine apostolische Glaubensgemeinschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie war der deutsche Zweig der Apostolic Church of Queensland.

Geschichte

1913 sandte Apostel Niemeyer seinen Sohn Wilhelm Niemeyer, welcher am 25. Dezember 1912 zum Apostel gerufen wurde, nach Deutschland um gegen "die Ungerechtigkeit in Gottes Werk zu kämpfen". Damit war die "Lehre vom Neuen Licht" in der Neuapostolischen Kirche gemeint, die sich unter Stammapostel Krebs und seinem Nachfolger Hermann Niehaus immer weiter durchsetzte und die Apostel Niemeyer ablehnte und sich deshalb von Niehaus trennte.

Niemeyer selbst reiste nach Ostern 1913 zusammen mit seiner Frau und den Evangelisten Johann August Richter und Kirchner nach Deutschland. Hier berief er wohl einige Apostel für die Echtapostolische Kirche. Der Evangelist Richter trennte sich später von Niemeyer.

Es bildeten sich kleine Gemeinden, überwiegend von ehemaligen neuapostolischen Personen, in Braunschweig, Harburg und Berlin. Nach 1914 scheinen sich die Echtapostolischen Gemeinden sehr verringert zu haben, u.a. auch durch Auswanderung nach Australien. Die verbliebenen Gemeindemitglieder scheinen sich danach dem Reformiert-apostolischen Gemeindebund und der Hersteld Apostolische Zendingkerk zugewandt zu haben. Letzteres ist zumindest für die Gemeinde Braunschweig dokumentiert, die sich nach 1926 mit ihrem Vorsteher, dem Hirten Trolldenier, der HAZK anschloss.

Im Chronikblatt der reformiert-apostolischen Gemeinde Hamburg vom 20. August 1959 (Vorsteher A. Rögner) findet sich ein Hinweis auf die Gemeinde im Hamburger Raum, die zumindest kurzzeitig Anschluss an den reformiert-apostolischen Gemeindebund fand:

"Apostel Rühl, Hamburg, Apostel Kirchner, Harburg und Heinrichs, Berlin, nannten sich "Echt Apostolisch" und sind wohl vor 1914 durch Weissagungen gerufen worden. Im September 1927 schloss sich Apostel Rühl in Hamburg dem Reformiert-apostolischen Werk an, was seinerzeit Apostel C.A. Brückner erledigte.

Vom 1. Januar 1928 an übernahm Georg Obst die Leitung der Gemeinde und wurde als Notpriester gesetzt. Jedoch sympathisierte er schon mit der Christlichen Wissenschaft in Hamburg. Es waren wohl 16 Glieder da, die aber mehr und mehr verzogen oder absprangen."