Neuapostolische Kirche im Licht der Bibel: Geschichte – Lehre – Beurteilung
Das Buch
Das Buch "Neuapostolische Kirche im Licht der Bibel: Geschichte – Lehre – Beurteilung" von Dr. Lothar Gassmann (unter Mitarbeit von Rolf Bose) entwickelt sich zu einem Standardwerk der evangelikalen Apologetik zur kritischen Untersuchung der Neuapostolischen Kirche. Im Oktober 2025 erschien eine aktualisierte Neuauflage des Werkes.[1][2]
Der Ansatz
Gassmann ordnet die NAK aus der Sicht eines bibeltreuen, evangelikalen Protestantismus ein. Er arbeitet heraus, wo die Gemeinschaft das Prinzip Sola Scriptura (allein die Schrift) verlässt, indem sie dem Apostelamt eine Offenbarungsautorität zuspricht, die über oder neben der Bibel steht.
Der Biblizismus
Kritiker vonseiten der NAK sowie von liberalen Theologen und Religionswissenschaftlern werfen Gassmann vor, einen strengen Biblizismus zu verfolgen. Er lege seine eigene, evangelikal-fundamentalistische Interpretation der lutherischen Bibelübersetzung als absoluten Maßstab an. Dabei werde ignoriert, dass jede christliche Konfession (auch die evangelikale) eine eigene Tradition der Schriftauslegung besitzt. Der Vorwurf lautet, Gassmann bewerte die NAK nicht neutral, sondern messe sie an einem starren dogmatischen System, das keinen Raum für alternative theologische Entwicklungen lässt.
Das Unzeitgemäße
In den letzten Jahrzehnten hat sich die NAK stark ökumenisch geöffnet. Kritiker des Buches von Gassmann merken deshalb an, dass es veraltete Positionen fokussiert. Viele der von ihm scharf kritisierten Exklusivitätsansprüche wurden in den offiziellen Katechismen der NAK (insbesondere seit 2012) abgemildert oder neu interpretiert.
Die Einordnung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch als evangelikale Kampfschrift wahrgenommen werden kann. Während es für Skeptiker wertvolle Argumentationshilfen bietet, betrachten Befürworter eines interkonfessionellen Dialogs es als Hindernis für die Verständigung, da es die NAK auf einem Stand festschreibe, den diese teilweise bereits hinter sich gelassen habe.
