Erwin Meier-Widmer: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Wirkung:''' Auch wenn viele seiner Forderungen zu seinen Lebzeiten abgelehnt wurden, legte Meier-Widmer den Grundstein für den späteren Öffnungsprozess der NAK unter Stammapostel Wilhelm Leber, der 2013 schließlich einräumte, dass die „Botschaft“ nicht von Gott stammen konnte.
'''Wirkung:''' Auch wenn viele seiner Forderungen zu seinen Lebzeiten abgelehnt wurden, legte Meier-Widmer den Grundstein für den späteren Öffnungsprozess der NAK unter Stammapostel Wilhelm Leber, der 2013 schließlich einräumte, dass die „Botschaft“ nicht von Gott stammen konnte.


==Einzelnachweise==
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[[Kategorie: Kritiker]]

Aktuelle Version vom 31. Januar 2026, 21:04 Uhr

Dr. Erwin Meier-Widmer war eine zentrale Identifikationsfigur für Reformkräfte innerhalb der Neuapostolischen Kirche (NAK). Sein Wirken zeichnete sich durch eine fundierte theologische Auseinandersetzung mit der Kirchenführung aus.

Viele seiner Anfragen, Überlegungen, Briefe sind heute noch im Internet auffindbar [1], [2], [3].


Biografie und Wirken in der NAK

Kirchliches Amt: Er diente innerhalb der Neuapostolischen Kirche als Priester.

Kritische Haltung: Meier-Widmer gehörte in den 90er Jahren zu den profilierten Kritikern der kircheninternen Lehre, insbesondere bezüglich der sogenannten „Botschaft“ des Stammapostels Johann Gottfried Bischoff. Diese besagte, dass Jesus noch zu Lebzeiten Bischoffs (der 1960 verstarb) wiederkehren würde – eine Prophezeiung, die sich nicht erfüllte und zu schweren internen Konflikten führte.

Reformbemühungen: In den späten 1980er-Jahren forderte er in Korrespondenzen mit der Kirchenleitung (u. a. mit Stammapostel Richard Fehr im Jahr 1989) einen offiziellen Widerruf dieser Lehre und ein Eingeständnis des Irrtums.

Die „Freunde der reinen Jesulehre“

Meier-Widmer gilt als wichtigste Persönlichkeit und Initiator dieses losen Netzwerks von NAK-Mitgliedern.

Zielsetzung: Die Gruppe strebte eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen Lehren Jesu an und forderte eine kritische Aufarbeitung der NAK-Geschichte sowie eine Öffnung der Kirche.

Struktur: Das Netzwerk besaß keine formale Organisationsstruktur, diente aber als Plattform für den Austausch reformorientierter Gläubiger, die trotz ihrer Kritik oft weiterhin die Gottesdienste besuchten.

Durch sein Wirken trug er wesentlich zur frühen Phase des innerkirchlichen Dialogs und der späteren, zögerlichen Aufarbeitung der Geschichte der Neuapostolischen Kirche bei.

Theologische Kernargumente seiner Kritik

Meier-Widmer griff die sogenannte „Botschaft“ des Stammapostels J.G. Bischoff an und rückte folgende grundsätzlichen Punkte ins Zentrum:

Verlust der biblischen Basis: Er argumentierte, dass die Erhöhung einer persönlichen Prophezeiung zum Dogma dem Evangelium widerspreche. In seinen Briefen forderte er, die NAK müsse anerkennen, dass die Botschaft ein menschlicher Irrtum und keine göttliche Offenbarung war.

Kritik am Exklusivitätsanspruch: Er lehnte die Lehre ab, dass das Heil exklusiv an das neuapostolische Apostelamt gebunden sei. Stattdessen forderte er eine Rückbesinnung auf die „reine Jesulehre“, die das persönliche Glaubensverhältnis zu Christus über die Kirchenstruktur stellt.

Transparenz und Finanzen: Ein ungewöhnlicher Aspekt seiner Kritik war die Mahnung zur finanziellen Rechenschaftspflicht. In einem Schreiben von 1997 kritisierte er im Namen „besorgter Geschwister“ die Verwendung von Opfergeldern und forderte mehr Mitsprache für die unteren Amtsträgerebenen.

Entwicklung des Netzwerks „Freunde der reinen Jesulehre“

Das von ihm initiierte Netzwerk Freunde der reinen Jesulehre agierte vor allem in den Jahren 1995 bis 2000.

Internet als Medium: Meier-Widmer war einer der ersten NAK-Kritiker, der das Internet konsequent nutzte. Über eine eigene Webseite wurden interne Dokumente, Briefwechsel mit Aposteln und kritische Schriften (wie die „Wächterstimme aus Zion“) verbreitet.

Struktur: Die Gruppe war kein eingetragener Verein, sondern ein loses Netzwerk. Ziel war es, eine kritische Masse innerhalb der Kirche zu bilden, um Reformen von innen heraus zu erzwingen, ohne die Kirche verlassen zu müssen.

Reaktion der Leitung: Stammapostel Richard Fehr antwortete Meier-Widmer zwar persönlich – sie kannten sich aus ihrer Jugendzeit - blieb aber in der Sache hart. 1996 schrieb Fehr, dass die Botschaft eine „Tatsache“ bleibe und jenen, die sie gläubig annahmen, „nicht geschadet“ habe – eine Position, die Meier-Widmer als unzureichend zurückwies.

Wirkung: Auch wenn viele seiner Forderungen zu seinen Lebzeiten abgelehnt wurden, legte Meier-Widmer den Grundstein für den späteren Öffnungsprozess der NAK unter Stammapostel Wilhelm Leber, der 2013 schließlich einräumte, dass die „Botschaft“ nicht von Gott stammen konnte.

Einzelnachweise