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Hermann Thiersch

5 Bytes hinzugefügt, 19:35, 28. Jan. 2013
Biografie
== Biografie ==
Hermann Thiersch stammte aus einer katholisch-apostolischen Familie und kam aus einem wohlbehüteten Elternhaus. Sein Vater [[August Thiersch ]] war ein berühmter Architekturprofessor an der TH München. Nach Volksschulbesuch absolvierte H. Tiersch das Gymnasium und belegte an der Universität seiner Heimatstadt das Fach "Klassische Archäologie". Nach Semestern in Berlin promovierte er 1898 bei Prof. Adolf Furtwängler, einer der bedeutendsten und einflussreichsten deutschen Archäologen des 19. Jahrhunderts, in München zum Dr. phil. (Doctor philosophiae) mit der Dissertation „Tyrrhenische Amphoren. Studien zur Geschichte der altattischen Vasenmalerei“. Reisen führten ihn mit seinem Vater nach Griechenland und Kleinasien, die er auch unter wissenschaftlichem Aspekt unternahm. Im folgenden Jahr erhielt er seine erste Anstellung als Assistent am "Königlichen Antiquarium" in München (Leiter: Prof Adolf Furtwängler). Daneben belegte er ein Stipendium des „Deutschen Archäologischen Institutes“, das ihn Reisen in diverse Länder des östlichen Mittelmeerraumes, vornehmlich Palästina, unternehmen ließ, wo er reich ausgemalte hellenistische Gräber in Marisa (heb. Maresha bei Beit Jibrin, 62 km südwestlich Jerusalems) entdeckte und die bis dahin verlorengegangene Lage der uralten Stadt Sichem wiederfand. Später nahm er an verschiedenen Ausgrabungen in Alexandria (Totenstadt; Serapeion), Pergamon und Aigina teil, deren Ergebnisse zum Teil in seine Habilitationsarbeit „Zwei antike Grabanlagen bei Alexandria“ einflossen. Mit 30 Jahren (1904) habilitierte er an der Universität München bei Prof. Adolf Furtwängler. Bereits im darauffolgenden Jahr folgte Dr. phil. habil. Hermann Thiersch einem Ruf an die Universität zu Freiburg im Breisgau als außerordentlicher Professor. Aufgrund seiner Fähigkeiten wollte die Universität ihn gerne behalten und wandelte 1909 seine außerordentliche Professur in ein Ordinariat um. Im selben Jahr veröffentlichte er seine Rekonstruktionsgedanken zum "Großen Leuchtturm von Alexandria", das ihn über Deutschlands Grenzen hinaus in Fachkreisen bekannt machte. 1913 wurde er Dekan der "Archäologischen Fakultät". Aufgrund eines Rufes als ordentlicher Professor wechselte er 1918 an die Universität Göttingen als Nachfolger des verstorbenen Prof. Gustav Körte (1852–1917). 1922 folgte wiederum das Dekanat, 1925 sogar das Rektorat der Universität. Er nahm 1926 die Stelle des Sekretärs der Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften an. In dieser Eigenschaft unternahm er erneut etliche Auslandsreisen nach Kleinasien, Nordafrika und auch wieder nach Griechenland, auf der er 1937 schwer erkrankte. 1938 wurde er, weil seine Frau als "Halbjüdin" eingestuft worden war, aus der Göttinger Akademie ausgeschlossen. Er konnte seine Lehrtätigkeit bis zu seiner Emeritierung am 20. Januar 1939 nicht mehr ausüben. Prof. Thiersch fand in dieser Zeit das "religionshistorische Problem" und die "Antikenrezeption" als neue Forschungsgebiete. 1939 starb Hermann Thiersch in Göttingen. Bis zu seinem Tod leitete er als Diakon die zu Kassel gehörende Göttinger katholisch-apostolische Gemeinde. 
== Veröffentlichungen ==
*Tyrrhenische Amphoren. Studien zur Geschichte der altattischen Vasenmalerei. Seemann, Leipzig 1899 (zugleich Dissertation an der Universität München 1898).
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