Serie „Die Sakramente“ (nac.today)
Zwischen 2020 und 2022 wurde auf nac.today eine 67-teiligen Serie „Die Sakramente“ veröffentlicht [1]. Die Serie ist thematisch in Blöcke unterteilt, die jeweils mit einer Zusammenfassung abschließen.
Titel der 67 Beiträge
Grundlagen und Allgemeines
1. Wenn Gottes Liebe Zeichen setzt
2. Ein Bauplan, vier Ecksteine
3. Vom Militär-Eid zur Heilshandlung
4. Vom äußeren Zeichen zum inneren Heil
5. Was die Zählweise erzählt
6. Was zählt, ist Glaubenssache
7. Die Bausteine der Sakramente: Wort und Element
8. Die Bausteine der Sakramente: Wille und Vollzug
9. Wer darf spenden? Wer darf empfangen?
10. Wirksamkeit: Der Glaube macht den Unterschied
11. Wie Sakramente wirken
12. Auf einen Blick: Grundlagen und Geschichte
Die Heilige Wassertaufe
13. Wasser: Symbol für Leben und Tod
14. Von der Johannestaufe zur christlichen Taufe
15. Taufe: Aufnahme in die Nachfolge Christi
16. Der Weg in die Taufgemeinschaft
17. Taufe und ihre Wirkung: Die Abwaschung der Sünde
18. Die ganze Taufe in acht Sätzen
19. Das „Ja“ zur Taufe: Die Rolle der "Paten"
20. Die Taufe im ökumenischen Kontext
Das Heilige Abendmahl
21. Brot und Wein: Ein Mahl der Gemeinschaft
22. Das Abschiedsmahl Jesu
23. Von der Sättigung zum Sakrament
24. Die Gegenwart Christi im Abendmahl
25. Realpräsenz oder Symbolik?
26. Die Wandlung der Elemente
27. Wer darf zum Tisch des Herrn?
28. Was die Kirchen einschenken
29. Das Abendmahl als Opfermahl
30. Die Gemeinschaft mit dem Auferstandenen
31. Buße und Versöhnung vor dem Abendmahl
32. Die Bedeutung der würdigen Teilnahme
33. Brotbrechen in der Urkirche
34. Liturgie und Ritus des Abendmahls
35. Wer darf wo an den Tisch?
36. Kinder am Abendmahlstisch
37. Wein oder Saft? Die Frage der Elemente
38. Die Feier des Abendmahls in Krankheitsfällen
39. Abendmahl und die Hoffnung auf die Wiederkunft
40. Zwanzig Gänge in Info-Häppchen
Die Heilige Versiegelung
41. Die Gabe des Heiligen Geistes
42. Handauflegung in der Bibel
43. Die Wurzeln der Versiegelung
44. Das Apostelamt und die Geistesmitteilung
45. Versiegelung als Abschluss der christlichen Initiation
46. Wirkung der Versiegelung: Die Kindschaft Gottes
47. Der Heilige Geist als Beistand und Tröster
48. Die Vorbereitung auf den Empfang der Versiegelung
49. Versiegelung und die Brautschaft Christi
50. Die Bedeutung des Siegels in der Offenbarung
51. Zwei Handvoll Geistesgabe
Sakramente für Entschlafene
52. Das Heilswirken Gottes über den Tod hinaus
53. Unterwegs zur Unsterblichkeit
54. Das Zeugnis der Urkirche: Die Taufe für die Toten
55. Die Entwicklung des Entschlafenenwesens
56. Wie der Abstieg aufstieg
57. Die Fürbitte für die Verstorbenen
58. Sakramentale Handlungen für die Geisterwelt
59. Die Mittlerschaft Christi für Lebende und Tote
60. Der Gottesdienst für Entschlafene
61. Die Rolle der Apostel im Entschlafenenwesen
62. Der Kraftakt für die Toten
63. Gottes Liebe kennt keine Grenzen
64. Die Verbindung der sichtbaren und unsichtbaren Welt
65. Wie auf Erden, so auf Erden
66. Hier und Dort im guten Dutzend
Abschluss
67. Hinter jedem Satz eine Geschichte
Beurteilung aus ökumenischer Sicht
Aus ökumenischer Sicht sind die Inhalte der Sakramenten-Serie der Neuapostolischen Kirche als Ausdruck eines tiefgreifenden Wandels und einer Annäherung an die allgemeine christliche Tradition zu bewerten, wobei zugleich spezifische Besonderheiten bestehen bleiben. Zum aktuellen Stand lässt sich die Beurteilung in drei zentrale Bereiche unterteilen:
1. Die Heilige Wassertaufe als Brücke
Die Wassertaufe ist das stärkste ökumenische Bindeglied.
Anerkennung: Die NAK erkennt jede christliche Taufe an, die ritusgemäß mit Wasser und der trinitarischen Formel vollzogen wurde.
Ökumenische Konsequenz: Diese gegenseitige Taufanerkennung ist die Grundlage für die fortschreitende Integration der NAK in ökumenische Gremien. (Für 2026 wird die Vollmitgliedschaft der NAK in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland erwartet.)
2. Gemeinsamkeiten und Differenzen beim Abendmahl
Beim Heiligen Abendmahl zeigt die Serie sowohl Annäherungen als auch bleibende Unterschiede auf:
Realpräsenz: Das neuapostolische Verständnis der Gegenwart von Leib und Blut Christi weist Parallelen zur lutherischen Konsubstantiationslehre und zur katholischen Transsubstantiationslehre auf.
Offenheit: Seit 2013 lädt die NAK alle getauften Christen zum Abendmahl ein, was eine bedeutende ökumenische Öffnung darstellt.
Amtsverständnis: Ein wesentlicher Unterschied bleibt die Bindung der wirksamen Sakramentsspendung an das Apostelamt, was in der Ökumene weiterhin diskutiert wird.
3. Sonderlehren und ökumenischer Klärungsbedarf
Einige in der Serie behandelte Inhalte gelten aus Sicht anderer Kirchen weiterhin als spezifisch neuapostolische Sonderlehren:
Heilige Versiegelung: Die Auffassung der Versiegelung als notwendige Ergänzung zur Taufe zur Erlangung der Gotteskindschaft wird ökumenisch kritisch hinterfragt, da andere Kirchen die Geistesmitteilung bereits in der Taufe oder Firmung/Konfirmation vollzogen sehen.
Sakramente für Entschlafene: Die stellvertretende Spendung von Sakramenten an Verstorbene ist ein Alleinstellungsmerkmal der NAK. In der Ökumene wird dies oft mit Skepsis betrachtet, da es über das allgemeine christliche Verständnis der Fürbitte für Tote hinausgeht.
Fazit: Die Serie auf nac.today dokumentiert ein Sakramentenverständnis, das sich bewusst in den Kontext der allgemeinen Christenheit stellt („Einheit in versöhnter Verschiedenheit“). Während die Taufe voll kompatibel ist, bleiben das exklusive Apostelamt und das Entschlafenenwesen Themen des weiteren theologischen Dialogs.
