Apostelkind: in de greep van een gesloten genootschap

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Apostelkind: in de greep van een gesloten genootschap ist der Titel eines Buches über die Apostolisch Genootschap (ApGen). Es erschien im Jahr 2020 und basiert auf den autobiographischen Daten der Politikwissenschaftlerin Renske Doorenspleet. [1]

Die Verfasserin des Buches war bis 1998 Mitglied der Apostolisch Genootschap. Sie beschreibt die Geschichte und vor allem die problematische Glaubenskultur der damaligen ApGen, um zu verstehen, was es für sie und die vielen Tausend Heranwachsenden der damaligen Zeit bedeutete, in der ApGen aufzuwachsen. [2]

Inhalt

Das Buch beschreibt die Entstehung der apostolischen Bewegung, konzentriert sich aber hauptsächlich auf die Hersteld Apostolische Zendinggemeente in de Eenheid der Apostelen (HAZEA) seit 1946. Nach einer Kirchenspaltung wurde 1951 die ApGen gegründet. Renske Doorenspleet verbindet Archiv- und Quellenmaterial mit persönlichen Erinnerungen und kritisiert insbesondere die zentrale Stellung des Apostels. Der geschlossene Charakter und die starren Vorschriften der ApGen werden ebenfalls hervorgehoben. Bis in die 1990er Jahre war die Struktur der ApGen autoritär und geschlossen. Doorenspleet beschreibt die ApGen als eine neue religiöse Bewegung, obwohl sie für einige Rezensenten wie eine Sekte wirke. [3]

Einbandtext

„Was ist, wenn Sie in eine Familie hineingeboren werden, die seit Generationen Teil einer Gemeinschaft mit Tausenden von ´Onkeln´ und ´Tanten´, ´Brüdern´ und ´Schwestern´ und einem ´Vater´ ist? Wenn man mitten in den Niederlanden in einer unsichtbaren, parallelen Welt aufwächst: eine geschlossene Gruppe mit täglichen Treffen, einem ganz eigenen Sprachgebrauch, eigenen Ritualen und Regeln. Angenommen, du lernst, dass du eine besondere Lebensaufgabe hast, aber niemandem außerhalb davon erzählen kannst?

Als Renske Doorenspleet 1973 geboren wurde, herrschte ´der Apostel aus Bussum´ über rund dreißigtausend Mitglieder im ganzen Land. Als ´Mund Gottes dieser Zeit´ forderte der Kirchenführer die vollständige Unterordnung. Nach ihrem Ausscheiden aus der Apostolisch Genootschap im Jahr 1998 will Doorenspleet nur eines: ihren eigenen Weg gehen. Aber auch Jahre später stellt sie fest, dass sie ihre Kindheit als ´Apostelkind´ in dieser geheimnisvollen Gemeinschaft nie loslassen konnte.

In Apostelkind verwebt Doorenspleet Archivmaterial und Erinnerungen zu einem durchdringenden und beunruhigenden Bild eines gewöhnlichen niederländischen Kindes, das in einer ungewöhnlichen Welt aufwächst. Sie beschreibt die Ursprünge der ApGen, verfolgt die Geschichte dieser unbekannten, internationalen Bewegung seit 1830 und zeigt, wie die Gruppe in unserer Demokratie immer ungestört funktionieren konnte. Entstanden ist ein atemberaubendes Buch über inneren Zwang und Machtverhältnisse, das Desinteresse der Außenwelt, aber auch über die Kraft ungehemmter Neugier und enger Freundschaft. Eine beispiellose Geschichte.“

Mediale Wirkung

Das Buch Apostelkind: in de greep van een gesloten genootschap hat in den Niederlanden große Aufmerksamkeit erzeugt, in vielen Medien wurde darüber berichtet [4], [5], z.B.:

In Zeitungen und Zeitschriften

  • Buchbesprechung von Apostelkind von Franca Treur in De Groene Amsterdammer: "[Doorenspleets] Analyse am Ende des Buches fühlt sich vorteilhaft für jeden, der selbst in einer Sekte aufgewachsen ist." 17. Juni 2020.
  • Göttliche Hormone – The Green Amsterdammer, 17. Juni 2020
  • Buchbesprechung von Apostelkind von Aleid Truijens in de Volkskrant: "Apostelkind ist eine besonders autobiografische Geschichte (und skizziert) ein nuanciertes Bild, das sowohl persönlich als auch sachlich ist." 8. Mai 2020.
  • Buchbesprechung von Apostelkind von Erica Ganzevles in Book Supplement. "Auf professionelle Weise und mit guter, gründlicher journalistischer Recherche erzählt sie in chronologischer Reihenfolge über die Geschichte der Apostolischen Gesellschaft. Fakten sind durchsetzt mit privaten Erinnerungen, ohne Sensationslust hinzuzufügen." 9. Juni 2020.
  • "Apostelkind ist eine faszinierende Geschichte darüber, wie Menschen, Kinder in einer Gemeinschaft leben, die von einem strengen Regime geführt wird, in der aber die treuen Anhänger auch Zusammengehörigkeit, Freude und Glück miteinander finden. 9. Juni 2020."
  • Buchbesprechung von Apostelkind von Marijke Laurense in Trouw: Wer "Apostelkind" liest, stellt sich regelmäßig vor, sich im maoistischen China oder Nordkorea zu befinden, mit dem absoluten Recht, dass der charismatische "Onkel Apostel" sich als zeitgenössischen Christus angenommen hat. Dienstag, 5. April 2020
  • Buchbesprechung von Apostelkind in NRC: Wie ein Gooisch-Patenkind auf seine Kindheit zurückblickt, 8. Mai 2020
  • Buchbesprechung von Apostelkind in Kunsttijdschrift Vlaanderen: "Doorenspleet gelingt es, "die Erinnerungen zu entwirren, die Fakten zu sammeln, die besondere Sprache zu entschlüsseln", die eine sehr persönliche Antwort auf die Frage nach der Apostolischen Gesellschaft sein sollte.", 28. Mai 2020.
  • Kommentar zu Apostelkind im Reformatorischen Dagblad von Luuk Reurich (Ex-Apostelkind und Richter)." [Apostelkind] skizziert treffend die beiden unvereinbaren Welten, in denen ich aufgewachsen bin. Es bricht eine hermetische Stille." 21. April 2020.
  • Buchbesprechung von Apostelkind von Mieke Koster in Alles über Bücher und Schriftsteller: Eine beeindruckende Suche: Zurückhaltend, schüchtern, so objektiv wie möglich, vorsichtig, zweifelnd an ihrer eigenen Notwendigkeit und dem möglichen Schaden für die Gemeinschaft, die hinterherhinkt. Sehr gut aussehend und geschätzt mit der maximalen ∗∗∗∗∗ (ausgezeichnet).

Auf Online-Portalen

  • Buchbesprechung von Apostelkind von Ivo de Jong in Vrijzinnigen Nederland. "Dies ist ein eindringliches, mutiges, aufregendes, klares und gut geschriebenes Buch. Eine Autobiografie, die einen Spiegel vorhält, denn: Was sind deine blinden Flecken, was ist in deinem blinden Fleck?" Juni 2020.
  • Buchbesprechung von Apostelkind von Hanna Kater in Fleurrijk, einem Online-Magazin für junge christliche Frauen. "Starker Schreibstil (und obwohl sie) eine heikle Geschichte schafft, die Familie und andere um sie herum einbezieht, tut sie dies nicht auf respektlose Weise." 20. Juli 2020.
  • Diskussion über Apostelkind von Erik Zwart (aktives Mitglied der Apostolischen Gesellschaft) in Op de keeper beschouwd (Seite im Zusammenhang mit der Apostolischen Gesellschaft): "Ich war auch ein Apostelkind." 28. Mai 2020.
  • Buchbesprechung von Apostelkind von ZijnZegje.NL "Offener und markanter persönlicher Bericht über die Loslösung einer religiösen Bewegung." 13. April 2020.

Im Radio

  • Radiodokumentation über das Buch Apostelkind in VPROs OVT: Der Weg zurück: "Was ist, wenn Sie in einer Parallelwelt aufwachsen?" 5. April 2020.
  • Weitere Radiobeiträge: [6]

In Interviews

  • Interview mit Renske Doorenspleet und Diskussion über Apostelkind von Rinskje Koelewijn im NRC: "[Doorenspleet] zeigt überzeugend, dass die Apostolische Gesellschaft die totalitären Merkmale eines Kultes hat" 12. Juni 2020.
  • Interview mit Renske Doorenspleet über Apostelkind im Reformatorischen Dagblad: "Jeden Tag haben wir ihm gedankt" 10. April 2020. Lesen Sie auch hier.
  • Interview mit Renske Doorenspleet und Diskussion über Apostelkind in den Niederlanden Dagblad: "Der Phantomschmerz der Apostolischen Gesellschaft" 8. April 2020.
  • Interview über Apostelkind in de Telegraaf: 'Voller Liebe für Onkel Apostel' 8. April 2020.
  • Interview mit Renske Doorenspleet und Diskussion Apostelkind in De Monitor: 'Eine Kindheit in der Apostolischen Gesellschaft: 'Du warst das Eigentum Gottes'" 7. April 2020.

Reaktion der Apostolisch Genootschap

Viele ehemalige Mitglieder haben sich in den Medien geäußert, dass sie ihr eigenes Erleben in den Buchbeschreibungen wiedererkennen [7] und erwähnen dabei vor allem die abgeschottete und hierarchische Kultur und die Forderung nach bedingungsloser Hingabe an den Apostel. Damit habe es zu wenig Raum gegeben, eine eigene Identität zu entwickeln. [8]

Apostel Albert Wiegman wies darauf hin, dass das Werk Apostelkind wohl eine zutreffende Beschreibung der damaligen Verhältnisse sei. Es sei traurig, dass Menschen zur Zeit des Apostels Lambertus Slok geschädigt wurden. Jetzt seien die Mitglieder allerdings mit den humanistischen Ideen der ApGen verbunden und nicht wie früher mit dem Apostel persönlich. [9]

Als Reaktion auf die große mediale Aufmerksamkeit organisierte die ApGen ab Mai 2020 Dialogtreffen mit rund 130 (ehemaligen) Mitgliedern. Der Bericht über diese Treffen, der sechs Monate später erschien, zeigte, dass viele Teilnehmer die ApGen als eine Organisation mit einer stark hierarchischen, ja diktatorischen Führung wahrgenommen hatten, die zur Verherrlichung des Apostels führte, zu geistlichem Machtmissbrauch, einer Abkapselung von der Gesellschaft und einer Kultur des Schweigens. [10], [11]

Zwei Monate später erkannte die ApGen "die dunklen Seiten unserer eigenen Vergangenheit und die Auswirkungen der ideologisch orientierten Erziehung in den siebziger und achtziger Jahren" an. Sie erklärte, sie wolle den Dialogprozess transparent führen, die Auswirkungen der Vergangenheit untersuchen und Missbräuche in der Zukunft verhindern.

Im Oktober 2020 veröffentlichte die ApGen eine Stellungnahme und richtete eine unabhängige Hotline ein:

STELLUNGNAHME DES VORSTANDS

Nach der Veröffentlichung des Buches Apostelkind von Renske Doorenspleet wurden wir mit Geschichten und Emotionen aus der Vergangenheit konfrontiert. Es war für uns als Vorstand der Apostolisch Genootschap Anlass, dies mit Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern zu diskutieren, um uns ein möglichst vollständiges Bild unserer Geschichte zu machen. Nach rund 130 eindringlichen und wertvollen Gesprächen wollen wir eine Stellungnahme abgeben.

Mit ihrem Buch hat die Autorin eine verborgene und ungelöste Seite der Vergangenheit ans Licht gebracht. Es gibt uns die Möglichkeit, diesem Teil unserer Geschichte Aufmerksamkeit zu schenken und den Menschen gerecht zu werden, die den Schmerz aus dieser Vergangenheit mit sich tragen. Weil die Menschen ihre ergreifenden und persönlichen Geschichten geteilt haben, erkennen wir, dass die hierarchische Kultur, besonders vor der Jahrhundertwende, Spuren hinterlassen hat und dass die Menschen diese Kultur als schädlich erlebt haben.

Wir erkennen voll und ganz an, dass es zu dieser Zeit eine normative und damit einheitliche Kultur innerhalb der Apostolisch Genootschap gab, in der einige der (jugendlichen) Mitglieder in ihrer Autonomie und persönlichen Entwicklung behindert wurden. Normen waren oft wichtiger als die Werte, für die die Gemeinschaft stand. Der Gruppenzwang war damals stark und die Abweichung von der Gruppe führte in bestimmten Situationen zu Ausgrenzung oder öffentlicher Zurechtweisung.

Wir bringen unser Bedauern darüber zum Ausdruck, dass wir die Anzeichen dafür nicht rechtzeitig bemerkt haben und dass wir nicht den Mut hatten, miteinander darüber zu reden, so dass es in vielen Situationen keine richtige Antwort gab. Es gab Eingriffe in Lebensentscheidungen und Familiensituationen, in denen die Privatsphäre auf dem Spiel stand. Es gab Menschen, die schweigen mussten oder sich nicht trauten zu sprechen. Infolgedessen wurde Unterstützung, die manchmal benötigt wurde, nicht gegeben oder gefunden. Von professioneller Hilfe wurde in einigen Fällen sogar abgeraten.

Das hätte nicht passieren dürfen. Sie passt nicht zu der Menschenwürde, für die wir uns einsetzen und der wir uns nähern wollen. Deshalb entschuldigen wir uns aufrichtig bei jedem, der aufgrund der damals vorherrschenden Organisationskultur und/ oder der daraus resultierenden Handlungen von Seelsorgern innerhalb der Apostolischen Gesellschaft Ablehnung, Isolation und emotionalen Schmerz erlebt hat.

11. Oktober 2020, Vorstand der Apostolischen Gesellschaft

Reaktion der Neuapostolischen Kirche

Offensichtlich hat das Erscheinen von Doorenspleets Buch Apostelkind auch Denkprozesse bei den Führungsverantwortlichen in der Nieuw-Apostolische Kerk in Nederland initiiert. Jedenfalls hat der Vorstand der Neuapostolischen Kirche in den Niederlanden im August 2021 eine Stellungnahme zur Führungskultur in der Vergangenheit abgegeben und veröffentlicht [12]. Expressis verbis meint sie damit die 1970er und 1980er Jahre, in denen der Bremer Bezirksapostel Hermann Schumacher für die Niederlande zuständig war.

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS DER NEUAPOSTOLISCHEN KIRCHE IN DEN NIEDERLANDEN

In jüngster Zeit wurden Einzelinterviews mit Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern der Neuapostolischen Kirche über ihre Erfahrungen mit der Kirche, insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren, geführt. Rückblickend zeigt sich, dass diese Zeit teilweise von einem autoritären Führungsstil geprägt war. Normen waren manchmal wichtiger als die Werte, die im Evangelium von Jesus Christus zum Ausdruck kommen. Es wurde viel Wert darauf gelegt, sich der Gemeinschaft anzupassen und im Glauben gehorsam zu sein. Die Eigenverantwortung der Mitglieder wurde in dieser Zeit nicht gefördert. Diese Führungskultur hat bei einigen Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern der Kirche negative Auswirkungen gehabt.

Als Kirchenverwaltung wollen wir offen über diese früheren Ereignisse sprechen und uns für die begangenen Fehler entschuldigen. Wir sind uns bewusst, dass Mitglieder und ehemalige Mitglieder der Kirche darunter gelitten haben. Die darauf hinweisenden Signale wurden nicht rechtzeitig wahrgenommen und es fehlte der Mut, sich der Kritik in einer vertrauensvollen Atmosphäre zu stellen. Infolgedessen wurde in verschiedenen Situationen falsch gehandelt. Wir möchten aber auch darauf hinweisen, dass es viele Geistliche gab, die ihre seelsorgerische Aufgabe liebevoll und aufrichtig wahrgenommen haben.

Wir hoffen, dass diese Erklärung den Brüdern und Schwestern, die in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit der Kirche gemacht haben, helfen wird. Außerdem halten wir es für wichtig, die Gespräche mit denjenigen, die sie benötigen, auf individueller Ebene fortzusetzen.

Amersfoort, 20. August 2021


Anmerkung: Alle niederländischen Quellen wurde durch bewährte Internet-Programme übersetzt und danach sprachlich nach bestem Wissen und Gewissen geglättet.