Angel Robinson

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Angel Robinson gilt als das erste Mitglied der Neuapostolischen Kirche in Indien. 2020 war das Jahr, in dem die NAC India ihr 50jähriges Bestehen feierte. Aus diesem Anlass wurde auch ausführlich über das erstes Mitglied berichtet. [1]

Biographische Notizen bis 1968

Angel Robinson war die Tochter von Reverend P.N. Bose, der der Anglikanischen Kirche in Beawar (Bundesstaat Rajasthan) 40 Jahre lang gedient hatte. Angel Robinson hatte fünf Kinder, vier Söhne und eine Tochter. Sie war Lehrerin und ermöglichte ihren Kindern die bestmögliche Erziehung. Ihr Mann arbeitete bei der Bahn. Er war ebenfalls sehr gläubig und Kirchenältester in Abu Road. Dort hielt er Predigtversammlungen. Er starb 1965.
1968 wurde Angel Robinson gebeten, als Reiseführerin eine Touristengruppe nach Dänemark zu begleiten. Ihr Sohn John wollte sie zunächst nicht reisen lassen, willigte dann aber ein. John forschte schon seit Jahren nach „der Wahrheit“. Angel riet ihrem Sohn vor der Abfahrt nach Dänemark: „Eines Tages wird dir der Herr jemanden an die Tür schicken, der wird dir sagen, was wahr ist.“ [2]

Aufenthalt in Dänemark 1968

In Dänemark lernte sie im Sommer 1968 die neuapostolische Familie von Herbert Mauritz kennen. Deren Glaubensüberzeugungen interessierten sie sehr und sie besuchte am Sonntag, 11. August 1968 in Kopenhagen erstmals einen Gottesdienst der Neuapostolischen Kirche. Herbert Mauritz schrieb dazu in einem Brief an Bezirksapostel Arno Steinweg vom 21.12.1968:

„Ein erhebender Augenblick wird mir unvergessen bleiben, als Frau Robinson, obwohl sie von der Predigt kein Wort verstand, ergriffen bei der Feier des Heiligen Abendmahls mit zum Tisch des Herrn ging.“ [3]

In der darauffolgenden Nacht hatte Angel Robinson einen Traum, in dem ihr ihre bereits verstorbene Mutter erschien und ihr riet, in dieser Kirche zu bleiben. Sie besuchte weiterhin die Gottesdienste und lernte den damaligen Vorsteher der Gemeinde Kopenhagen, Priester Nielsen, kennen. Es entwickelte sich eine Freundschaft, die zu vielen Gesprächen über die neuapostolische Glaubenslehre führte. (ebd.)
In einem Brief (8. Dezember 1968) schreibt Angel Robinson an Herbert Mauritz:

„Jeden Sonntag gehe ich mit Pr. Nielson zu Kirche und fühle die Gegenwart Gottes und den Frieden; vollkommenen Frieden, den die Welt nicht kennen kann! Ich hoffe, dass Jesus mich bereit findet mit ihm zu gehen. Meine Glaubenslampe brennt hell! Wir sollen ja keine Weltmenschen sein, denn diese Welt ist nicht unsere ewige Heimat. Wir suchen die Wahrheit, die uns zum ewigen Leben führt!“

Und weiter:

„Am 14. Dezember 1968 wird mich die Familie Nielsen nach Tondern (in der Nähe von Jütland) bringen, wo ich versiegelt werde. Oh, ich bin so glücklich, ein auserwähltes Schaf Christi zu werden. Ich werde gehen und viele verlorene Schafe für meinen Herrn finden. Wir müssen für unseren Herrn Jesus arbeiten und danach streben, unsere Seele zu Lebzeiten zu retten. Denn was nützt es, wenn wir die ganze Welt gewinnen und unsere eigene Seele verlieren würden? Wenn wir seinen Anweisungen nicht folgen, kreuzigen wir IHN tatsächlich wieder, und das sollten wir nicht tun." [4]

Am 15. Dezember 1968 wurde sie von Bezirksapostel Karl Weinmann in der dänischen Stadt Tondern (Dänemark) versiegelt. Darüber schreibt Herbert Mauritz in seinem Brief an Bezirksapostel Arno Steinweg vom 21.12.1968 (ebd.)

„Der Apostel gab mehrfach zwischendurch (in deutsch) seiner Verwunderung Ausdruck über die hohe Erkenntnis dieser Schwester. […] Deshalb war es dem Apostel möglich, mit ihr die größten Geheimnisse unseres Glaubens, z.B. die Verwandlung am Tag der ersten Auferstehung, die Missionsarbeit des königlichen Priestertums im 1000-jähirgen Friedensreich und das Wesen der neuen Schöpfung zu erörtern und aufzuschließen […] Unter dem Apostelwort wurde ihr so recht klar, welch großen und bis in die Ewigkeit hineinreichenden Engeldienst sie verrichten könne, wenn sie in dem Millionen zählenden Land Indien das Zeugnis ausbreiten dürfte.“ (ebd.)

Rückkehr nach Indien 1969

Angel Robinson erkrankte 1969 und kehrte daraufhin nach Indien zurück. Dort lebte sie mit ihrem Sohn John Robinson in Abu Road (Bundesstaat Rajasthan). Zuvor hatte sie sich so geäußert:

„Nun will ich baldmöglichst nach Indien reisen, um dort meinen vier Söhnen, meinen Verwandten und meinen vielen Bekannten Zeugnis vom Wirken Gottes durch die Apostel zu bringen. Manche von denen wollten mich von der Reise in die christliche Welt abhalten. Selbst ich wußte damals nicht, was mich trieb. Nun aber ist mir alles klar, der Herr wies mir diesen Weg!“ (zit. aus dem Brief von Herbert Mauritz an Bezirksapostel Arno Steinweg, vom 21.12.1968, s.o.)

Verschiedene Berichte bestätigen, dass sich Angel Robinson in der kurzen Zeit bis zu ihrem Tod sehr für die neuapostolische Lehre in ihrer alten Heimat eingesetzt hat. So berichtet z.B. der Apostel Morris Daniel (1941-2017) in seinem Lebenslauf:

„Als ich 1962 beruflich nach Bombay kam, lernte ich die inzwischen heimgegangene Frau Robinson, die Mutter des nachmaligen Apostels John Robinson kennen. Unsere Verbindung hielten wir auch dann noch aufrecht, als sie nach Dänemark verzog. Eines Tages schrieb sie mir, daß sie neuapostolisch geworden sei, und ermutigte mich, diesen Glauben zu prüfen und den Kontakt zu der Neuapostolischen Kirche zu suchen.“. [5]

Tod von Angel Robinson

Im Dezember 1969 verstarb Angel Robinson. Keine Kirche wollte sie beerdigen. Deshalb führte ihr Sohn John Robinson, der zu diesem Zeitpunkt zwar in die NAK aufgenommen, aber noch nicht versiegelt war, die Trauerfeier nach neuapostolischem Ritus durch. [6]