Stellungnahme zur Botschaft von Stammapostel Bischoff

Aus APWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Stellungnahme zur Botschaft von Stammapostel Bischoff ist eine fünfseitige Stellungsnahme die Stammapostel Wilhelm Leber kurz vor dem Ende seiner Amtszeit am 13. Mai 2013 auf der Internetseite der Neuapostolischen Kirche veröffentlicht hat.[1] Daneben wurde sie auf Nacworld veröffentlicht.[2] Bereits am 10. Mai 2013 wurde in einem Rundschreiben explizit auf die Stellungnahme hingewiesen.[3] Diese Stellungnahme wird ebenfalls in einer Spezialausgabe der Zeitschrift Unsere Familie im Juni 2013 publiziert.[4]

Das Rundschreiben

Im Rundschreiben mit dem Hinweis auf die Stellungnahme wurde am 12. Mai 2013 im Anschluß an den Gottesdienst verlesen.[5][6]

Als Grund und Zweck dieser Stellungnahme nennt der Stammapostel:

„Was wird mit dieser Stellungnahme bezweckt? Nun, der Heimgang von Stammapostel Bischoff liegt mehr als 50 Jahre zurück, da wird es Zeit, dass wir uns diesem Thema nüchtern und sachlich stellen.[7]

Inhalt

Hauptartikel: Botschaft

Im Vorwort der Stellungnahme geht Stammapostel Leber darauf ein, dass er bisher keine Zeit für eine ausführliche Stellungnahme gefunden hat und diese erst durch die Unterstützung Stammapostelhelfers Jean-Luc Schneider gefunden hat.[8]

In der Stellungnahme bezieht er sich direkt auf die Aussagen seines Amtsvorgängers Johann Gottfried Bischoff die zur Bildung der Botschaft geführt haben:

„Der Herr kommt zu meiner Lebenszeit wieder. Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr.[9]

Ferner geht er in den folgenden Seiten darauf ein, wie sich die Botschaft zu einem Dogma weiterentwickelt hat, in dem der Glaube daran die Bedingung war in die Neuapostolische Kirche aufgenommen zu werden.[10] Ferner kam es zu bizarren Auswüchsen, bei denen beispielsweise gezählt wurde wie oft die Botschaft im Gottesdienst erwähnt wurde.[11]

Er geht auch auf das Wort aus Matthäus 24 Vers 36 ein:

„Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.[12]

Er spricht davon, dass sich die NAK heute mehr an der Bibel ausrichtet, als sie es zum damaligen Zeitpunkt tat. Es kam zu Polarisierungen zwischen den Befürwortern der Botschaft und ihren Widersachern und es kam dazu dass, sich viele genötigt sahen, die Kirche zu verlassen oder gar ausgeschlossen wurden.[13]

Zum Heimgang des damaligen Stammapostels schreibt er folgdende Worte:

„Der Heimgang von Stammapostel Bischoff im Jahr 1960 erschütterte verständlicherweise die neuapostolische Welt. Die Apostel sahen sich in einer besonderen Verantwortung. Die Gefahr, dass viele sich von der Kirche abwenden würden, war nicht von der Hand zu weisen. Innerhalb weniger Tage mussten Erklärungen gefunden werden, die es den Glaubensgeschwistern ermöglichen sollten, das Geschehene einzuordnen. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang besonders die Aussage: Der Herr hat seinen Willen geändert. Diese These hat nachhaltigen Einfluss innerhalb der Kirche erlangt.[14]

Aus heutiger Sicht schreibt Stammapostel Leber hierzu, dass es jedem freigestellt ist wie die Botschaft zu interpretieren ist. Abschließend distanziert sich die NAK indirekt von der Botschaft mit folgenden Worten:

„Ich möchte betonen: Die Neuapostolische Kirche hält heute nicht mehr daran fest, dass es sich bei der Botschaft von Stammapostel Bischoff um eine göttliche Offenbarung gehandelt hat. Die Frage der Bewertung der Botschaft bleibt offen; es steht jedem frei, sich sein eigenes Urteil darüber zu bilden. Die Neuapostolische Kirche wird auch nicht mehr von der Begründung Gebrauch machen, der Herr habe seinen Willen geändert.[15]

Er betont in seiner Stellungnahme, das die Naherwartung der Wiederkunft Christi grundsätzlich nicht als etwas falsches zu verstehen ist, allerdings sollen die damaligen Übertreibungen und Überspitzungen nicht bagatellisiert werden.[16]

Die Stellungnahme beendet er mit folgenden Wunsch:

„Es ist mir ein Anliegen, jene um Verzeihung zu bitten, die unter der Botschaft des Stammapostels Bischoff gelitten haben oder sich sogar von der Kirche abwandten. Ich bedaure die Gewissensnöte und Zweifel, denen viele ausgesetzt waren. Ich würde mich freuen, wenn dieser Artikel als weiteres Signal zur Versöhnung oder sogar als ein Schritt hin zur Versöhnung aufgenommen würde.[17]

Reaktionen

Nach der Ankündigung der Veröffentlichung dieser Stellungnahme war der NAK-Server zur offiziellen Webseite der Neuapostolischen Kirche für einige Zeit nicht mehr erreichbar, da der Server die Besucherzahlen nicht mehr verarbeiten konnte.[18]

Sachliche Reaktionen die innerhalb der offiziellen NAK-Webseiten veröffentlicht wurden

Dr. Helmut Obst sprach davon das Wilhelm Leber mit dieser einen Stein des Anstoßes »auf sehr bemerkenswerte und mutige Weise bewegt« habe und damit einen großen Schritt getan hat.[19]

Dr. Reinhard Hempelmann der Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin, sprach davon das ein Schritt in die Richtung mit der besseren Verständigung mit anderen Christen getan wurde.[20]

Manfred Keller und Werner Kuhlen Zeitzeugen und sich im Ruhestand befindliche Amtsträger in der Vereinigung Apostolischer Gemeinschaften (VAG) sprachen davon dass die aktuellen Darlegungen von Stammapostel Leber überzeugten durch Bibeltreue und Wahrheitsliebe, so Keller und Kuhlen: »Wir sind dankbar dafür.«[21]

Bezirksapostel Armin Brinkmann der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen, die während der 1950er Jahren durch die Botschaft betroffen wurde, begrüßte die Stellungnahme und ging dabei auf die Aufarbeitung dieser Zeit ein, wobei er das christliche Miteinander in den Mittelpunkt stellte.[22]

Die Stellungnahme brachte es in Nacworld auf mehr als 120 Kommentare innerhalb des ersten Tages seiner Veröffentlichung.[23] Daneben gibt es viele Blogbeiträge die auf die Stellungnahme eingehen, manche verlangen sogar eine Abschaffung des Entschlafenenwesens.[24] Andere sind enttäuscht, dass keine Namen genannt wurden, oder das Gruppen in der Stellungnahme gefehlt haben.[25] Andere sprechen davon, dass man sich für die falschen Entscheidungen seiner Vorgänger nur entschuldigen kann und dass man aus den Fehlern etwas lernen muss.[26]

Sachliche Reaktionen die außerhalb der offiziellen NAK-Webseiten veröffentlicht wurden

Das Netzwerk Apostolische Geschichte begrüßte grundsätzlich die Stellungnahme des Stammapostels, vor allem die Aussage dass die Botschaft keine biblische Begründung habe. Allerdings kritisierte sie zeitgleich, dass die wissenschaftliche Forschung zu dem Thema des Netzwerks kaum von der Kirchenleitung der Neuapostolischen Kirche beachtet wurde.[27]

Die Apostolischen Gemeinschaften nahmen die Stellungnahme mit Hochachtung zur Kenntnis.[28] Allerdings spricht sie davon, dass Stammapostel Leber allerdings keine Konkretisierungen hierzu ausführen wird, da er an Pfingsten des Jahres 2013 in den Ruhestand treten wird. Aus diesem Grund möchten sie abwarten, welche Schritte sein Amtsnachfolger Jean-Luc Schneider in diese Richtung unternehmen wird.[29] Daneben wird immer noch der Vertrauensverlust angeführt, der durch den Informationsabend bezüglich der Geschichte der NAK hervorgerufen wurde.[30] Die Reaktion endet mit den Worten:

„Die Erklärung der VAG vom 01.02.2008 gilt unverändert und wird dafür als Richtschnur dienen. Die Stellungnahme des Stammapostels Leber könnte einen Neuanfang möglich machen.[31]

Die Webseite Religionsreport spricht davon das zwei wichtige Korrekturen in der Neuapostolischen Kirche vorgenommen wurden.[32] In einem Kommentar sprach die Seite Religionsreport davon, dass der 13. Mai 2013 die Chance hat ein historisches Datum der NAK zu werden, da Stammapostel Leber ein schwerwiegendes Glaubwürdigkeitsdefizit der Kirche abgebaut hat.[33] Die Webseite Glaubenskultur hat anlässlich der Stellungnahme zwei Kommentare mit den Titeln Auf den Weg der Bußfertigkeit geführt und Zu spät, zu wenig, zu unklar veröffentlicht.[34] Daneben wurde auf die Nichterfüllung in einem weiteren Artikel namens Umgang mit der Nichterfüllung war unbiblisch veröffentlicht.[35]

Die Apostel und Bischöfe der Vereinigung Apostolischer Gemeinschaften veröffentlichten am 16. November 2013 auf den europäischen Internetseiten ebenfalls fünfseitige Gedanken zur Stellungnahme, bei der man sich positiv darüber äußert und anbietet, den 2007 unterbrochenen Versöhnungsprozess wieder aufzunehmen.

Negative Reaktionen auf NAK-kritischen Webseiten

Siehe auch: Kritik an der apostolischen Bewegung

Neben zahlreichen sachlichen Reaktionen, gab es auch einige Reaktionen, die unsachlich ausfielen und mit viel Polemik oder Zynismus verfasst wurden. Besonders zynisch wurde die Stellungnahme von der kritischen Webseite Quo Vadis NAK? aufgenommen, in dem Stammapostel Bischoff als Untoter bezeichnet wurde, der immer noch in den Reihen der NAK leben wird, bis die Botschaft endgültig zu Grabe getragen werde.[36] Die religionskritische Seite Canities-News bezeichnete die Stellungnahme in einem längeren Artikel in dem Absatz für Absatz zerpflückt wurde, als Unsinn.[37]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/BotschaftBischoff/Stellungnahme_zur_Botschaft_von_Stammapostel_Bischoff.pdf
  2. https://nacworld.net/posting/543946/view
  3. Das Rundschreiben selbst
  4. http://cms.nak-sued.de/index.php?id=42250
  5. Gottesdienst am 12. Mai 2013
  6. http://cms.nak-sued.de/index.php?id=42250
  7. Das Rundschreiben selbst
  8. http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/BotschaftBischoff/Stellungnahme_zur_Botschaft_von_Stammapostel_Bischoff.pdf
  9. http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/BotschaftBischoff/Stellungnahme_zur_Botschaft_von_Stammapostel_Bischoff.pdf
  10. http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/BotschaftBischoff/Stellungnahme_zur_Botschaft_von_Stammapostel_Bischoff.pdf
  11. http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/BotschaftBischoff/Stellungnahme_zur_Botschaft_von_Stammapostel_Bischoff.pdf
  12. Matthäus 24, 36 i.V.m. http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/BotschaftBischoff/Stellungnahme_zur_Botschaft_von_Stammapostel_Bischoff.pdf
  13. http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/BotschaftBischoff/Stellungnahme_zur_Botschaft_von_Stammapostel_Bischoff.pdf
  14. http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/BotschaftBischoff/Stellungnahme_zur_Botschaft_von_Stammapostel_Bischoff.pdf
  15. http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/BotschaftBischoff/Stellungnahme_zur_Botschaft_von_Stammapostel_Bischoff.pdf
  16. http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/BotschaftBischoff/Stellungnahme_zur_Botschaft_von_Stammapostel_Bischoff.pdf
  17. http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/BotschaftBischoff/Stellungnahme_zur_Botschaft_von_Stammapostel_Bischoff.pdf
  18. http://www.glaubenskultur.de/ Artikel: NAK-Webseite platt
  19. http://www.bischoff-verlag.de/public_vfb/pages/de/family/news/130513botschaft_reaktionen.html
  20. http://www.bischoff-verlag.de/public_vfb/pages/de/family/news/130513botschaft_reaktionen.html
  21. http://www.bischoff-verlag.de/public_vfb/pages/de/family/news/130513botschaft_reaktionen.html
  22. http://www.nak-nrw.de/aktuelles/kurznotiert/130515_naki-veroeffentlicht-stellungnahme-zur-botschaft/
  23. https://nacworld.net/posting/543946/view
  24. https://nacworld.net/posting/544487/view
  25. Durchsicht mehrer Blogartikel und Kommentare auf NACWORLD
  26. Durchsicht mehrer Kommentare zur Veröffentichung der Stellungnahme auf NACWORLD
  27. http://www.apostolische-geschichte.de/index.php?view=article&catid=34%3Anews&id=208%3Azur-aktuellen-stellungnahme-der-neuapostolischen-kirche-zur-botschaft-des-stammapostels-jg-bischoff
  28. [1]
  29. [2]
  30. [3]
  31. [4]
  32. http://www.religionsreport.de/?p=3656
  33. http://www.religionsreport.de/?p=3659
  34. http://www.glaubenskultur.de/ Kommentare: Auf den Weg der Bußfertigkeit geführt und Zu spät, zu wenig, zu unklar
  35. http://www.glaubenskultur.de/ Artikel: Umgang mit der Nichterfüllung war unbiblisch
  36. http://nak-quo-vadis.blogspot.de/2013/05/1111-zurich-schweiz-13-mai-2013.html
  37. http://www.canities-news.de/die-neuapostolische-kirche/die-nak-und-ihr-umgang-mit-der-wahrheit/