Nigeria

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Basisdaten
Staat Nigeria
Fläche 923.768 km²
Einwohner 152.217.341 (Zensus; Juli 2010)
Hauptstadt Abuja
Amtssprache(n) Englisch
aktive apostolische

Gruppen im Land

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Die apostolischen Glaubensgemeinschaften und ihre Entwicklung in Nigeria In Nigeria besteht eine kaum überschaubare Vielfalt an religiösen Gemeinschaften. Eine nigerianische Studie ermittelte 2003 Bevölkerungsanteile von 50,5 % für Muslime (vor allem im Norden) und 48,2 % für Christen (im Süden), davon sind 13,7 % Katholiken, 15,0 % Protestanten und 19,6 % andere, meist Mitglieder evangelikaler und pfingstlicher Kirchen.Auch zahlreichen anderen Schätzungen zufolge sind etwa 50% der Nigerianer Muslime,zwischen 40 und 46 % sind Christen und der restliche Teil bekennt sich zu einer traditionellen afrikanischen Religion. Einzelnen christlichen Schätzungen zufolge sollen hingegen Christen mit 50,8 % eine hauchdünne Mehrheit im Land stellen. Es kam in der Vergangenheit oft zu Streitigkeiten zwischen den Religionsgruppen. Seit der Demokratisierung Nigerias 1999 nehmen Islamisierungstendenzen im ganzen Land zu. So wurde auf Druck islamischer Gruppen in den Bundesstaaten im Nordteil des Landes die Scharia eingeführt.[1] Seither fielen Tausende religiösen Pogromen zum Opfer.[2] Islamistische Gruppen wie Boko Haram setzen sich für die Einführung der islamischen Scharia in ganz Nigeria und das Verbot westlicher Bildung ein, was immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen mit Christen oder gemäßigten Muslimen führt. Von 1999 bis 2004 soll der Konflikt auf beiden Seiten etwa 10.000 Menschenleben gekostet haben.[3] Bei wiederholten Übergriffen wie den Anschlägen auf christliche Kirchen 2011 kam es zu zahlreichen Toten, bei einem Anschlag gegen eine Koranschule wurden sieben Menschen verletzt.[4]

Geschichte

Aus der Zeitschrift Nr. 14 "Unsere Familie" des Jahres 1999 wird von Apostel Peter Gfeller über die schwierigen Anfänge in Nigeria berichtet:

Als ich im August 1968 das erste Mal nach Nigeria kam, gab es hier die Neuapostolische Kirche noch nicht. Seine Firma, ein Schweizer Unternehmen, hatte ihn in das westafrikanische Land geschickt, um den Bau mehrerer Niederlassungen an wichtigen Orten zu koordinieren. Keine leichte Aufgabe, denn in jenen Tagen bestimmte der Krieg mit der nach Unabhängigkeit strebenden Provinz Biafra das Leben in Nigeria. "Die Bilder der hungernden Menschen, des Elends und der Zerstörung stehen mir heute noch vor Augen. Bei manchen Gelegenheiten musste ich mit der Bevölkerung in den Busch rennen, um mein Leben vor herannahenden Truppen zu retten." Nach dreijährigem Aufenthalt in Nigeria kehrte Peter Gfeller für zwei Monate in die Schweiz zurück. In dieser Zeit sprach er auch mit Apostel Hermann Hänni. Neben seinem persönlichen Empfinden erklärte er dem Apostel, dass der Aufbau des Werkes Gottes in Nigeria doch irgendwie möglich sein müsste. Apostel Hänni wandte sich an den damals zuständigen Bezirksapostel Gottfried Rockenfelder und gab dann Peter Gfeller den weisen Rat: "Peter, das Werk Gottes baut sich Stein für Stein auf. Alles muss organisch wachsen. Sei nicht traurig, der himmlische Vater wird dir helfen und dich segnen." Mit diesen Worten im Herzen kehrte Peter Gfeller nach Nigeria zurück. Im Oktober 1973 erhielt er Post vom damaligen Bischof Rudolf Schilling, der um ein kurzes Treffen mit ihm auf dem Flughafen in Lagos bat. "Wir kannten einander nicht, aber unter den vielen Menschen, die das Flugzeug verließen, blickte mich ein großer, kräftiger Mann mit einem freundlichen Gesicht an, so dass ich überzeugt war: Das muss der Bischof Schilling sein. Wir hatten so viel zu besprechen während des kurzen Aufenthalts, dass wir vergaßen, das kalte Bier, das ich besorgt hatte, zu trinken, obwohl es im Flughafengebäude, sehr, sehr heiß war und wir schwitzten." Erneut erhielt Peter Gfeller am 27.12.1973 einen weiteren Brief von Bischof Schilling. Darin kündigte Bischof Schilling seinen Besuch für Februar 1974 an und bat Bruder Gfeller dazu interessierte Gäste einzuladen. Ein Saal wurde gefunden, rund 50 Gäste kamen, denen Bischof Schilling diente. "Anschließend erklärte er mir, dass von nun an ich jeden Sonntag Gottesdienste für diese Gäste halten sollte. Ich war völlig geschockt, doch der Bischof beruhigte mich und sagte: der liebe Gott wird ihnen helfen." Der weitere Fortgang, so Peter Gfeller, sei schrecklich gewesen. "Als ich am kommenden Sonntag den ersten Gottesdienst halten wollte, war der Saal verschlossen, weil der Eigentümer vergessen hatte, meinem Freund den Schlüssel zu geben. So hatten wir keine andere Chance, als mit den Gästen, die wiedergekommen waren, uns auf dem Bürgersteig in die heiße afrikanische Sonne zu setzen, umgeben von Staßenlärm, Musik, Bettlern, die nach Allah riefen. Ich war völlig unglücklich und fragte, wie das alles weitergehen solle." Bruder Peter Gfeller heiratete seine Braut Claudine am 12.02.1974 und dazu wollte ihm Bezirksapostel Rockenfelder im Mai den kirchlichen Segen spenden. Dazu bat ihn Bischof Schilling erneut brieflich einige Seelen zu finden, die bereit waren, die Heilige Versiegelung zu empfangen. Der 19.05.1974 war für uns alle ein historischer Tag in der Gemeinde Lagos-Surulere an dem 33 Seelen das Sakrament der Heiligen Versiegelung durch Bezirksapostel Rockenfelder empfingen. Im gleichen Gottesdienst wurde unsere Ehe gesegnet und ich empfing das Priesteramt. Außerdem gab mir der Bezirksapostel vier Diakone zur Seite, denn ich sollte der Gemeinde nun als Vorsteher dienen. Doch in diese Freude über diesen zaghaften Beginn mischte sich recht bald große Trübsal. "Als meine Frau und ich eines Tages zur Kirche kamen, waren nur die vier Diakone anwesend, sonst niemand. Als ich nach dem Grund fragte, erklärten sie mir, sie seien enttäuscht darüber, dass der Bezirksapostel ihnen nicht gesagt habe, was sie als Diakone verdienen würden. Deshalb hätten sie den Geschwister abgeraten weitere Gottesdienste zu besuchen. Diese Haltung machte mich wütend. Ich forderte sie auf, alle Geschwister zum nächsten Gottesdienst zusammenzurufen. Doch jener Tag wurde einer der schwärzsten Tage in meinem Leben. Denn als ich die Geschwister fragte, ob sie dem Stammapostel, dem Bezirksapostel und mir, ihrem Priester, folgen würden oder ob sie lieber dem Wort der Diakone gehorchen wollten, standen alle auf und verließen die Kirche. Der älteste der Diakone meinte dann, es läge an mir, ob alle wiederkommen würden. Wenn ich Geld mitbrächte, wäre dies keine Frage. Umgehend informierte ich Bischof Schilling über diese Situation. Im Rückblick kann ich nur sagen: "Der Anfang war sehr hart, und Gott allein weiß, was wir erreicht hätten, wenn wir dieses Verhalten toleriert hätten". Im Laufe der Zeit entwickelten sich "Stubengemeinden", und das betrachtet Peter Gfeller als großen Erfolg, als ein Geschenk Gottes.

Bis Ende 1988 wurde Nigeria durch die Gebietskirche Hessen betreut wo schon fünf Ältestebezirke entstanden. Nach der in Ruhesetztung von Bezirksapostel Gottfried Rockenfelder wurde Bezirksapostel Klaus Saur länderverantwortlicher Apostel für Nigeria. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Apostel Rudolf Schilling ab 1984 nicht mehr nach Nigeria reisen. Daher wurde Apostel Herbert Schneider, später der Apostel Günter Beck mit dieser Aufgabe betreut.

Am 21.11.2000 fand unter Vorsitz der Bezirksapostel Erwin Wagner Kanada/USA und Bezirksapostel Klaus Saur Baden Württemberg in Accra /Ghana eine Zusammenkunft statt, an der die Apostel und Bischöfe verschiedener afrikanischer Länder teilnahmen. Anlass war eine entscheidende Umstrukturierung, die ab Januar 2001 gilt. Davon waren rund 442.000 Geschwister betroffen. Benin (21.016 Mitglieder) Ghana (190.295 Mitglieder) Elfenbeinküste (18.742 Mitglieder) Nigeria (189.021 Mitglieder) und Togo (23342 Mitglieder). Diese Länder wurden bisher ganz oder teilweise von der Gebietskirche Kanada betreut. Nun wechseln sie zur Gebietskirche Süddeutschland. Außerdem übergab Bezirksapostel Wagner das Land Burkina Faso mit 21.667 Mitgliedern an die Gebietskirche Hessen. Das Land Niger mit 5755 Geschwistern wechselt von Bezirksapostel Klaus Saur zu Bezirksapostel Hagen Wend.

Apostolische Gemeinschaften

Die Neuapostolische Kirche in Nigeria gehört administrativ und seelsorgerisch zur Neuapostolischen Kirche Süddeutschland. 2013 gehörten zu ihr 295.123 Mitglieder in 1.063 Gemeinden, welche von 6.769 Amtsträgern betreut werden.[5]

Kuriosa

Siehe auch


Verweise

  1. http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/8169359.stm
  2. Religiöse Spannungen in Nigeria (englisch)
  3. Die Mähdrescher Gottes, Zeit Online vom 27. Mai 2004
  4. http://derstandard.at/1324501420435/Anschlag-auf-Koranschule
  5. http://www.nak-sued.de/wo-wir-sind/gebiete-im-ausland/nigeria/nigeria-informationen/