Neujahr

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Neujahr oder auch das Fest der Beschneidung des Herrn ist ein am 1.Januar begangener Feiertag im Kirchenjahr. Viele apostolische Glaubensgemeinschaften begehen das Fest unter unterschiedlichen Betrachtungen.

Beschneidung des Herrn

Am Fest der Beschneidung des Herrn (lat. Circumcisio Domini), auch Beschneidungsfest (lat. Festum circumcisionis)genannt, gedenken mehrere christliche Konfessionen der Beschneidung Jesu acht Tage nach seiner Geburt. Es wird am 1. Januar gefeiert, dem Oktavtag von Weihnachten.

Dass Jesus gemäß jüdischem Brauch (Gen 17,10–14) am achten Lebenstag beschnitten wurde, berichtet der Evangelist Lukas im zweiten Kapitel. Gleichzeitig, und darauf liegt in Lk 2,21 das Gewicht, sei ihm der Name Jesus gegeben worden.

in apostolischen Gemeinschaften

Vor allem in der katholisch-apostolischen Gemeinde als auch in der Allgemein christlich apostolischen Mission wurde der 1.Januar unter dem Aspekt der Beschneidung des Herrn begangen.

in anderen christlichen Gemeinschaften

In den anglikanischen, orthodoxen, syrisch-orthodoxen und syro-malabarischen Kirchen wird der Beschneidung und/oder der Namensgebung Christi am 1. Januar auch heute noch gedacht, ebenso in einigen altkatholischen und evangelischen Kirchen. Die römisch-katholische Kirche begeht seit der erneuerten Grundordnung des Kirchenjahres von 1969 den 1. Januar als Oktavtag von Weihnachten und Hochfest der Gottesmutter Maria, das Tagesevangelium ist weiterhin Lukas 2,16-21 (Beschneidung Jesu). In der außerordentlichen Form des römischen Ritus' besteht das Fest noch heute.


Neujahr

Am 1.Januar beginnt das bürgerliche Jahr. Im Gegensatz dazu beginnt das Kirchenjahr am 1.Advent.

Allgemeines zur Jahreswende

An allen Wendepunkten des Lebens sind neben den materiellen und gesellschaftlichen Aspekten auch Religion und Weltanschauung von Bedeutung. Beim jahreszeitlichen Wechsel spielen – je nach Kultur, Klima und religiöser bzw. nationaler Geschichte – so viele Aspekte hinein, dass eine vollständige Aufzählung kaum möglich erscheint. Einige auch im westlichen Kulturkreis einleuchtende Aspekte sind:

Traditionelle Riten im Umgang mit der Ernte und dem Dank an Höhere Wesen, verschiedene Erntedankfeste und religiöse Tänze bzw. Spiele Allgemeine Tendenz zu Gebet, Nachdenken oder Meditieren in Zeiten der Stille, der landwirtschaftlichen Ruhe oder vorwiegend häuslichen Arbeiten, oder unterm Sternhimmel der viel längeren Nächte mehr Zeit und Offenheit für gemeinsame Freizeit in Gruppen, im Paar und in der Familie, mehr Gelegenheit zur gegenseitigen Anregung usw., was auch – je nach Gottesbild – starken religiösen Konnex hat.

Jahreswende in der Christenheit

Seit dem 15. Jahrhundert sind in Deutschland neben den Predigten über das Beschneidungsfest und über die Namensgebung Jesu auch Neujahrspredigten überliefert, in denen die Geistlichen der Gemeinde symbolische „Neujahrsgeschenke“ machten. Dabei wurden verschiedene Gegenstände des Alltagslebens, Pflanzen, Edelsteine oder Tiere den verschiedenen Ständen (zum Beispiel Eheleuten, Jungfrauen, Obrigkeiten und alten Leuten) „verehrt“ und nach ihren symbolischen Eigenschaften ausgelegt. Vorbild hierfür war der Brauch, nach dem Nachbarn sich zu Neujahr gute Wünsche oder kleine Geschenke austauschten.

Während der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts wurde in den Gottesdiensten kaum auf den Jahreswechsel Bezug genommen. Das Kirchenjahr begann nämlich mit dem ersten Adventsonntag, also um den Monatswechsel November/Dezember.Im 16. Jahrhundert entstanden – vor allem durch den musikalischen Impetus vieler evangelischer Christen – zahlreiche Neujahrslieder. Auch im Barock und seiner ausgeprägten Kirchenmusik sind einige entstanden, unter anderem von Bach und seinen Söhnen. Manche dieser damaligen Lieder werden bis heute gesungen, z. B. „Das Alte ist vergangen, das Neu’ hat angefangen …“. Mehrere dieser Lieder gehören zum Repertoire der heutigen Sternsinger.

in apostolischen Glaubensgemeinschaften

Vor allem in der Neuapostolischen Kirche und den aus ihr hervorgegangen Glaubensgemeinschaften wird der 1. Januar unter dem Aspekt eines Wendepunktes begangen. Im Mittelpunkt stehen hier der Dank an Gott für das Vergangene als auch das Vertrauen auf seinen Beistand in der Zukunft.