Laodikeia

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Laodizea war eine antike Stadt in Phrygien. Das Wort Laodizea entspricht hierbei nur einer Eindeutschung, die Stadt ansich hieß eigentlich Laodikeia und lag am Fluß Lykos. Der Name dieser Stadt wird häufiger in der Bibel erwähnt, da sich dort eine christliche Gemeinde befunden hat.

Der Ort Laodikeia

Der Ort Laodikeia wurde auf den Grundfesten der alten Siedlung Diospolis etwa im Jahre 261 und 253 vor Christus von König Antiochos II. gegründet. Seinen Namen verdankt dieser neue Ort der Königin Laodike.

Die Ortschaft selbst liegt in der Nähe der Thermen von Hierapolis und entwickelte sich deshalb zu einem wahren Wirtschaftszweig der römischen Provinz Asia. Schließlich kamen bereits zur damaligen Zeit viele Kurgäste und Pilger in diesen Ort um sich von ihrer langen Reise zu erholen. Später wurde Laodikeia auch von zwei Erdbeben erschüttert. [1]

Die wichtigste Entdeckung der Stadt war die einer roten Pflanzenwurzel die mit Wasser bedünnt wurde um damit schließlich schwarze Stoffe purpurn zu färben. Die Stadt wurde schließlich zu einer wahren Purpurstoffabrik des römischen Reiches. Im Jahr 494 nach Christus ereignete sich ein erneutes Erdbeben, was dafür sorgte, das die fast zerstörte Stadt an Bedeutung verlor. Im 12. Jahrhundert wurde die Stadt von den Seldschuken erobert und ihre Bewohner nach Denizli Lâdik umgesiedelt. Wobei das Wort Ladik für die Stadt Laodikeia stand.

Die Gemeinde Laodikeia

Die Gemeinde Laodikeia befand sich in enger Verbindung mit der Kolossai, die sich in der Nachbarschaft von Laodikeia befand. Man vermutet, dass die Gemeinde bereits während des Jahres 50 nach Christus existiert hat.

Erwähnungen in der Bibel

Erwähnung im Kolosserbrief

Im 2. Kapitel des Brief des Paulus an die Kolosser bittet Apostel Paulus die Gemeinde von Laodizea inständig darum sich an Jesus Christus zu halten. [2]

Aus dem 4. Kapitel des Briefes geht hervor, dass sich um die Gemeinde ein Mann namens Epaphras gekümmert hat. [3]

Erwähnung in den sieben Sendschreiben

Laodizea wird in den sieben Sendschreiben der Offenbarung des Johannes erwähnt.

Diese sind in Offenbarung 3 Vers 14 - 20 folgendes zu lesen:

"An den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: So spricht Er, der «Amen» heißt, der treue und zuverlässige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: Ich kenne deine Werke. Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß! Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien. Du behauptest: Ich bin reich und wohlhabend und nichts fehlt mir. Du weißt aber nicht, dass gerade du elend und erbärmlich bist, arm, blind und nackt. Darum rate ich dir: Kaufe von mir Gold, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst; und kaufe von mir weiße Kleider und zieh sie an, damit du nicht nackt dastehst und dich schämen musst; und kaufe Salbe für deine Augen, damit du sehen kannst. Welche ich liebhabe, die strafe und züchtige ich. So sei nun fleißig und tue Buße! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir." [4]

Laodizenerbrief

Der Laodizenerbrief ist ein verlorengegangener Apostelbrief von Paulus, über seine Urheberschaft wird seit Jahren gerätselt, ebenso ist steht es um den Inhalt des Briefes.

Der Theologe Marcion hat eine "bereinigte Version" der Bibel (Ohne das Alte Testament) angefertigt in der auch dieser Brief enthalten war. Später wurde in der Vulgata ein Leodizenerbrief veröffentlicht, ob dieser Brief mit dem der Version von Marcion identisch ist, gilt als umstritten. [5] [6] Diese Version ist vielen Punkten inhaltlich identisch mit anderen Briefen des Apostel Paulus.

Dieser Brief wurde in 19 Verse unterteilt. In den ersten 6 Versen stellt sich Paulus als Mann Gottes vor, der Jesus Christus dienen möchte. Des Weiteren betont er im 7. Vers, das man nur durch ihn Erlösung finden kann. Danach bestätigt er in mehreren Versen seine Aufgabe als Diener von Jesus Christus. Danach ermahnt der Schreiber seine Leser es ihm gleich zu tun. [7]

Apostolische Bedeutung

Die christliche Gemeinde in Laodizea ist die Empfängerin des siebten und letzten Sendschreibens der Johannesapokalypse an die sieben Gemeinden. Damit erhält der Begriff Laodicea zusätzlich die Bedeutung der letzten Zeit unmittelbar vor der Wiederkunft Jesu Christi. Die Darstellungen in dem Schreiben sollen die Zustände beschreiben, die als Zeichen der letzten Zeit gedeutet werden können.

Die Gemeinde ist die einzige, der das Sendschreiben kein Lob zukommen lässt. Ihre eigene Selbsteinschätzung, reich zu sein und keine Not zu haben, steht dabei in krassem Widerspruch zu dem Urteil Christi und dem darin enthaltenen Hinweis auf wesentliche Mängel: dürftig und elend zu sein, arm und blind und nackt. Sie bedarf somit des Rates, "geläutertes Gold" zu kaufen (eine Anspielung auf das florierende Geschäft der Stadt, goldene Figuren an Pilger zu verkaufen), "weiße Gewänder" (eine Anspielung auf die immense Produktion von [purpurnen] Textilien) und "Salbe" für die Augen (eine Anspielung darauf, dass die Bürger zwar Augensalbe verkaufen, aber dennoch nicht das Wichtigste erkannt haben).

In der biblisch-symbolischen Sprache ist geläutertes Gold als Hinweis auf bestandene Anfechtungen zu lesen, die weißen Gewänder als Sinnbild der Treue, Reinheit und Vergebung, aber auch für Taufe und die damit verbundene Umkehr, die Augensalbe als Überwindung der geistlichen Blindheit. Neben diesen Aufforderungen wird den Laodizeern vorgeworfen, sie seien weder heiß noch kalt sondern lau (d.h. im Glauben inkonsequent), eine Anspielung an die lauwarmen Thermen von Pamukkale, der die Stadt einen großen Teil ihres Reichtums verdankte.

Neuapostolische Auslegung

Im Neunten Teil des Buches GESCHICHTE DER NEUAPOSTOLISCHEN KIRCHE beschrieb der Stammapostel Johann Gottfried Bischoff die „Zeichen der laodizeischen Zeit“, wie folgt:

Soweit wir die Geschichte der Menscheit verfolgen können, wurden mit ganz wenig Ausnahmen alle Völker durch Kaiser, Könige und Fürsten regiert. Ihre Herrschaft war absolut, d. h. der Wille des Fürsten war Gesetz. Er war nur seinem Gewissen verantwortlich. Sein Machtanspruch allein entschied über Tod und Leben.
Diese jahrtausendealte Ordnung wurde gegen Ende des achtzehnten und im Laufe der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts zerstört. Der erste Schritt hierzu war die Französische Revolution in den Jahren 1789 bis 1793. In den darauf folgenden Jahren verloren über 300 Könige, Fürsten und andere Regenten ihre Hoheitsrechte. Damit war die siebte und letzte Zeit der christlichen Haushaltsperiode, die laodizeische Zeit, angebrochen. Laodizea bedeutet: Volksherrschaft – Volksgericht – Volksgerechtigkeit. *)
Aus der Heiligen Schrift wissen wir, daß am Ende dieser Zeit der Antichrist offenbar wird. Für die gleiche Zeit ist aber auch die Verheißung gegeben, daß „in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, soll vollendet werden das Geheimnis Gottes, wie er hat verkündet seinen Knechten, den Propheten“ (Offenbarung 10, 7).

Dazu nimmt er Bezug (*)) auf M. Gottfried Büchner, Handkonkordanz, 29 Auflage, M. Heinsius Nachfolger Eger & Sievers, Leipzig 1927, S. 682. Weiter schrieb er:

Der Grundsatz bzw. das Kennzeichen der laodizeischen Zeit: „Alle Macht geht vom Volk aus“ ist überall Wirklichkeit geworden. Sogar in den Kreis der ersten Apostel, die vor dieser Zeit und diesem Zustand die regierenden Häupter der Christenheit gewarnt hatten, war diese Anschauung eingedrungen und sie wurde der von ihnen gegründeten Kirche zum Verhängnis. (Anm.: gemeint waren die Apostel der Katholisch-Apostolischen Gemeinden und die KAG)

Zum einen wurde damit den Mitgliedern der Neuapostolischen Kirche deutlich gemacht, dass sie sich in der „Endzeit“ befanden und zum anderen wurden sie davor gewarnt, sich innerhalb der Religion und der Kirchengemeinschaft der Demokratie zu bedienen.

Auslegung der VAG

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Referenzen

  1. Tacitus, Annalen 4, 55, 2. und 14, 27, 1.
  2. 2. Kapitel des Kolosserbriefs
  3. 4. Kapitel Vers 13 des Kolosserbriefs
  4. Offenbarung 3 Vers 14 - 20
  5. http://www.hschamberlain.net/marcion/marcion_00.html
  6. Bart D. Ehrman: Lost Christianities: The Battles for Scripture and the Faiths We Never Knew. Oxford University Press, Oxford 2005
  7. http://reluctant-messenger.com/epistle-laodiceans.htm