Krankenheilung

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Krankenheilung oder Wunderheilung sind Heilungen oder Besserung von schweren Erkrankungen, die den bekannten Naturgesetzen zu widersprechen scheinen. Diese Definition unterscheidet sie von den Spontanheilungen. Es existieren unzählige Berichte über Krankenheilungen im christlichen Kontext seit dem Auftreten Jesu bis heute, deren Wundercharakter allerdings kontrovers beurteilt wird.

Historie im Christentum

Im christlichen Glauben kommen Wunderheilungen im Neuen Testament vor. Es wird berichtet, dass Jesus Blinde, Lahme, Aussätzige und Besessene heilte, selbst Tote zum Leben erweckte. Die theologische Bedeutung dieser Heilungen und anderer Wundertaten ist allerdings umstritten. Während manche Bibelausleger der Ansicht sind, es handle sich um übernatürliche Heilungen, welche die göttliche Vollmacht Jesu demonstrieren sollen, halten andere die Frage der Natürlichkeit oder Übernatürlichkeit der Heilungen für sekundär, vielmehr solle dadurch die heilende Zuwendung Gottes und sein Wille zur Rettung des Menschen zum Ausdruck kommen.

Das Neue Testament führt als Gaben des Heiligen Geistes unter anderem das Heilen von Krankheiten. Auch gibt es Berichte über solche Taten durch die ersten Apostel.

Apostolische Glaubensgemeinschaften

Katholisch-apostolische Gemeinden

In dem Katechismus der KAG heißt es unter Frage Nummer 50, was die Offenbarungen des Geistes ist:

"Der Heilige Geist, indem er herabkommt auf die, welche versiegelt werden, gibt dem einen das Wort der Weisheit, einem andern das Wort der Erkenntnis, einem andern Glauben, einem andern Gaben der Heilung, einem andern Wunderwirkung, einem andern Weissagung, einem andern Unterscheidung der Geister einem andern verschiedene Arten der Zungen, einem andern die Auslegung der Zungen; solches alles wirket der eine und selbige Geist und teilt aus, einem jeglichen besonders, wie Er will."

Eine erste Erwähnung der Krankenheilung findet man in den Anfängen der Katholisch-apostolischen Bewegung. Am 13. April 1830 wird Margaret MacDonald von ihrer Todeskrankheit durch die Geistesgabe ihres Bruders James Macdonald, Port Glasgow, geheilt. Durch dessen Gabe der Krankenheilung empfing am folgenden Tage auch ihre Freundin Mary Campbell in Ferniegair (Schottland), bei der sich am 21. März 1830 erstmalig Geistesgaben offenbart hatten, ihre völlige Heilung, obwohl sie nach ihrer körperlichen Verfassung am Rande des Todes stand.

Die Liturgie der KAG kennt drei Riten zur Heilung der Kranken. Diese lehnen sich an die oben beschriebenen Kräfte des Heiligen Geistes an und bitten in drei Stufen um völlige Genesung des Kranken.

Gebete und Bitten bei Kranken

Diese werden durch einen Priester oder Diakon gehalten. Dort heißt es nach der Liturgie von Louis Stechmann, 1864 unter anderem:

"Du wolltest diesen Deinen Diener (Magd) stärken, trösten, aufrichten und heilen von dieser Krankheit, und den Satan unter seine Füße zertreten." sowie "Um Jesu Christi willen errette ihn (sie) aus der gegenwärtigen Krankheit. ... laß durch die Kraft Deiner Erlösung und durch die Wirksamkeit des Heil. Geistes schleunige Genesung erfolgen, um Deiner Ehre willer, der Du mit dem Vater und dem Heil. Geiste wahrer Gott bist, hochgelobt in Ewigkeit."

Die Ausspendung der heil. Communion an Kranke

Dazu nimmt der Priester, nach Möglichkeit in Begleitung eines Diakons, die konsekrierten Elemente im Tabernakel mit. Diese Kommunion hat nicht den Zweck den Kranken zum Sterben vorzubereiten. So bittet der Priester im Gebet um Stärkung und Heilung durch das Sakrament an Leib, Seele und Geist um Christi Willen. Zum Schluss betet er abermals um völlige Genesung und Aufrichtung des Leibes.

Salbung der Kranken

Die Salbung sollte nach Möglichkeit durch zwei Priester geschehen, im Idealfall durch mindestens einen Ältesten, der die Handlung vollzieht. Die Salbung wird nur da angewandt, wo die beiden vorhergehenden Rituale keinen Erfolg hatten. Der diensthabende Priester bringt vorab geweihtes Öl mit. Die nun folgende lange Liturgie der Krankensalbung hat ebenso den Zweck den Kranken vollständig zu heilen oder ihn, so Gott gewollt, von Sünden befreit das Leben des Kranken in seine Hände zu legen. So betet das Priesteramt:

"...verleihe jetzt Deinen Segen zu dieser heiligen Handlung, welche Du am Anbeginn verordnet hast zur Aufrichtung und Genesung der Kranken in Deinen Gemeinden, indem du befahlst, die Kranken mit Oel zu salben und über ihnen zu beten. ... gewähre ihm völlige Heilung von aller seiner Krankheit, zur Ehre Deines heil. Namens."

Es folgt die Salbung des Kranken indem der zuständige Priester zuerst das Haupt und dann die kranke Stelle salbt. Er spricht dazu unter anderem folgende Worte:

"Der allmächtige Gott, der im NAmen Jesu Christi unsere Sünden vergiebt, und alle unsere Gebrechen heilt, erbarme sich über Dich; Er nehme hinweg jegliche Ursache Deiner Krankheit; Er stärke und heile Dich von allem Uebel..." Zum Abschluss wird abermals gebetet: "...Du wollest auch die, an diesem unserm (Bruder, Schwester) vollzogene Salbung mit völliger Genesung segnen. Eile ihm, o Herr, zur Hilfe, und errette ihn von aller seiner Noth und von allen Schmerzen..."

Je nach Zustand des Kranken kann nun noch die Heilige Kommunion erfolgen, nach Bedarf auch abgekürzt.

Nach abgeschlossener Genesung erfolgte eine Danksagung im nächsten Gottesdienst, den der Genesene wieder besucht.

Neuapostolische Kirche

In der frühen Geschichte der Neuapostolischen Kirche wurden Berichte von Krankenheilungen als trostspendende Geschichten innerhalb der Gemeinden und oftmals auch auf Bezirksebenen weiter erzählt. Einige Wunder waren besonders in der Anfangszeit auch Grundlage von Gemeindegründungen oder Kirchenzutritten. Etliche Begebenheiten fanden auch Einzug in den Printmedien der Kirche. Stammapostel Richard Fehr bat in seiner Amtszeit darum, dass solche Geschehnisse nicht mehr so stark verbreitet werden sollten ("Es geschieht auch heute noch ab und zu, dass durch ein Gebet ein Kranker gesund wird und die Ärzte von einem Wunder reden. Ich könnte euch eine Stunde lang über solche Dinge berichten" Unsere Familie, 2001, Nr. 7, Seite 8). Besonders herausragende Heilungen finden in manchen Gemeinden noch heute nach vielen Jahrzehnten Einzug in Chroniken oder Erzählungen.

Besondere Gebete, Riten oder Anweisungen bei Besuch von Kranken zu dessen Genesung gibt es in der Neuapostolischen Kirche nicht mehr. Die Richtlinien für die Amtsträger der Neuapostolischen Kirche weisen lediglich aus, dass kranke Geschwister regelmäßig besucht und mit ihnen das Heilige Abendmahl gefeiert werden soll.