Georg Schall

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Autogrammkarte Georg Schall

Georg Schall (* 8. Februar 1886 in Steinenkirch, Württemberg; † 31. Januar 1966 in Stuttgart) war der 50. Apostel und Bezirksapostel der Neuapostolischen Kirche.

Biografie

Frühe Jahre

Bezirksapostel Schall wuchs als ältester von neun Kinder auf dem Bauernhof seiner Eltern auf. Sein Vater betrieb zusätzlich eine Küferei. Da blieb es nicht aus, dass die Kinder frühzeitig mit anpacken mussten. Im Alter von 13 Jahren starb seine Mutter. "Zutiefst erschüttert stand ich an ihrem Grab", schrieb er in seinem Lebenslauf. Sie hinterließ uns Kindern einen unfassbaren Reichtum: Schon von frühester Kindheit an hatte sie den Kindern wertvolle Worte in die Seele gelegt.

Kontakt mit der Neuapostolischen Kirche und Amtstätigkeit

Nach Abschluss seiner Lehre in einem Malerbetrieb in Geislingen a.d.Steige lernte Georg durch einen Kollegen die Apostolische Gemeinde kennen. In den Gottesdiensten fand der 17-jährige Trost, Frieden und Freude. Am 21. Oktober 1903 wurde er von Apostel Ruff versiegelt. Als sein Vater davon erfuhr, wurde er von seinem Vater aus dem Haus geschmissen. Aus diesem Grund zog er nach Ulm wo er völlig mittellos ankam. Der Winter stand kurz bevor - eine denkbar ungünstige Zeit für einen Maler auf Arbeitssuche. Er durchlebte die schwersten Tage seines Lebens. Schließlich fand er eine Stelle in einem berufsfremden Betrieb. In dieser Zeit teilte er mit einem jungen Mann ein Zimmer. Eines Morgens war dieser Mann verschwunden - und mit ihm alles, was Georg sich inzwischen erarbeitet hatte. Erneut begann für ihn eine Zeit größter Armut. In allem jedoch sah er die Zulassungen Gottes, die zur Läuterung seiner Seele dienten. Am 02. April 1907 wurde Georg Schall als Unterdiakon gesetzt und am 15. November desselben Jahres empfing er das Amt eines Priesters. Damit verbunden war der Auftrag als Vorsteher der Nachbargemeinde Blaubeuren zu dienen und jene Gemeinde zu gründen.

In seinem Lebenslauf erwähnt Bezirksapostel Schall auch das Jahr 1911 indem er nach achtjähriger Trennung mit seinem Vater ein freudiges Wiedersehen erlebte. Am 06. April 1912 heiratete er die Glaubensschwester Margarete Juninger; aus der Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor. Schwester Schall verstarb allerdings 1939 im Alter von 51 Jahren. Die beiden kümmerten sich bis zu seiner letzten Stunde um den Witwer.

Bezirksapostel Georg Schall
1914 holte ihn Johann Gottfried Bischoff nach Frankfurt, wo er 13 Jahre blieb. Ab 1927 unterstützte er in Württemberg Apostel Gutbrod. Als dieser 1938 in den Ruhestand trat, übernahm Georg Schall als Bezirksapostel die Leitung des Bezirks. Zu jener Zeit gab es in Württemberg und Bayern insgesamt 390 Gemeinden. Schall war mit Arthur Landgraf der einzige deutsche Bezirksapostel, der nicht in die NSDAP eintrat. Dafür war jedoch sein Bezirk derjenige in Deutschland, wo die meisten anderen Apostel Parteimitglieder waren.[1] 1954, in der Hochphase der Botschaftszeit, zu der Schall wohl ähnlich wie Peter Kuhlen ein distanziertes Verhältnis hatte, wurde ihm ab 21.02.1954 Apostel Gotthilf Volz als zweiter Bezirksapostel zur Seite gestellt. Dies war bis dahin in der NAK ein einmaliger Vorgang. Noch nie hatte ein Bezirksapostel einen weiteren Bezirksapostel, quasi als Aufpasser, zur Seite gestellt bekommen. 1954 hat die NAK in Württemberg nämlich, ähnlich wie kurz später im Rheinland, kurz vor einer Spaltung wegen der Botschaft gestanden.[2]

Im Alter von 79 Jahren trat Bezirksapostel Schall 1965 in den Ruhestand. Das segensreiche Wirken des Bezirksapostels spiegeln ein paar nüchterne Zahlen: Als Georg Schall neuapostolisch wurde, gab es in Württemberg lediglich sechs Gemeinden. Im Jahr 1927 zählte der Apostelbezirk Heilbronn, zu dem auch Bayern gehörte, 217 Gemeinden. Als der Bezirksapostel Schall im Jahr 1948 sein 25. Dienstjubiläum als ein Apostel Jesu begehen konnte, gehörten zu seinem Bezirk 471 Gemeinden. 1952 wurde nach der Einsetzung des Bezirksapostels Eugen Startz Bayern zu einem selbständigen Apostelbezirk erhoben.

Er starb am 31. Januar 1966 kurz vor seinem 80. Geburtstag nach kurzer Krankheit. Die Trauerfeier hielt Stammapostel Walter Schmidt in der Kirche Stuttgart-Süd. Zur Trauergemeinde zählten fast alle Apostel aus Europa. Der Stammapostel würdigte den Verstorbenen mit den Worten: "Nimmer vergeht was du liebend getan!" und "Wenn Apostel Petrus von dem verborgenen Menschen mit sanftem und stillem Geiste sprach (1. Petrus 3, 4), dann können wir dies wohl von Apostel Schall gewiß sagen. Er liebte den Frieden und die Gemeinschaft der Kinder Gottes." Seine sterblichen Überreste wurden auf dem Waldfriedhof in Stuttgart beigesetzt. Stammapostel Schmidt ließ auf die Schleife des Trauerkranzes die Worte drucken: "Wohl dir! Es ist geschehen, wie du geglaubet hast!".

Ordinationen

> Mai 1914 Umzug von Ulm nach Frankfurt a.M.

  • 05. November 1916 Gemeindeältester Anmerkung: Zu jener Zeit war das Gemeindeältestenamt höher als das Bezirksevangelistenamt
  • 12. Dezember 1920 Bezirksältester
  • 30. April 1922 Apostelhelfer
  • 02. September 1923 Apostel

> 17.03.1927 Umzug von Frankfurt a.M. nach Stuttgart

Verweise

  1. König, Michael: Apostel in der NSDAP, Feldafing 1993
  2. Michael Koch: Botschaftszeit: Wie Württemberg knapp der Spaltung entging glaubenskultur 2007, abgerufen am 20. Dezember 2011
Vorgänger Amt Nachfolger
Karl Gutbrod Bezirksapostel für den Bezirk Württemberg
1938 - 1965
Ernst Streckeisen