Gemeinde

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Eine Gemeinde (auch Kirchengemeinde) ist die kleinste organisatorische, mitgliedschaftlich organisierte Einheit einer Kirche oder anderen christlichen Religionsgemeinschaft. Sie ist in aller Regel territorial abgegrenzt und umfasst alle Gläubigen eines bestimmten Gebietes.

Alle Apostolischen Glaubensgemeinschaften sind in Gemeinden organisiert. Der Umfang der eingeräumten Selbständigkeit und Rechte, sowie die Bedeutung innerhalb der eigenen Glaubensgemeinschaft variieren jedoch zwischen den verschiedenen apostolischen Glaubensgemeinschaften stark.

Theologie

Die Gemeinde bildet die kleinste organisatorische Einheit der Gesamtkirche. Sie ist oftmals jedoch in sich bereits als "Abbild", gewissermassen als verkleinerte Form, der Gesamtkirche zu verstehen. Oftmals entsprechen deshalb die Strukturen der Gemeinde auch in gewisser Form denen der Gesamtkirche.

Auch erkennt man an den Strukturen einer Gemeinde oft, welche Führungsform in der zugehörigen Kirchengemeinschaft praktiziert wird.

Leitung der Gemeinde

In nahezu allen apostolischen Glaubensgemeinschaften herrscht, wenn auch in unterschiedlichen Formen, eine hierachische Leitung vor. Eine Gemeinde wird seelsorgerisch und administrativ von einem Vorsteher geleitet. Teilweise werden sie auch kollegial geleitet (Hersteld Apostolisch Zendinggemeente) oder es haben sich neben dem Vorsteher kollegiale Gremien gebildete, welche den Vorsteher unterstützen.

Errichtung

Gemeinden zu errichten, aufzuheben oder sie zu verändern, ist allein Sache des zuständigen Apostels. In der Regel werden in apostolischen Glaubensgemeinschaften keine Gemeinden errichtet, aufgehoben oder verändert, ohne das die betreffenden Gemeinden gehört wurden.

Konfessionelle Besonderheiten

katholisch-apostolisch

Die katholisch-apostolischen Gemeinden kannten verschiedene Gemeindeformen. So unterschieden sie u.a. zwischen Metropolitangemeinde, Horngemeinden etc. In der Regel wurde eine katholisch-apostolische Gemeinde von einem Engel geleitet.

VAG

Die Gemeinden sind die kleinste organisatorische Ebene der Kirche. Die Zeugnisse der Bibel zeigen, dass Gemeinde in ihrer ursprünglichen Bedeutung einen nach „außen“ gerichteten Auftrag hat. Gemeinde existiert nicht zum Selbstzweck. Nicht die Tatsache, dass sich ein Kreis von Menschen findet, die „mit Ernst Christen sein wollen“ bildet eine Gemeinde, sondern der Ruf Jesu. Mehrere Gemeinde sind zu einem Bezirk zusammen gefasst, mehrere Bezirke zu einem Apostelbezirk. Die einzelnen Gemeinden werden von einer Gemeindeleiterin oder einem Gemeindeleiter geführt, sind jedoch nur in sehr begrenztem Maß selbständig. Insbesondere in finanzieller Hinsicht sind sie auf Zuweisungen der Zentrale angewiesen, da die Opfergelder an die Zentrale abgeführt und von dort verwaltet werden.

neuapostolisch

Neuapostolische Gemeinden sind ausser- wie innerkirchlich rechtlich unselbständig. Die Gemeinden haben zwar eine gewisse Autonomie in organisatorischen und seelsorgerischen Angelegenheiten, unterstehen jedoch immer der Oberaufsicht der Bezirksvorsteher, Bischöfe und Apostel. Auch besteht keine finanzielle Autonomie. In den letzten Jahren ist zu beobachten, dass den Gemeinden verstärkt mehr Autonomie eingeräumt wurde - jedoch ist dies in den Gebietskirchen recht unterschiedlich. Etwa zehn bis 25 Gemeinden bilden zusammen einen Bezirk. Die Gemeinden eines Bezirks kooperieren stark untereinander, insbesondere in der Seelsorge und bei Aktivitäten von Kindern, Jugendlichen und Senioren. Oftmals nimmt eine Gemeinde in einem Bezirk eine wichtigere Rolle ein und wird oftmals umgangssprachlich als "Bezirksgemeinde" bezeichnet.

Apostolisch Genootschap

In der Apostolisch Genootschap wird nicht mehr von Gemeinde, sondern vielmehr von "Gemeinschaft" gesprochen. Einer Gemeinde steht in der Regel ein Vorsteher- zumeist ein Hirte- vor.