Das Verständnis von Heil, Exklusivität, Heilsnotwendigkeit des Apostelamtes und Nachfolge in der Neuapostolischen Kirche

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Titelseite der Stellungnahme zum Heils- und Exklusivitätsverständnisses, Uster 2006

„Das Verständnis von Heil, Exklusivität, Heilsnotwendigkeit des Apostelamtes und Nachfolge in der Neuapostolischen Kirche“ ist eine Stellungnahme der NAK aus dem Jahr 2006. Sie wurde im Rahmen des so genannten „Uster-Abends“ am 24. Januar 2006 auf der offiziellen Website der NAK (www.nak.org) veröffentlicht, gemeinsam mit einer Stellungnahme zum Verständnis von Taufe und Versiegelung in der NAK.

Inhalt

Die Stellungnahme besteht aus vier Teilen. Nach einer grundlegenden Klärung des neuapostolischen Verständnisses von „Heil“ (Punkt 1.), folgt eine Auseinandersetzung mit dem Vorwurf der „Exklusivität“, dem sich die NAK immer wieder ausgesetzt sieht (2.). Diese Überlegungen werden in der Frage nach der Heilsnotwendigkeit des Apostelamtes weitergeführt (3.). Im letzten Punkt geht es dann um das Verhältnis der Nachfolge gegenüber Jesus Christus und gegenüber dem apostolischen Amt (4.).

Das Verständnis von Heil und Heilsnotwendigkeit (1.)

Der Heilsbegriff wird zunächst einmal biblisch und vor allem christologisch verankert: Demnach ist unter Heil jene „Rettung, Bewahrung und Erlösung“ (1.1) zu verstehen, die den Menschen von der Knechtschaft befreit und in Menschwerdung, Tod und Auferstehung Jesu begründet ist. Der Mensch gewinnt Anteil an diesem Heil, indem in Wort und Sakrament zu diesem Jesus Christus in Beziehung tritt; dadurch wird das noch ausstehende, ewige Heil schon jetzt erfahrbar. Dabei wird zwischen unterschiedlichen Arten des Heils differenziert: Die angebotene Erlösung wird der Stellungnahme zufolge im gegenwärtigen Abschnitt des Heilsplans durch das dazu bevollmächtigte Apostelamt vermittelt, dessen vornehmliche Aufgabe die Bereitung der „Brautgemeinde“ ist. In anderen Stadien des Erlösungsplans ist Heil auch auf andere Weise zu erlangen (Zeit der großen Trübsal, Endgericht)

Der exklusive Anspruch der NAK (2.)

Auf der Differenzierung des Heilsbegriffs im ersten Punkt bauen die Bemerkungen zur Exklusivität weiter auf. Nach einer sprachlichen Klärung des Begriffs wird daher der undifferenzierte Vorwurf des Heilsexklusivismus (d.h., dass jede Art von Heil nur in und durch die NAK zu erlangen sei) zurückgewiesen, andererseits aber auch festgehalten, dass für die „Bereitung der Brautgemeinde [...] das Wirken des Apostelamtes unerlässlich“ (2.4.1) ist.

Das Verständnis der Heilsnotwendigkeit des Apostelamtes (3.)

Die Lehre von der Unerlässlichkeit des neuapostolischen Apostelamtes für die Bereitung der Brautgemeinde wird im dritten Punkt nochmals aufgegriffen und näher begründet: Jesus habe dem biblischen Zeugnis zufolge zum Beginn der Kirche nur dieses Amt gestiftet; dieses sei zur Vollendung der Brautgemeinde im 19. Jahrhundert wieder aufgerichtet worden.

Das Verständnis von Nachfolge (4.)

Als erster Bezugspunkt der Nachfolge des Gläubigen wird Jesus Christus hervorgehoben: Ihm nachzufolgen ist heilsnotwendig. Allerdings gehöre neben der willentlichen Ausrichtung des eigenen Lebens am Vorbild Jesu Christi auch die Nachfolge gegenüber den von Jesu gesandten Boten, den Aposteln zu einer recht verstandenen christlichen Nachfolge.

Theologische Neuerungen

Als „kleine Sensation“ [1] wurde eine Aussage im zweiten Punkt der Stellungnahme bezeichnet, wonach es auch in anderen christlichen Gemeinschaften „vielfältige Elemente von Wahrheit“ gäbe: „In diesem Sinn wirkt der Heilige Geist auch außerhalb der Neuapostolischen Kirche“ (2.6). Was unter diesem veränderten Verständnis des Wirkens des Heiligen Geistes genauer zu verstehen ist, wurde Ende 2006 in einer weiteren Stellungnahme zu den Wirkungsweisen des Heiligen Geistes thematisiert.


Links

http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/stellungnahme-heil-exklusivitaet-de-240106.pdf (Stellungnahme im Volltext)

Quellennachweise

  1. Andreas Fincke, „Und sie bewegt sich doch!“ Neues von der Neuapostolischen Kirche. EZW-Texte 193, S. 21.