Bruno Rockstroh

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Bezirksapostel Bruno Rockstroh
Die Eltern des Apostels am 17.11.1935 bei ihrer goldenen Hochzeit

Bruno Rockstroh (* 8. Juli 1894 in Callenberg/Sachsen; † 18. Januar 1967) war der 64. Apostel und von 1937 bis 1967 Bezirksapostel der Neuapostolischen Kirche in Sachsen und Thüringen.

Biografie

Frühe Lebensjahre

Bruno Rockstroh wurde als siebtes Kind in ein armes Elternhaus geboren. Mit neun Jahren kam er bei einer Explosion zu Schaden und erlitt schwerste Verbrennungen. Im letzten Augenblick hatte er die Augen geschlossen, sodass er, trotz erheblichen Verletzungen im Gesicht nicht erblindete. Als er nach Monaten, in denen seine Eltern ihn aufopferungsvoll gepflegt hatte, zum ersten Mal wieder in die Schule kam, sprachen alle von einem besonderen Wunder das an ihm geschehen war. Ein Jahr nach seiner Konfirmation stand er im elterlichen Garten 24 Sprossen hoch auf einer Leiter und pflückte Kirschen. Mit einem mal verlor er das Gleichgewicht und stürzte kopfüber in die Tiefe. Aber statt auf dem harten Boden aufzuschlagen, wurde er von seinem Vater aufgefangen, der in den Garten gekommen und in diesem Augenblick an den Baum getreten war. Nach seiner Ausbildung zum Handelskaufmann im Jahre 1911 besuchte er einige Semester einer Wirtschaftsfachschule in Chemnitz. Seine Tätigkeit als Fachlehrer für Wirtschaftswissenschaften an dieser Schule wurde durch seine Einberufung zum Militär 1913 unterbrochen. Da im Jahr darauf jedoch der Erste Weltkrieg ausbrach, wurde er erst im März 1919 aus dem Wehrdienst entlassen und ließ sich danach in Aue im Erzgebirge nieder, und gründete dort einen Lebensmittel-Großhandel. Später wurde der spätere Apostel Arthur Landgraf, und Schwager sein Geschäftspartner.

Kontakt zur Neuapostolischen Kirche

Im selben Jahr lernte er auch die neuapostolische Gemeinde in Aue kennen, die damals nur zehn Mitglieder umfasste. Mit den wenigen Geschwistern rief Bruno Rockstroh einen Gemeindechor ins Leben, dem er als freudiger Dirigent vorstand. Er wurde am 20. Februar 1921 versiegelt und bekam im selben Jahr durch den Stammapostel Hermann Niehaus das Diakonenamt. In jener Zeit wurden auch Pläne entwickelt, um in Aue eine zentrale Kirche für einen künftigen Ältestenbezirk zu bauen. Dies war in der Inflationszeit ein schwieriges und riskantes Unternehmen. Obwohl beim letzten Hammerschlag die Baukosten von 90 000 auf 6,5 Millionen Reichsmark explodierten waren, führten Hirte Landgraf und Priester Rockstroh das Bauvorhaben glücklich zu Ende. Das Gotteshaus wurde am 26. November 1922 durch Apostel Friedrich Stiegler geweiht. Nachdem sich das Werk Gottes auf einige kleine Nachbarstädte ausgedehnt hatte, wurde er zum Vorsteher der Gemeinde Eibenstock gesetzt. Um den anvertrauten Seelen noch besser dienen zu können, verließ er sein eigenes Haus und sein Lebensmittelgeschäft und gründete in seinem Arbeitsgebiet einen Filialbetrieb. Dies war mit großen Opfern verbunden; aber stets hat er seine irdischen Wünsche zurückgestellt, wenn es galt, dem Herrn zu dienen. Nachdem Bischof Landgraf das Apostelamt übertragen worden war, sollte der nunmehrige Älteste wieder 1928 nach Aue zurückkehren. Nach dem Tod des Apostels Friedrich Stiegler wurde er als Bezirksältester für den Bezirk Aue gesetzt. Bedingt durch seine Ordination ins Bischofsamt 1932 stand ein erneuter Wohnsitzwechsel nach Plauen im Vogtland an und der Abschied von den 700 Geschwistern fiel nicht leicht.

Tätigkeit als Apostel

Nach seiner Ordination zum Apostel am 24. September 1933 trug er die Verantwortung für 206 Gemeinden mit 18 000 Geschwistern. 1937 wurde er von Stammapostel Johann Gottfried Bischoff zum Bezirksapostel für Sachsen und Thüringen ordiniert. Mit Hingabe und Feuereifer machte sich Bezirksapostel Rockstroh an die Erfüllung seines neuen Auftrages und trieb den Ausbau des Bezirkes Sachsen voran. Trotz seines Alters wurde er aber doch noch zum Militär eingezogen und kam im Zweiten Weltkrieg als Zahlmeister nach Dresden. Dadurch waren die Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinden stark eingeschränkt. Gegen Ende des Krieges kam er noch in Gefangenschaft. Kurz nach seiner Entlassung brach er eines Tages vor Erschöpfung ohnmächtig zusammen und drohte, mit dem Gesicht in einer Schlammpfütze liegend zu ersticken. Einer seiner Söhne entdeckte ihn gerade noch rechtzeitig, zog ihn ein Stück zurück und rettete so seinem Vater das Leben.

Als Folge der politischen Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg lösten sich die in Schlesien liegenden Gemeinden auf, und der Ältestebezirk Hof wurde dem Apostelbezirk Bayern zugeordnet. Auf der anderen Seite zogen viele Gotteskinder aus den Gemeinden östlich der Oder und Neiße nach Sachsen und Thüringen, sodass sich in den ersten Nachkriegsjahren ein insgesamt ungewöhnlich starkes Wachstum feststellen ließ. Auch diese erhöhte Herausforderung meisterte Bezirksapostel Rockstroh. 1950 erhielt er in Apostel Rudolf Wicht einen tatkräftigen Mitstreiter. Leider verstarb dieser treue Gottesmann bereits 1959. Die entstandene Lücke verzäunte Stammapostel Walter Schmidt, indem er Apostel Kurt Kortüm aus Berlin Bezirksapostel Rockstroh zur Seite stellte.

Nach nur kurzer Krankheit verstarb er am 18. Januar 1967. Im Auftrag des Stammapostels hielt Bezirksapostel Wilhelm Schmidt aus Berlin die Trauerfeier und stellte sie unter die Worte aus Offenbarung 3, 5: ".. ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln." Die Wertschätzung, die Bezirksapostel Rockstroh bei allen Anvertrauten genoss, drückte sich in der großen Zahl der Trauergäste aus, die aus allen Teilen des Bezirkes angereist waren. Etwa 5000 Geschwister gaben ihm das letzte Geleit.

Ordinationen


Vorgänger Amt Nachfolger
Arthur Landgraf Bezirksapostel für Sachsen-Thüringen
1937-1967
Kurt Kortüm