Belgien

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Basisdaten
Staat Belgien
Fläche 30.528 km²
Einwohner 10.839.905 (1. Januar 2010)
Hauptstadt Brüssel
Amtssprache(n) Niederländisch, Französisch, Deutsch
aktive apostolische

Gruppen im Land

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Die apostolischen Glaubensgemeinschaften und ihre Entwicklung in Belgien

Belgien ist ein Land mit alter apostolischer Geschichte. Dennoch sind die apostolischen Glaubensgemeinschaften in Belgien immer sehr klein geblieben und konnten nie eine vierstellige Mitgliederzahl erreichen. Etwa 75 Prozent der belgischen Staatsbürger sind römisch-katholisch, rund 1 Prozent gehören der Vereinigten Protestantischen Kirche an und 8 Prozent islamischen Gemeinden. Der Anteil nicht konfessionell gebundener Menschen beträgt etwa 16 Prozent.

Geschichte

Die Geschichte der apostolischen Bewegung in Belgien beginnt relativ früh. Die katholisch-apostolischen Germeinden in Belgien zählten zum Stamm Isaschar unter der Leitung von Apostel John Henry King-Church. Schon 1838 scheint der zuständige Apostel Belgien besucht zu haben. Im April 1852 kam es zur Gründung der Gemeinde in Liège (Lüttich) durch Apostel King-Church, der 1850 mit dem Evangelisten L.R. Symes erneut Belgien besucht hatte. Der vorher römisch-katholische Priester Abbé M. Vleughel wurde am 20. Juni 1852 in seinem priesterlichen Amt bestätigt und amtierte nun als Priestervorsteher dieser Gemeinde. Am 19. Juni 1853 empfing er die hl. Versiegelung. Im April 1875 wurde die klein gewordene Gemeinde Liège wieder aufgelöst und die Glieder in die Gemeinde Châtelet aufgenommen. 1901 bestanden in Belgien drei Gemeinden: Brüssel(seit 1850ern), Antwerpen und Chátelet (17.5.1868).

Die neuapostolische Geschichte in Belgien beginnt in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Flandern- also der nördliche, niederländischsprachige Teil Belgiens- war Bestandteil des Arbeitsbereiches der Niederlande. Der südliche,franzöischsprachige Teil Belgiens, Wallonien, wurde von Luxemburg und damit vom Apostelbezirk Hessen betreut. Hier wurden in den 1950er Jahren erste Gemeinden gegründet. Seit den 1970er Jahren wurden auch die flämischen Gemeinden dem Apostelbezirk Hessen zur Betreuung übergeben.

Apostolische Gemeinschaften

katholisch-apostolische Gemeinden

Die katholisch-apostolischen Germeinden in Belgien zählten zum Stamm Isaschar unter der Leitung von Apostel John Henry King-Church. Es scheint noch ein rudimentäres katholisch-apostolisches Leben in Belgien zu existieren.

Neuapostolische Kirche

Die Neuapostolische Kirche zählt (2010) zehn Gemeinden in Belgien. Auch die dortigen Gemeinden spiegeln die Sprachvielfalt des Landes dar. So sind acht Gemeinden überwiegend wallonisch (franzöischsprachig), zwei Gemeinden überwiegend flämisch (niederländisch) und eine Gemeinde überwiegend deutschsprachig. Das wallonische Belgien bildet einen eigenen Ältestenbezirk der Gebietskirche Westdeutschland. Die Gemeinde Athus in Belgien gehört organisatorisch zum Ältestenbezirk Luxembourg. In den letzten Jahrzehnten ist in der Neuapostolischen Kirche in Belgien der Anteil an Christen mit schwarzafrikanischem Hintergrund immer stärker geworden, so dass dort etliche Gemeinden davon sehr stark geprägt sind.

Geschichte der NAK Belgien

Im Jahre 1924 kamen aufgrund wirtschaftlicher Not einige junge neuapostolische Männer nach Brüssel. Dabei versuchten sie auch gleich eine Gemeinde zu gründen, was jedoch misslang. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg fasste die Neuapostolische Kirche in Belgien Fuß. Belgische Soldaten, die in Deutschland neuapostolische junge Frauen kennen gelernt und geheiratet hatten, brachten diese mit nach Belgien. Die neuapostolischen Ehefrauen wünschten Seelsorge und Gottesdienste. So wurden Amtsträger aus den Niederlanden nach Brüssel, Antwerpen, Genk, Heusden, Lüttich und Eupen gesandt, um diese Gemeindemitglieder seelsorgerisch zu versorgen. Im Laufe der Zeit wollten einige Ehemänner neuapostolisch werden. Hinzu kamen noch ehemalige deutsche neuapostolische Kriegsgefangene, die sich in Belgien niederließen und ihrerseits belgische Frauen heirateten. Viele davon wurden neuapostolisch.

Die ersten Gottesdienste fanden in Wohnungen statt. Als der Platz nicht mehr ausreichte, wurden Räumlichkeiten angemietet; so entstanden kleine Gemeinden, als erste Lüttich, gegründet am 18. Oktober 1949. Es folgten 1952 die Gemeinde Antwerpen und 1954 die Gemeinde Brüssel. 1955 und 1956 kamen noch Genk und Eupen hinzu.

Von Luxemburg aus wurden neuapostolischen Gemeindemitglieder in Charleroi versorgt. Dort wurde 1953 eine kleine Gemeinde gegründet. Ebenfalls durch Mission von Luxemburg aus konnte 1964 die Gemeinde Arlon gegründet werden, aus der 1977 die Gemeinde Athus hervorging.

In der folgenden Zeit waren die Gemeinden Antwerpen und Genk Teil der NAK Niederlande, während die Gemeinden Brüssel, Lüttich, Eupen, Charleroi und Arlon von Luxemburg aus betreut und damit Teil der Gebietskirche Hessen waren.

Um diese Teilung zu beenden und die Gemeinden in einem Bezirk zu vereinen, wurden alle neuapostolischen Gemeindemtglieder am 15. Juni 1975 in einem Gottesdienst im Bouweentrum zu Antwerpen, der von den beiden Bischöfen Gijsbert Pos und Hermann Gottfried Rockenfelder gehalten wurde, dem Apostelbezirk Hessen angegliedert. Zu diesem Datum hatten die Gemeinden einen Mitgliederstand von 287 Seelen und wurden von 23 Amtsträgern betreut.

Am 19. Oktober 1991 hielt Stammapostel Richard Fehr im Saal "Magdalena" (welche Stadt?) als erster Stammapostel in Belgien einen Gottesdienst, gehörten 577 Seelen , davon 30 Amtsträger, zu den neuapostolischen Gemeinden Belgiens.

In seiner Predigt sagte Stammapostel Fehr: {zitat| "Mit dem heutigen Tag beginnt eine neue Zeit für Gottes Volk in Belgien.(..). Ich habe im Hotelzimmer den lieben Gott um ein besonderes Wort für den morgigen Tag gebeten. Da habe ich die Bibel aufgeschlagen und mein Blick fiel auf Apostelgeschichte 13,49, wo es heißt: "Und das Wort des Herrn ward ausgebreitet durch die ganze Gegend." Das möge die Zukunft zeigen."}

Für die neuapostolischen Christen hat sich diese Aussage erfüllt: Zwischen dem ersten Besuch des Stammapostels in Belgien bis 2003 ist die Neuapostolische Kirche von 577 auf 830 Seelen angewachsen. Das ist ein Zuwachs von insgesamt 253 oder 21 Seelen jährlich. Zum 31.12.2017 hatte die NAK in Belgien 939 Mitglieder in neun Gemeinden.

Ab dem 22. April 2012 wurde die Gemeinde Eupen, die als einzige NAK-Gemeinde im deutschsprachigen Teil Belgiens liegt, aufgrund der räumlichen Nähe (Eupen und Aachen liegen nur etwa 20 km auseinander) dem Bezirk Aachen (Gebietskirche NRW) zugeordnet. Die flämischsprachige Gemeinde Genk wird seit diesem Tag durch den Bezirk Sittard (Gebietskirche Niederlande) betreut. Die flämischsprachige Gemeinde Antwerpen gehört zum niederländischen Bezirk Tilburg.

Kuriosa

  • Obwohl bereits Bezirksapostel van Oosbree auch für Belgien zuständig war, wurden dort nach derzeitigem Kenntnisstand keine Anstrengungen unternommen, den neuapostolischen Glauben dort zu verbreiten.
  • Belgien ist neuapostolischerseits zweimal geteilt worden.
  • Die neuapostolische Gemeinde Brüssel kann als eine der am internationalsten geprägten Gemeinden Europas angesehen werden.

Siehe auch

weblinks