Apostolisches Gesangbuch (1898)

Aus APWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Titelseite der Textausgabe
Titelseite der originalen Notenausgabe (um 1900)

Das Apostolische Gesangbuch nebst einer kurzen Anleitung für den Gottesdienst war das erste reine Gesangbuch der Apostolischen Gemeinde/Neuapostolischen Kirche.

Vorgänger mit gesangbuchähnlichen Elementen waren

Herausgeber des Apostolischen Gesangbuches war Wilhelm Sebastian, Wolfenbüttel.

Geschichte

Das Apostolische Gesangbuch erschien vermutlich um 1898. Es wurde bis 1905 nachgedruckt und 1910 durch die erste Ausgabe des Neuapostolischen Gesangbuchs abgelöst. Zunächst waren in diesem Buch noch keine Notensätze enthalten, es handelte sich um eine reine Textausgabe. 1900 erschien die erste vierstimmige Chorsatzausgabe. Diese wurde bis 1906 verlegt.

Inhalt

Das Apostolische Gesangbuch enthielt zur Zeit der Erstausgabe 390 Lieder, die später durch Anhänge ergänzt wurden. Die letzte Auflage von 1906 enthielt 521 Stücke. Etwa 170 wurden aus dem Grundbestand des evangelischen Gesangbuchs übernommen. Auch eine Reihe von Erweckungsliedern wurde aufgenommen. Außerdem enthielt die Textausgabe des Apostolischen Gesangbuches Hinweise zur Liturgie und Gebetstexte. Die Chorsatzausgabe enthielt zusätzlich einen Choral, der nicht für den Gemeindegesang gedacht war, sie beinhaltete also zuletzt 522 Lieder.

Innerkirchliche Kritik

Das Apostolische Gesangbuch hatte nur eine relativ kurze Verwendungszeit von maximal 12 Jahren. Als Grund für die Erstellung eines neuen Gesangbuches schreibt die Neuapostolische Rundschau in ihrer Ausgabe vom 8. August 1909:

"... Doch da unser jetziges Buch infolge der vielen Fehler fortwährend Anstoß beim Gemeindegesang gibt, auch der Inhalt der Lieder dem Erkenntnisstande im Glaubensleben der Gemeinde nicht mehr gerecht werden kann, wurde von der Apostelversammlung beschlossen, ... sogleich an die Bearbeitung des neuen Gesangbuches zu gehen. ... Zudem nutzten und nützen heute noch unsere Feinde den Inhalt des Gesangbuches zu heftigen Angriffen gegen die Gemeinde aus; alles dieses musste die Hauptleitung sehen und darauf hinwirken, solche Steine des Anstosses bald aus dem Wege zu räumen und dem Gegner nicht selbst die Waffe in die Hand zu drücken."[1]

Robert Hermann Geyer, ehemaliger Priester der Apostolischen Gemeinde, schreibt in seinem erschienenen Vorwort zur fast gleichzeitig erschienenen Liturgie (herausgegeben ab 1900) der Alt-Apostolischen Gemeinde:

"Den besten Beweis für die Wahrheit von all dem oben Gesagten liefert das neu herausgegebene und in allen diesen Gemeinden jetzt bei der Feier ihrer Gottesdienste benutzte Gesangbuch [...]. Neben wirklichen christlichen Liedern enthält dieses Buch staunenerregende, aus holprigen Knüttelversen bestehende Lieder, in denen der Apostel des Stammes Ephraim als "Christus im Fleisch", als "Sündenträger", als "Gotteslamm, das der Welt Sünden trägt und noch heute für die Menschen verwundet wird" und als manches andere besungen und verherrlicht wird."[2]

Weblinks

Verweise

  1. Neuapostolische Rundschau vom 8. August 1909
  2. Vorwort zur Liturgie der Alt-Apostolischen Gemeinden, Robert Hermann Geyer, 8. April 1900, S. X.