Apostolische Sukzession

Aus APWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die apostolische Sukzession oder apostolische Nachfolge ist eine Selbstvergewisserung über die Treue der eigenen Kirche zur urchristlichen Tradition, die in einigen christlichen Konfessionen mit Aussagen über kirchengeschichtliche Sachverhalte verbunden wird. Einer stetigen Reihe von Bischofsweihen seit der Urkirche misst besonders die katholische Kirche große Bedeutung bei.

Die apostolische Sukzession sieht die Kontinuität zwischen Urkirche und heutiger Kirche (bzw. der eigenen Konfessionskirche) dadurch gewährleistet, dass eine Kette von Handauflegungen ausgehend von den Aposteln über viele Bischöfe vergangener Tage bis hin zu den heutigen Bischöfen angenommen wird. Soweit dies eine Aussage über tatsächlich stattgefundene Handlungen der Vergangenheit sein soll, ist sie natürlich der historischen Kritik zugänglich. Demnach kann gefragt werden, ob die Kette der Handauflegungen wirklich bis in die erste christliche Generation und bis zu den Aposteln zurückreicht oder nicht.

Biblischer Bezug

Die Handauflegung im Sinne einer Einsetzung von Mitarbeitern in ihre Aufgaben ist im Neuen Testament vor allem als Praxis des Apostels Paulus bezeugt ((Apg 14,23), (Apg 20,28), (Apg 14,23), (2 Tim 1,6)). Doch wird die Handauflegung zur Amtseinsetzung im Neuen Testament auch als Praxis aller Apostel beschrieben (Apg 6,6).

Ein ausdrücklicher Befehl Jesu Christi an die Apostel, Nachfolger in ihrem Amt zu benennen, findet sich in den biblischen Evangelien nicht. Der Apostel Petrus beruft sich bei der in der Apostelgeschichte geschilderten Nachwahl des Apostels Matthias (Apg 1,15) jedenfalls nicht auf einen Befehl Jesu, sondern auf Verse aus dem alttestamentlichen Buch der Psalmen.

Weitere Entwicklung

Mit dem Aussterben des Apostelamtes in der Urkirche began sich die Lehre der apostolischen Sukzession zu festigen und zu verbreiten. Man nahm durch die Kette der Handauflegungen Bezug auf das Apostelamt und sah sich dadurch apostolisch legitimiert.

Für die römisch-katholische Kirche und die Orthodoxie spielt die Lehre von der apostolischen Sukzession eine große Rolle. Man stützt sich darauf und begründet hiermit die Legitimität der kirchlichen Handlungen und Existenz darauf. Umstritten ist sie in der Anglikanischen Kirchen und den Kirchen der Reformation. Sie ist in einzelnen Kirchen der Reformation zwar vorhanden (Church of England, Skandinavische Landeskirchen), in anderen hingegen nicht (z.B. deutschen Landeskirchen), jedoch ist innerhalb der Gemeinschaften strittig, ob sie kirchliche Legitimität begründet oder nicht.

Bedeutung in den katholisch-apostolischen Gemeinden

In den katholisch-apostolischen Gemeinden kam der Lehre der apostolischen Sukzession eine besondere Beachtung zu. Zwar legitimierte man sich als kirchliche Gemeinschaft primär durch die eigenen Apostel, aber man verwarf die apostolische Sukzession nicht. So wurden bspw. römisch-katholische Priester , welche nach katholisch-apostolischer Auffassung unter apostolischer Sukzession geweiht waren, nicht neu ordiniert, sondern nur apostolisch bestätigt.

Auszug aus dem Liturgienbuch Die Liturgie sowie die anderen Gottesdienste der Kirche zur Bestätigung des Priestertums eines Sukzession geweihten Priesters.

...Wir kennen die rechte Ordnung und den vollkommenen wonach Er Männer zum Priestertum beruft und zuläßt: sie sollen durch das Wort des Heiligen Geistes, mittels des prophetischen Amtes, bezeichnet und berufen, und alsdann durch Handauflegung der Apostel oder ihrer Delegaten ordiniert werden. Doch hat Gott uns geoffenbart, daß es Ihm in Seinem Erbarmen gegen Seine Kirche gefallen hat, während der Abwesenheit der Apostel, durch die Hände der Bischöfe Männer zum Priestertum und zum Episkopat zu ordinieren. So hat Er durch die Sukzession der Bischöfe und der Priester und durch die Spendung der zur Seligkeit notwendigen Sakramente den Fortbestand Seiner Kirche gesichert, bis zu der Zeit, da Er Apostel wiederherstellen und durch ihren Dienst das, was in ihrer Abwesenheit zu Seiner Ehre geschehen war, bestätigen wollte. Und nun, da Er Apostel wieder hergestellt hat, will Er durch die vierfache Ordnung Seines Hauses Seine Kirche vollenden und Seinen Ratschluß in dieser Haushaltung hinausführen...

Nach dem Tod der Amtsträger halten sich einige katholisch-apostolische Christen zum Sakramentsempfang an Kirchen, welche in apostolischer Suzession stehen, da die Auffassung vertreten wird, dass dort gültige Sakramente gespendet werden. So riet auch der letzte lebende Priester, Wilfrid Maynard Davson aus London-Paddington, seiner Gemeinde, dies so zu handhaben.

Bedeutung in der Neuapostolischen Kirche

Die Neuapostolische Kirche misst der apostolischen Sukzession keine Bedeutung zu. Für sie ist es irrelevant, ob eine andere Kirche in der apostolischen Sukzession steht oder nicht. Vielmehr hat sich in ihr eine Art eigene Suzessionslinie ab 1863 entwickelt, in der in einer Kette von Handauflegungen das Apostelamt bis in die Gegenwart weitergereicht wird. Stammväter dieser Sukzessionslinien sind die Apostel Preuß und Schwarz.

Bedeutung für andere apostolische Gemeinschaften

Beachtenswert ist das Bestreben einzelner, altkirchlich orientierter apostolischer Gemeinschaften, an die altkirchliche (katholisch-orthodoxe) Sukzessionslinie Anschluss zu finden. So ist dies beispielsweise von Robert Geyer und Harald Scheffler versucht worden, in dem man sich die Bischofsweihe durch sog. Vagantenbischöfe zukommen liess. Die Legitimität dieser Weihen wird allerdings von katholischer und orthodoxer Seite bestritten.

Weblinks