Apostelbezirk Königsberg (Ostpreußen)

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Der Apostelbezirk Königsberg (Ostpreußen) ist eine ehemalige Gebietskirche der Neuapostolischen Kirche. Er löste sich infolge von Flucht und Vertreibung der meisten Mitglieder gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in den Jahren 1944 bis 1947 auf. Er umfasste Ostpreußen, die Stadt Danzig (nach 1918 Freie Stadt Danzig), Litauen und Teile Polens (Westpreußen).

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Schon früh konnte die neuapostolische Bewegung in Ostpreußen wurzeln. 1895 besuchte Apostel Friedrich Krebs Gemeinden auf dem Gebiet der Gebietskirche. In seiner Biographie wird darüber berichtet:

 
Bezirksapostel Hermann Knigge

"In Junien (später umbenannt in Kleinbalzhofen, 1925: 157 Einwohner) fanden die beiden Reisenden liebevolle Aufnahme bei Bruder Marzinsky, dem Vorsteher der dortigen, über hundert Mitglieder umfassenden Gemeinde. Viele Geschwister wohnten verstreut und hatten den weiten Anmarschweg nicht gescheut; es waren welche darunter, die die ganze Nacht hindurch unterwegs gewesen waren, um den Apostel zu sehen und zu hören. Gesungen und gebetet wurde in Deutsch, Polnisch und auch Litauisch, worüber Apostel Krebs sich besonders freute, sehnte er sich doch danach, daß sich das Werk Gottes überall, unter allen Sprachen und in allen Nationen, ausbreitete."

 
Gottfried Hinz

Die Gemeinden scheinen sich somit wohl auch aus verschieden Volksgruppen zusammengesetzt zu haben. 1897 wurde Ernst Traugott Hallmann zum Apostel für Ostpreußen berufen und leitete den Apostelbezirk bis 1905. 1905 wurde Wilhelm Oehlmann zum Bezirksapostel für Ostpreußen ordniert und leitete den Bezirk bist zu seinem Tod 1937. 1933 bis 1935 wurde er von Apostel Hermann Knigge unterstützt. 1937 bis zu seiner Auflösung war Gottfried Hinz Bezirksapostel für den Bezirk Königsberg.

Stand 1934 (nach dem damaligen Adressbuch)

Der Apostelbezirk wurde von Bezirksapostel Wilhelm Oehlmann geleitet.

Ende 1933 hatte er 20.346 Mitglieder; Ende 1934 umfasste er 20.472 Mitglieder.

Der Apostelbezirk Königsberg gliederte sich 1934 in folgende 9 Bezirke:

  • Bezirk Königsperg / Pr. - Bezirksvorsteher: Bischof Gottfried Hintz, Königsberg/Pr.,
  • Bezirk Arys - Bezirksvorsteher: Bezirksältester Johann Grübner, Johannisburg
  • Bezirk Danzig - Bezirksvorsteher: Bezirksältester Ewald Schmidt, Danzig
  • Bezirk Deutsch-Eylau - Bezirksvorsteher: Bezirksevangelist Joh. Kahnwald, Deutsch-Eylau
  • Bezirk Bromberg (Polen)- Bezirksvorsteher: Bezirksältester Helmut Modrow, Bromberg
  • Bezirk Königsberg-Ponarth - Bezirksvorsteher: Bezirksältester Fritz Schwarz, Königsberg
  • Bezirk Eydtkuhnen - Bezirksvorsteher: Bezirksältester Gustav Stutschies, Eydtkuhnen
  • Bezirk Prostken - Bezirksvorsteher: Bezirksältester August Sobottka, Treuburg
  • Bezirk Tilsit - Bezirksvorsteher: Bezirksältester Christoph Petschlaukies

Auflösung

1944 bis 1947 verließen durch Flucht, Vertreibung und Aussiedelung nahezu alle deutschstämmigen Einwohner das Gebiet der Gebietskirche. Durch diese Ereignisse erlosch der Apostelbezirk Ostpreußen. Jedoch bestehen noch heute auf dem Gebiet des alten Apostelbezirks neuapostolische Gemeinden (Ostroda, Kosewo), die an die Tradition der Gebietskirchen anknüpfen. Hier wurden nicht alle Gemeindemitglieder vertrieben, da hier der Anteil an Masuren besonders hoch war, die von der polnischen Regierung auf Grund ihres slawisch-deutschen Mischhintergrundes nicht als Deutsche angesehen wurden. Von den Masuren blieben auch nach Kriegsende, der Potsdamer Konferenz und der Angliederung Masurens an die Volksrepublik Polen viele zurück (darunter auch neuapostolische Christen), weil sie sich als laut offizieller Lesart mehr oder weniger polnischstämmige „Autochthone” nicht der Vertreibung in den Westen fügen mussten. Von den 160.000 zurückgebliebenen Masuren kamen später viele als Spätaussiedler in die Bundesrepublik Deutschland.

siehe auch