Angola

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Basisdaten
Staat Angola
Fläche 1.246.700 km²
Einwohner 25.789.024

(Volkszählung 2014)

Hauptstadt Luanda
Amtssprache(n) Portugiesisch
aktive apostolische

Gruppen im Land

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Die apostolischen Glaubensgemeinschaften und ihre Entwicklung in Angola


Angola ist ein Land im Südwesten Zentralafrikas. Es wurde seit seiner Unabhängigkeit bis Anfang der 2000er Jahre von schweren Bürgerkriegen zerrüttet. Die Neuapostolische Kirche ist die einzig wahrnehmbare apostolische Glaubensgemeinschaft im Land. Sie kam 1983 nach Angola und hat sich in den vergangenen 25 Jahren dort aus kleinsten Anfängen explosionsartig vergrößert, so dass heute über 1% der Bevölkerung neuapostolisch ist.

Geschichte

Anfänge 1983

Im Jahr 1983 beauftragte Stammapostel Hans Urwyler die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen das Land Angola als Missionsgebiet zu betreuen. Am 25. Juli 1983 wurde mit einer ersten Reise nach Angola die Grundlage für die Entwicklung de Neuapostolischen Kirche in dem Land gelegt. Bezirksapostel Hermann Engelauf beauftragte daraufhin die Apostel Alfred Kusserow und Armin Brinkmann, Bischof Klaus-Dieter König, Bezirksältester Heliodoro Goncalves aus Portugal und Diakon José Macarico nach Angola zu reisen und dort als Missionare tätig zu werden. Im Vorfeld wurde Kontakt zu einer in Luanda wohnenden deutschen Familie aufgenommen. Auf Grund des Bürgerkrieges war eine Reise ins Landesinnere nicht möglich, so dass die ersten Aktivitäten in Luanda stattfanden. Eine große Rolle bei der Verbreitung des neuapostolischen Glaubens spielte Makindu Dominique: Dieser war ein Unterdiakon der in Malanje lebte. Er war im früheren Zaire, dem heutigen Kongo, versiegelt worden und hatte nach seiner Rückkehr mehr als ein Jahr lang in Malanje und Uige von der Neuapostolischen Kirche berichtet und viele Menschen gesammelt, die auf den Besuch eines Apostels warteten.

Bereits einige Tage zuvor hatten der Bruder von Makindu Dominique, Domingos Xavier, und sein Freund Mateus Maza die fünfköpfige Missionarsgruppe im Hotel besucht. Beide empfingen beim ersten Gottesdienst mit Heiliger Versiegelung auf angolanischem Boden am 3. August 1983 sowohl die Heilige Versiegelung als auch das Diakonenamt; Makindu Dominique zum Priester ordiniert.

In jener Zeit fanden auch etliche Gespräche mit einer Gruppe von Männern statt, die sich selbst „Aspiranten“ nannten. Diese Gruppe versammelte sich regelmäßig zu Bibelstunden. Nach vielen Gesprächen konnten aus dieser Gruppe dreißig Personen versiegelt werden, darunter der spätere Apostel Sukami Landu Ronsard, der im gleichen Gottesdienst zum Diakon ordiniert wurde.

Ende 1983, im ersten Jahr der Tätigkeit in Angola, waren drei Gemeinden entstanden: Luanda, Uige (500km von Luanda entfernt) und Malanje (in Zentral-Angola) . 296 Personen hatten das Sakrament der Heiligen Versiegelung empfangen. Ein Bezirksevangelist, ein Evangelist, neun Priester und 16 Diakone waren 1983 in Angola ordiniert worden.

1984 - 1989

Im November 1984 besuchte Bezirksapostel Engelauf Angola. Apostel Brinkmann bemühte sich im März 1985, in den Osten Angolas zu reisen. Dort warteten in Luena seit zwölf Jahren neuapostolische Christen und solche, die es werden wollten auf den Besuch eines Apostels. Hintergrund war, dass dort José António Livamba, ein neuapostolischer Priester aus Sambia, in die Region gezogen war und auch andere neuapostolische Seelsorger in der Region gewirkt hatten. Aus Mangel an Amtsträgern hatten im Glauben gefestigte junge Männer Religions- und Konfirmandenunterricht gehalten. Insgesamt waren vier Kirchen erbaut worden. Nach seiner Ankunft dort hielt Apostel Brinkmann in Dörfern der Region viele Gottesdienste, in denen mehr als 1.000 Personen versiegelt wurden.

Am 25. August 1985 sonderte Stammapostel Hans Urwyler den ersten Apostel für Angola aus: Sukami Landu Ronsard für Angola. Angola hatte damit einen im Land lebenden Apostel bekommen.

Bis 1989 waren in Angola 220 neuapostolische Gemeinden mit etwa 20.000 Mitgliedern entstanden.

1989 - 1992

Anfang 1989 deutete in Angola alles auf eine baldige Beruhigung der Bürgerkriegssituation hin. So wagte Apostel Brinkmann gemeinsam mit den Aposteln Ronsard und Livamba im August 1989 eine Reise in den Norden nach Kikongo, der Heimat von Apostel Ronsard, wo ein Gottesdienst stattfand. Am 27. August 1989 fuhren die Apostel Brinkmann und Ronsard zurück nach Luanda. Auf dieser Rückfahrt wurde der Jeep von drei Männern angegriffen und beschossen. Apostel Ronsard wurde tödlich verwundet und starb im Alter von 31 Jahren. Apostel Brinkmann saß am Steuer des Fahrzeugs und wurde verletzt. Das Fahrzeug blieb trotz zahlreicher Einschüsse fahrtauglich und so konnte er sich mit den anderen fünf Insassen in Sicherheit bringen. Um die Stelle des ermordeten Apostels wieder zu besetzen, ordinierte Stammapostel Richard Fehr am 21. November 1989 in Dortmund zwei neue Apostel für Angola: Eduardo Mbuta für Zentral- und Süd-Angola und Miguel Jadó für Nord-Angola. Zusammen mit Apostel Livamba, verantwortlich für Moxico, hatte Angola damit drei Apostel.

1990 wurde von Bezirksapostel Hermann Engelauf aus den finanziellen Mitteln des Dankopfers eine Hilfsaktion für die unter einer langen Trockenperiode im Süden Angolas leidende Bevölkerung organisiert. In jener Zeit wurden in Angola viele Kirchen, größtenteils in Eigenleistung der Gemeinden, errichtet.

Nach langen Jahren des Bürgerkriegs in Angola erfolgte am 31. Mai 1991 ein Friedensschluss zwischen den Kriegsparteien. Aus diesem Anlass wurde in Luanda ein Dankgottesdienst gehalten, an dem neben 1.600 neuapostolischen Christen auch Vertreter des öffentlichen Lebens teilnahmen. Dieser Gottesdienst wurde per Radio landesweit ausgestrahlt. Die offizielle Anerkennung der Neuapostolischen Kirche in Angola erfolgte am 28. Februar 1992. Zu diesem Zeitpunkt lebten über 35.000 neuapostolische Christen in Angola.

1992- 2002

Im Laufe des Jahres 1992 setzte der Bürgerkrieg in Angola wieder ein und beendete die Hoffnung auf Frieden für das Land. Die Bürgerkriegssituation beeinträchtigte auch die weitere Entwicklung der Neuapostolischen Kirche im Land. Anfang September besuchte erstmals ein Stammapostel Angola. Über diesen Besuch von Richard Fehr wurde in zahlreichen Medien des Landes berichtet. Bei einem tragischen Unfall im September 1997 kamen die Apostel Miguel Jadó, Makindu Dominique und Rocha Tomás sowie Bezirksevangelist Ndofonso Toko und die Frau von Apostel Mbuta ums Leben. Der Jeep der Reisegruppe hatte sich auf dem Weg von Namibe nach Lubango am 13. September 1997 in einer langgezogenen Linkskurve überschlagen. Neben den fünf Verstorbenen waren fünf weitere Fahrzeuginsassen schwer- und die Apostel Brinkmann und Mbuta leicht verletzt. In den neuapostolischen Gemeinden Angolas sorgte dieser Unfall für große Trauer.

Nach 27 Jahren Bürgerkrieg wurde 2002 wieder ein Waffenstillstand geschlossen. Seit diesem Zeitpunkt ist die Lage in Angola friedlich. Das öffentliche Leben normalisierte sich jedoch nur langsam. Durch den Friedensschluss war es den Aposteln wieder möglich in Gebiete zu reisen, die während des Bürgerkrieges unzugänglich waren.

2002 - Gegenwart

2004 wurde Angola wieder von einem Stammapostel besucht. Diesmal war es Wilhelm Leber, der erstmals Angola bereiste. Bei diesem Besuch wurde u.a. das von der Neuapostolischen Kirche errichtete medizinische Zentrum in Luanda, die Kirchenverwaltung sowie ein Friedhof, auf dem einige Apostel und Geschwister beerdigt sind, besucht.

Am 13. Januar 2004 wurde von Bezirksapostel Brinkmann eine Schule in Matala eingeweiht. Sie entstand auf einem Kirchengrundstück neben dem Kirchengebäude der dortigen Gemeinde. Apostel Mario Cambinda, selbst Lehrer von Beruf, übernahm die Koordination. Die Schule ist für 80 Schülerinnen und Schüler ausgelegt.

Ende September 2007 besuchten erstmals alle portugiesischsprachigen Apostel und Bischöfe Westafrikas und Portugals in Angola. Im Rahmen dieses Besuchs wurden etliche Gottesdienste im Land gehalten. Zwischen Januar und September 2007 waren mehr als 15.000 Angolaner versiegelt worden , so dass neue Bezirksämter ordiniert und etliche Bezirk geteilt wurden.

2008 feierte die Neuapostolische Kirche in Angola ihr 25-jähriges Jubiläum.

Apostolische Gemeinschaften

Einzig die Neuapostolische Kirche ist in Angola von den apostolischen Glaubensgemeinschaften vertreten.

Neuapostolische Kirche

Die Neuapostolische Kirche in Angola zählt gegenwärtig über 200.000 Mitglieder in über 2000 Gemeinden. 2008 bestanden 116 Bezirke, die von zwölf einheimischen Aposteln seelsorgerisch betreut werden. Die Neuapostolische Kirche in Angola ist seelsorgerisch selbständig; ist jedoch Bestandteil der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen unter Bezirksapostel Rainer Storck.

Die neuapostolischen Christen sind in Angola ungleichmässig verteilt. So ist die Kirche Süden des Landes kaum, bzw. unterdurchschnittlich vertreten.

Neuapostolische Apostel in Angola

Aktiv
Verstorben
Ruhestand
Amtsenthoben

Entwicklung der Kirche in Angola

Die zahlenmässige Entwicklung[1] der Neuapostolischen Kirche in Angola von ihrer Gründung 1983 bis in die Gegenwart zeigt eine rasante Entwicklung. Seit 2013 beträgt der Anteil neuapostolischer Christen gemessen an der Einwohnerzahl Angola's rund 1%.

Jahr Mitglieder Gemeinden
1983 296 3
1984 1.988 29
1985 6.120 93
1986 9.038 128
1987 12.510 171
1988 16.983 187
1989 20.080 220
1990 26.170 278
1991 35.506 317
1992 43.421 375
1993 48.391 433
1994 57.216 454
1995 71.634 641
1996 88.170 756
1997 101.474 876
1998 118.567 1.059
1999 127.860 1.120
2000 137.270 1.164
2001 146.164 1.311
2002 158.019 1.397
2003 168.748 1.547
2004 172.013 1.600
2005 183.389 1.736
2006 188.842 1.882
2007 194.784 1.980
2008 197.523 2.060
2009 210.000[2] ?
2010 218.385[3] 2.128
2011 226.308[4] 2.242
2012 233.076[5] 2.113
2013 242.413[6] 2.123
2014 248.661[7] 2.065
2015 261.171[8] 2.044
2016 269.806[9] 2.154
2017 279.501[10] 2.088


Kuriosa

Siehe auch

Weblinks

Verweise

  1. Broschüre, 25 Jahre Neuapostolische Kirche Angola
  2. http://www.nak-nrw.de/aktuelles/kurznotiert/110217_statistische-daten-fuer-2010/
  3. Jahresbericht NAK NRW 2010
  4. Jahresbericht NAK NRW 2011
  5. Jahresbericht NAK NRW 2012
  6. Jahresbericht NAK NRW 2013
  7. Jahresbericht NAK NRW 2014
  8. Jahresbericht NAK NRW 2015
  9. Jahresbericht NAK NRW 2016
  10. Jahresbericht NAK NRW 2017