Allgemeine apostolische Mission

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Die Allgemeine apostolische Mission (AAM) stellt eine Fortsetzung der Allgemeinen christlich apostolischen Mission (sog. Geyerianer) dar.

Geschichte der AAM ab 1896

Heinrich Geyer starb 1896 und Johann Friedrich Güldner 1904, die Gemeinde wurde von Bischof Heinrich Walter Lehsten fast zehn Jahre ohne apostolisches Amt geleitet, ab dieser Zeit nannte sich die Gemeinde "Allgemeine apostolische Mission" (AAM). Im Oktober 1909 schloss sich ihr eine Abspaltung der Alt-Apostolischen Gemeinde unter Robert Geyer an. 1913 wurden durch den Propheten Jakob Westphaln aus den USA Robert Geyer als Apostel für Amerika und Titus Kopisch als Apostel für Deutschland und berufen. Titus Kopisch scheint später eigene Wege eingeschlagen zu haben. Robert Geyer blieb wegen des Erster Weltkrieges in Deutschland und leitete alle Gemeinden der "AAM" von Jena aus.

Verbindung zu protestantisch-hochkirchlichen Kreisen

Gegen Ende des Ersten Weltkriegs bzw. Anfang der 1920er Jahre setzt in der AAM eine Umorientierung um. Das Apostelamt aus der AcaM scheint innerlich für Robert Geyer nicht mehr den Wert besessen zu haben. Stattdessen bemühte man sich um die apostolische Sukzession und kam so in Kontakt mit hochkirchlichen Kreisen des Protestantismus. Am 10. Mai 1925 wird Apostel Robert Geyer von Bischöfen der gallikanischen Kirche in der apostolischen Sukzession des Patriarchats von Antiochien in einer Stuttgarter Methodistenkirche zum Diakon und Priester geweiht, am 25. August in Bern zum Erzbischof Barnabas.

Am 6. Dezember 1928 besucht Geyer zusammen mit dem Bischof der AAM Lehsten den Schweizerischen Diakonieverein (SDV) in Rüschlikon.

Insgesamt weiht Geyer fünf Männer zu Bischöfen in dieser apostolischen Sukzession:

  1. Wilhelm Güldner, Erzengel im Prophetenamt der AAM am 26.5.1929 (Sohn des Johann Güldner, Apostel der AcaM)
  2. Karl Eugen Herzog, Engel-Evangelist der AAM und evangelischer Pfarrer, am 24.6.1929 in Rüschlikon
  3. Gotthilf Haug am 16.6.1934 in Oberweiler (Bruderschaft vom gemeinsamen Leben)
  4. Martin Schelker, Erzengel der AAM am 21.9.1953 in Bochum (BdgL)
  5. Nicolaus (Klaus) Heß, Erzengel-Priester der AAM und evangelischer Pfarrer, am 21.9.1953 in Bochum (Bruderschaft vom gemeinsamen Leben)

Wilhelm Güldner beruft Gottfried Edel am 19.10.1952 in Oberweiler zum Apostel für Deutschland, dieser wird jedoch nie ausgesondert.

Gotthilf Haug wird am 28. März 1932 durch Wilhelm Güldner zum Apostel berufen und am 29.3. durch die drei Bischöfe Lehsten, Güldner und Glinz ausgesondert. Er stand der “apostolisch-katholischen Gruppe” innerhalb des SDV vor.

Am 24.2.1934 wurde Haug zum Diakon, am 25.2. zum Priester ordiniert, am 17.6.1934 wurde er von Giraud unter Assistenz von Geyer, Güldner, Lehsten und Herzog zum Bischof Matthias II geweiht.

Am 27.6.1937 konsekriert G. Haug Eugen Belz zum Bischof, dieser wurde am 27.3.1932 in die AAM aufgenommen, am 12. September 1968 durch Klaus Heß zum Apostel berufen und am 22.9. 1968 ausgesondert. Nach dem Tod von Belz wird Klaus Heß Vorsteher der Bruderschaft des gemeinsamen Lebens.

Am 10. August 1949 wird Paul Riedinger, der “geistliche Vater” der Darmstädter Marienschwestern zum Apostel berufen und am 12. August ausgesondert.

Geyer weiht am 21. September 1953 den Sohn von Jakob Schelker, Martin Schelker zum “Erzbischof im pastoralen Säulenamt für die Schweiz” und Klaus Heß zum “Erzbischof im prophetischen Säulenamt für die Schweiz”. Als Geyer 1957 stirbt, scheinen sich alle Ortsgemeinden der AAM aufgelöst zu haben. Gedankengut und liturgische Elemente haben jedoch bis etwa zur Jahrtausendwende (2000) im SDV und der BdgL überlebt.


Lehre

Die Lehre der AAM orientierte sich zunächst weitgehend an der der katholisch-apostolischen Gemeinden bzw. der AcaM. Unter der Leitung Robert Geyers scheint eine Umbewertung stattgefunden zu haben. So behielt man zwar liturgische Elemente und Amtstitel der KAG bzw AcaM bei, dem Apostelamt wurde jedoch nur noch ein eingeschränkter Wert beigemessen.

Literatur

•Schröter, Johannes Albrecht: Die Katholisch-apostolischen Gemeinden in Deutschland und der “Fall Geyer”, Marburg 2000