Ökumene

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Der Begriff ,Ökumene‘ leitet sich vom griechischen oikoumene (,Erdkreis‘, ,die ganze, bewohnte Erde‘) her. Die Ökumene orientiert sich an den Ökumenischen Konzilen der Frühchristen, die auf dem Konzil in Nicäa im Jahr 325 ihren Anfang nahm.

Heute versteht man unter dem Begriff "Ökumene" bzw. "Ökumenismus" die Bemühungen, die verschiedenen christlichen Konfessionen wiederum zur Einheit zu führen. Zu unterscheiden von der Ökumene ist interreligiöser Dialog. Beim letzteren geht es um die Beziehungen und Gespräche mit den anderen Religionen, vor allem mit den Juden, den Muslimen oder den Buddhisten.

Theologische Grundlage

Als Grundlage für ökumenische Bestrebungen wird zumeist die Bitte aus dem Hohepriesterlichen Gebet Jesu im Johannes-Evangelium "damit sie eins seien wie wir" (Joh 17, 11) herangezogen.

Ziel der ökumenischen Bewegung

Die Verwirklichung sichtbarer Einheit der Kirchen wird häufig als das Hauptziel der ökumenischen Bewegung angesehen. Doch das ist keineswegs ein unumstrittenes Ziel. Auch innerhalb der ökumenischen Bewegung werden immer wieder Stimmen laut, welche eine Ökumene des Konsens ablehnen und eine Ökumene des wechselseitigen Einspruchs fordern, da jede Kirche notwendigerweise das unumstrittene Recht haben muss, ihre eigenen Positionen zu vertreten. Dieses Umdenken liegt nicht zuletzt auch in der Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche und der Ausführung des Papstamtes mitbegründet. Schwierigkeiten bestehen u.a. darin, dass der Papst auch Oberhaupt eines weltlichen Staates ist, was seine Amtsführung beeinflusst. Ebenso erhebt der Heilige Stuhl den Anspruch, die Stimme der Kirche zu repräsentieren, was schwer mit der Vielzahl gewichtiger Stimmen aus unterschiedlichen Kirchen vereinbar ist. Grundlegende Schwierigkeiten sind mit dem unterschiedlichen Kirchen-, Amts- und Sakramentsverständnis der unterschiedlichen kirchlichen Gemeinschaften verbunden. Katholische und protestantische Positionen erscheinen hier keine Einigungsmöglichkeit bereitzuhalten.

Ökumene in den apostolischen Gemeinschaften

katholisch-apostolische Gemeinden

Die KAG verstehen sich aus ihrer Gründungshistorie als "Modell für die Gesamtkirche" und nicht als eigenständige Denomination. Die Kirche war in den Anfängen sehr ökumenisch engagiert und offen (was für die Gründungszeit sehr ungewöhnlich war und das Wort "Ökumene" noch gar nicht existierte. Heute sind die noch existierenden Gemeinden jedoch nicht in ökumenischen Initiativen und Gremien vertreten und arbeiten dort auch nicht mit.

Apostolische Gemeinschaft

Mit der Änderung des Kirchenverständnisses in den 1980er Jahren wagte die Apostolische Gemeinschaft auch erste ökumenische Initiativen. Apostel Wilfried Baron führte 1996 die Düsseldorfer Gemeinden in die lokale ACK. In Bayern, NRW und Sachsen besteht z.Zt. eine Gastmitgliedschaft auf Länderebene. In Sachsen erfolgt im November 2016 die Aufnahme als Vollmitglied. Auf Bundesebene ist die Apostolische Gemeinschaft seit März 2014 Gastmitglied der ACK. Ebenso ist sie seit März 2015 Gastmitglied in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen.

Neuapostolische Kirche

Innerapostolische Ökumene

Auch zwischen den unterschiedlichen apostolischen Gemeinschaften gab und gibt es die Überlegungen, ob man miteinander tätig werden kann. Bisher sind jedoch keine innerapostolisch-ökumenischen Aktivitäten unternommen worden. Lediglich die Abendsmahlszulassung und die vierzehntägige Gastfreundschaft für die Mitglieder der Apostolischen Gemeinde des Saarlandes in der Neuapostolischen Kirche könnte als ein Beispiel innerapostolischer Ökumene herangezogen werden.


siehe auch