Netzwerk Apostolische Geschichte
Überkonfessionelle und unabhängige Interessengemeinschaft
für die Geschichte der Apostolischen Glaubensgemeinschaften.
Getragen vom Förderverein Netzwerk Apostolische Geschichte e.V.
| Treffen in Coswig 18./19.10.2008 |
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| Mittwoch, 22. Oktober 2008 um 09:29 |
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Zunächst schloß sich daran ein gemeinsames Mittagessen an, bei dem sich schnell intensive Gespräche unter den Teilnehmern entwickelten. Fragen der Kirchengeschichte, Theologisches und Tagesaktuelles kamen "auf den Tisch" - und wurden in unverkrampfter, aufgeschlossener Art von ständig wechselnden Gruppen von Teilnehmern besprochen. Leicht in Zeitverzug geraten, machten sich die Teilnehmer nun auf, den nächsten Punkt des Programms zu absolvieren, die Besichtigung der neuapostolischen Kirche in Coswig. In den 1920er Jahren entstanden, strahlt das Gebäude noch die historischen Verbindungen zu den prägenden apostolischen Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts aus, insbesondere zu Franz Hübner, über den Sebastian Müller in einem Kurzvortrag im Anschluß informierte. Franz Hübner, gelernter Korbmacher aus Coswig, trat in den 1860er Jahren der katholisch-apostolischen Gemeinde zu Hamburg bei und wurde dort zum Unterdiakon gesetzt. Er erlebte die Trennung der Hamburger Gemeinde, wurde als einer der drei "Sendungsevangelisten" von Schwarz nach Amsterdam vorausgeschickt und kehrte dann, als die kleine Gemeinde in Amsterdam ihn nicht mehr finanziell unterstützen konnte, nach Coswig zurück. Er baute in der Folge in Coswig eine Gemeinde auf und blieb auch nach der Spaltung 1878 bei der späteren "Apostolischen Gemeinde". Durch seine Arbeit konnte 1885 in Coswig die erste eigene Kirche der Apostolischen Gemeinde in Mitteldeutschland errichtet werden. Die 1925 geweihte zweite Kirche nimmt daran Anleihen, auch einiges vom historischen Inventar wurde und wird weiterverwendet. Nach der Rückkehr in das Tagungshotel trug Mathias Eberle einen Forschungsbericht vor, der sich mit der Erfassung der historischen Quellen der apostolischen Gemeinschaften befasste, insbesondere der Gottesdienstbücher (Liturgien). Am Beispiel der Konfirmation wurden theologische und liturgische Entwicklungen in einem Querschnitt durch die Entwicklungen des 19. Jahrhunderts aufgezeigt. Die anschließende Diskussion und die Kaffeepause wurden erneut für viele Gespräche genutzt; Materialien wurden ausgetauscht und Fotos geschossen. Danach startete Felix Klinger mit einem Vortrag über die Sicht von Apostel- und Prophetenamt in den verschiedenen Entwicklungsphasen im behandelten Zeitraum. Ungewöhnlich und interessant war seine Anwendung eines Modells des Ethnologen und Anthropologen Claude Lévi-Strauss (Mythenanalyse), das er als Erklärungsansatz für die inhaltliche Formung des späteren Stammapostelamtes heranzog. Den Seminartag beschloß eine historische Zusammenschau über das Verständnis des apostolischen Amtes von der katholisch-apostolischen Zeit bis zur "Lehre vom neuen Licht" um die Jahrhundertwende, die von Thomas Kegler vorgetragen wurde und auf eine Vielzahl von Originalquellen zurückgriff. Nach dem Vortrag verabschiedeten sich die Seminarteilnehmer, die nur am Samstag teilnehmen konnten. Die Übernachtungsgäste blieben zu einem gemeinsamen Abendessen, an das sich eine formlose Gesprächsrunde zu verschiedenen Themen anschloß. Am nächsten Tag besuchten die "Übernachter" gemeinsam den neuapostolischen Gottesdienst in Coswig. Danach aßen die Teilnehmer noch gemeinsam, und verabschiedeten sich dann am Bahnhof voneinander. |



"Die apostolischen Gemeinden im Umbruch - 1863 bis 1900" - das war das Thema der ersten unabhängig organisierten Veranstaltung für Geschichtsinteressierte am 18. und 19. Oktober 2008 in Coswig (Anhalt). Der Tagungsband zur Veranstaltung ist nun
