Netzwerk Apostolische Geschichte
Überkonfessionelle und unabhängige Interessengemeinschaft
für die Geschichte der Apostolischen Glaubensgemeinschaften.
| Keine Zukunft für die 100 Jahre alte neu-apostolische Kapelle |
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| Freitag, 16. April 2010 um 09:30 | |||
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Für die kleine Wahlsdorfer Kapelle, welche vor genau 100 Jahren eingeweiht wurde gibt es nun scheinbar keine rosige Zukunft mehr. Nachdem die Kapelle seit 2005 nicht mehr in Nutzung der Neuapostolischen Kirche ist und damit leer steht wird sie allen Anschein nach im Jubiläumsjahr an einen Wahlsdorfer Bürger verschenkt. Dies geschieht jedoch nicht plötzlich, denn schon seit fünf Jahren sucht die Neuapostolische Kirche Mitteldeutschland einen Abnehmer für das Gebäude samt Grundstück. Selbst der verlockende PReis von einem symbolischen Euro konnte bisher keinen Käufer anlocken. Sicherlich liegt es auch daran, dass das Gebäude von der Bausubstanz stark angegriffen ist und keine sanitären Anlagen vorhanden sind. Doch stellt sich, wie in vielen solchen Fällen, die Frage, ob man für kirchengeschichtliches Kulturgut nicht eine andere Lösung hätte finden können. Die Kapelle wurde 1910 mit dem Geld des Wahlsdorfer Gemeindemitgliedes Franz Kölling erbaut nachdem schon 1885 Wahlsdorfer regelmäßig die Gottesdienste in Coswig (Anhalt) besuchten und durch Anstieg der Gemeinde ein eigenes Lokal nötig wurde. Die Wahlsdorfer Kapelle ist neben der Neuapostolischen Kirche in Coswig (Anhalt) und der Kapelle in Nudersdorf eins von nur drei verbliebenen authentischen Bauzeugnissen aus der Zeit des Jugendstils im Bereich des Ältestenbezirks Dessau. Gleichzeitig orientiert sich die Aufteilung des Kirchenraums dieser drei Gebäude noch ganz offensichtlich an katholisch-apostolischen Vorbildern. Der in Coswig ansässige Bischof Franz Hübner dürfte hier erheblichen Einfluß ausgeübt haben. Die Kapelle verfügt über eine angebaute Rundapsis mit ursprünglich drei Fenstern, die wie in Coswig (und vielen katholisch-apostolischen Kirchen) die Dreieinigkeit symbolisiert. Das liturgisch südlichste der Fenster wurde offenbar später zugemauert, als ein kleiner Raum als Sakristei angebaut wurde. Der Rundbogen ist mit Ornamenten verziert, ein Spruchband ist aber derzeit nicht zu erkennen. Seit wenigen Jahren steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Der Gesamtzustand ist aber aufgrund der fehlenden Heizung, einer Beschädigung am Schornstein und feuchten Wänden sehr schlecht. Das Netzwerk Apostolische Geschichte suchte seinerzeit eine Möglichkeit das Gebäude zu erwerben und den Buzustand zu verbessern. Doch leider ist dies aktuell aus rechtlichen und finanziellen Gründen nicht möglich. Schade.
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