Netzwerk Apostolische Geschichte
Überkonfessionelle und unabhängige Interessengemeinschaft
für die Geschichte der Apostolischen Glaubensgemeinschaften.
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Die Apostolic Church of Queensland wurde von der NAK offenbar - anders als bisher angenommen - anerkannt. Im Rahmen eines Vortrags beim Treffen des Netzwerks Apostolische Geschichte in Netzschkau und Lengenfeld stellte Andreas Ostheimer eine Sammlung von bisher unveröffentlichten Dokumenten vor, die die Spaltung in Australien in einem neuen Licht erscheinen lassen. Diese Dokumente - Briefe vor allem des Stammapostels Niehaus, aber auch von Apostel H.F. Niemeyer, aus den Jahren 1908 bis 1914 - können ohne Einschränkung als eine kleine Sensation in der krichengeschichtlichen Forschung bezeichnet werden, und legen eine zumindest zeitweilige Sonderstellung der späteren Apostolic Church of Queensland (ACQLD) zur NAK nahe. Sie werden im Tagungsband zum Treffen (http://www.edition-punctum-saliens.de/netzschkau.php) veröffentlicht. Heinrich Friedrich Niemeyer, einer der ersten nach der Trennung von 1863 von Apostel Preuss versiegelten Apostolischen, wanderte 1883 nach Australien aus und wurde 1886, auf einer Europareise, durch MEnkhoff und Krebs zum Apostel ausgesondert. Die Entwicklungen hin zum STammapostelamt und die stärkeren Lehrveränderungen unter Krebs widerstrebten Niemeyer; er arbeitete aber weiter als Apostel für Australien und warb für die Auswanderung dorthin. Im Nachklang zu einer erneuten Reise nach Deutschland 1906 kam es zu schriftlichen Auseinandersetzungen zwischen Niehaus und Niemeyer, aber auch zu Auseinandersetzungen in den australischen Gemeinden. Über die nun folgenden Ereignisse geben die jetzt veröffentlichten Dokumente viele neue Erkenntnisse preis. Die bisher herrschende Forschungsmeinung zur "Sache Niemeyer" stellte Hans-Eduard Winter in seinem Buch "Gott hat Wege in der Wüste" wie folgt dar: "Man hatte Niemeyer und Australien abgeschrieben. 1911 wurde er ausgeschlossen. Den Ausschluß erhielt er bezeichnenderweise am 11. Dezember 1911, dem TAge seines [58]. Geburtstages zugestellt." [Hans-Eduard Winter, Gott hat WEge in der Wüste, Selbstverlag, Großen Buseck [200-2001], S. 62.] Stammapostel Niehaus widerspricht dieser Aussage in einem Brief an die Apostel vom 28.11.1912 deutlich: "So auch, dass an meinem Geburtstag ihm das Amt abgenommen sein soll, ist eine direkte Lüge. Niemals hat jemand unter den Aposteln daran gedacht. Im Gegenteil habe ich immer gesagt, ein jeder Apostel steht und fällt seinem Herrn und Gotte. Ich habe N. kein Amt gegeben und werde ihm auch keins abnehmen, alles richtet Gott zu seiner Zeit selbst." Andreas Ostheimer legt in seiner Ausarbeitung nahe, dass unter Niehaus offenbar ein differenziertes Verständnis vom Apostelamt begründet wurde - es gab die Apostel, die in der "Einheit" mit dem Stammapostel standen, und jene, die unabhängig davon, aber als gültig gerufene und anerkannte Apostel arbeiteten. Zur letzten Gruppe zählten sicherlich der 1901 verstorbene Apostel Woodhouse, außerdem Klibbe, über den sich auch interessante Anmerkungen in den Quellen finden, und möglicherweise weitere wie Stechmann und Hoppe. "Wer den lieben Stammapostel verwirft, der verwirft uns alle auch, das sollen Sie wissen, wir erklären uns mit dem Stammapostel der in Ihren Augen ein Sünder un Heuchler ist, voll und ganz eins und solidarisch, infolge dessen fühlen wir uns ausser Stande, mit Ihnen irgend die geringste Gemeinschaft zu pflegen, solange Sie Ihre feindliche selbstkluge Stellung gegn den lieben Stammapostel nicht aufgeben und einen anderen Ton gegen ihn anschlagen." [Brief vom 24.10.1911, unterzeichnet vond en Aposteln H. Bornemann, E. Hallmann, Friedrich Bock, C.A. Brückner, Alb. Güldenpfennig, J.G. Bischoff, W. Oehlmann, O. steinweg und J.H. v. Oosbree] Dazu schreibt Andreas Ostheimer: "Die Formulierung, keine "Gemeinschaft zu pflegen", könnte nun als Exkommunikation, wörtlich übersetzt, verstanden werden. Diesem widerspricht sowohl die Anrede des Briefes ["An den Apostel H.F. Niemeyer..."] wie die Ablehnung eines Richtspruches [der Apostel über Niemeyer] wie auch der am Ende des Briefes ausgesprochene Wunsch einer Änderung. Allerdings ist durch die Ablehnung des Stammapostels auch die Grundlage für die Einheit der Apostel, für den Apostelring genommen. Daher muß man diese Sätze als einen Ausschlusßaus dem Apostelring verstehen aber weder als Exkommunikation aus der christlichen Kirche noch als Absetzung, denn das Apostelamt Niemeyers steht nicht in Frage. Und dieser Ausschluß sollte auch nur solange gelten, wie sich Niemeyers Haltung gegenüber dem Stammapostel nicht änderte." Andreas Ostheimer fasst in seinem Beitrag zusammen: "Man hatte Niemeyer keineswegs "abgeschrieben", wie es Winter im eingangs zitierten Buch [Gott hat Wege in der Wüste, d.A.] formulierte. Die Kontroverse begann ja damit erst öffentlich ausgetragen zu werden. Niemeyer wurde ja auch nicht ausgeschlossen." Daraus könnte in letzter Konsequenz folgen, dass die Ämter der Apostolic Chruch of Queensland, einschließlich des dort durch Weissagung besetzten Apostelamtes, zumindest nach damaliger neuapostolischer Sichtweise gültig sind, ebenso die Versiegelung der ACQLD. Der Gedanke einer theologisch gleichberechtigten, wenn auch separierten apostolischen Kirche neben der NAK dürfte kirchenpolitisch in jedem Fall interessante Implikationen mit sich bringen. Links:
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